Aktuelles zu Finanzmärkten und Konjunktur

Wocheninfo vom 20.09.2021

  • Leichter Rückgang des Infektionsgeschehens in Deutschland
  • Aktienpreise zum Wochenausklang deutlich im Minus
  • Kapitalmarktzinsen vor US-Zinsentscheid leicht im Plus
  • US-Dollar wertet vor Zinsentscheid deutlich auf
  • Unwetter belasten Rohölfördermenge im Golf von Mexiko
  • Auftragsbestand setzt Höhenflug fort
  • Merklicher Anstieg der Euroraum-Inflationsrate bestätigt
  • Euroraum-Industrieproduktion übertrifft Vorkrisenstand
  • Weiterer Anstieg bei den Baugenehmigungen

Leichter Rückgang des Infektionsgeschehens in Deutschland

Die 7-Tage-Inzidenz deutet auf einen leichten Rückgang des Infektionsgeschehens in Deutschland hin. Diese verringerte sich in der vergangenen Woche auf rund 75 Fälle je 100.000 Einwohner, nach einem Wert von 84 am Freitag der Vorwoche. Der Anstieg der Zahl der Erwachsenen in intensivmedizinischer Behandlung schwächte sich ebenfalls weiter ab. Zuletzt stagnierte deren Zahl sogar in etwa nur noch. Auch die Zahl der verabreichten Impfdosen veränderte sich in der vergangenen Woche kaum.

Aktienpreise zum Wochenausklang deutlich im Minus

Nach leichten Kursgewinnen zum Wochenauftakt schlossen die Aktienmärkte am Freitag deutlich im Minus. Zu Wochenbeginn wirkte der in der Vorwoche gefasste Beschluss der Europäischen Zentralbank nach, an der expansiven Ausrichtung der Geldpolitik vorerst festhalten zu wollen. Von der mit Spannung erwarteten US-Inflation am Dienstag gingen kaum Impulse aus. Im August fiel der Anstieg der Verbraucherpreise mit 5,3 % nur leicht geringer aus als im Juli (+5,4 %). Maßgeblicher Treiber des deutlichen Preisauftriebs bleiben die Energiepreise, welche im August 25,0 % über dem Vorjahreswert lagen. Allerdings war auch der um die Preise von Nahrungsmitteln und Energieträgern bereinigte Anstieg der Kerninflation mit 4,0 % kräftig. In der zweiten Wochenhälfte rutschten die Aktienmärkte deutlich ins Minus. Zum einen warteten die Anleger gebannt auf die Sitzung der Fed in dieser Woche. Positive Konjunkturdaten lassen eine Straffung der Geldpolitik durch die Fed nun wahrscheinlicher erscheinen. Im August sind die Einzelhandelsumsätze überraschend kräftig gestiegen. Auch die Industrieproduktion wurde im vergangenen Monat weiter ausgeweitet. Zudem belasteten schwache Vorgaben aus Asien die Börsen in der zweiten Wochenhälfte. In China verunsicherte die unklare Situation Evergrandes, des zweitgrößten Immobilienentwicklers Chinas, die Marktteilnehmer. Zum Wochenende spitzte sich die Situation zu. Am Freitag führte die chinesische Zentralbank den Märkten außerplanmäßig zusätzliche Liquidität zu, um Liquiditätsengpässen von Banken entgegenzuwirken. Insbesondere Banken mit hohen Forderungen gegenüber Evergrande waren zuvor unter Druck geraten. Insgesamt schloss der DAX zum Wochenultimo mit 15.490 Punkten 0,8 % schwächer als in der Vorwoche. Auch deutsche Nebenwerte verzeichneten in der vergangenen Woche Kursrückgänge. In Europa verlor der STOXX EUROPE 600 rund 1,0 % an Wert. In den USA ging der S&P 500 Index um 0,6 % zurück.

Kapitalmarktzinsen vor US-Zinsentscheid leicht im Plus

Die Kapitalmarktzinsen haben im Vorfeld der Fed-Sitzung leicht angezogen. Positive Konjunkturzahlen in der vergangenen Woche lassen eine geldpolitische Straffung in den USA nun wahrscheinlicher erscheinen. Die Umlaufsrenditen von US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit zogen um 3 Basispunkte an und lagen zum Wochenultimo bei 1,37 %. Die Umlaufsrenditen deutscher Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit nahmen gar um 5 Basispunkte zu. Zum Wochenende rentierten diese Anleihen bei -0,28 %, was den höchsten Wert seit Anfang Juli darstellt.

US-Dollar wertet vor Zinsentscheid deutlich auf

Der US-Dollar hat vor dem Zinsentscheid der Fed in dieser Woche deutlich an Außenwert gegenüber dem Euro gewonnen. Zum Wochenende notierte der Euro bei 1,17 US-Dollar. Dies waren rund 0,7 % weniger als in der Vorwoche. Die wohl raschere geldpolitische Straffung in den USA im Vergleich zum Euroraum dürfte zu einem relativen Anstieg der Nachfrage nach US-Dollar beigetragen haben. Gegenüber den Währungen der 42 wichtigsten Handelspartner des Euroraums notierte der Euro zum Wochenausklang hingegen in etwa unverändert.

Unwetter belasten Rohölfördermenge im Golf von Mexiko

Die Ölpreise haben in der vergangenen Woche kräftig angezogen. In Europa kostete ein Fass der Sorte Brent zum Wochenultimo 74,6 US-Dollar. Dies waren 3,0 % mehr als zum Ende der Vorwoche. In den USA kostete ein Fass Leichtöl der Sorte WTI mit 72,1 US-Dollar 3,3 % mehr als eine Woche zuvor. Der Preisanstieg dürfte maßgeblich mit den Beeinträchtigungen im Golf von Mexiko zusammenhängen. Dort ist die Rohölförderung noch immer durch die Nachwirkungen des Hurrikan Ida beeinträchtigt. In der vergangenen Woche näherte sich Hurrikan Nicholas, dessen Beeinträchtigungen der Rohöl-Fördermenge sich jedoch wohl in engen Grenzen gehalten haben. Preistreibend dürfte allerdings der erneute Rückgang der US-Lagerbestände gewirkt haben.

Newsletter - Immer topaktuell informiert sein.

Sie möchten nichts verpassen? Dann abonnieren Sie doch einfach unsereren Newsletter.

 

mehr

Auftragsbestand setzt Höhenflug fort

Der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands hat einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, übertraf der kalender- und saisonbereinigte Bestand im Juli 2021 seinen Vormonatswert um deutliche 2,4 %. Er steigt bereits seit Juli 2020 stetig an und markiert im Juli 2021 seinen höchsten Wert seit Einführung der Statistik im Januar 2015. Die Bestände folgen damit im Wesentlichen den Neuaufträgen, die im Juli preis-, kalenderund saisonbereinigt um 3,4 % expandierten. Maßgeblich für den Anstieg der Neuaufträge waren die Auslandsaufträge, die um 8,0 % zunahmen, während die Inlandsbestellungen um 2,5 % nachgaben (siehe Abbildung). Insgesamt lassen die jüngsten Auftragsdaten für die zweite Jahreshälfte ein merkliches Produktionswachstum erwarten. Ob sich ein solches Wachstum auch einstellen wird, ist angesichts der andauernden Materialengpässe ungewiss. Nach Angaben des ifo Instituts hat sich der Materialmangel des Verarbeitenden Gewerbes im August nochmals verschärft. Demnach berichteten 69,2 % der befragten Industriefirmen über Engpässe und Probleme bei Vorprodukten und Rohstoffen. Im Juli hatte dieser Anteil noch bei 63,8 % gelegen.

Merklicher Anstieg der Euroraum-Inflationsrate bestätigt

Eurostat hat inzwischen detaillierte Angaben zur jüngsten Entwicklung der Verbraucherpreise im Euroraum vorgelegt und dabei das zentrale Ergebnis seiner Ende August veröffentlichten ersten Schätzungen bestätigt. Demnach ist die Inflationsrate des Währungsraums, basierend auf der Veränderung des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), gegenüber dem Vormonat, sichtlich von 2,2 % im Juli auf 3,0 % im August gestiegen. Die Inflationsrate liegt somit den zweiten Monat in Folge über der Zielmarke von 2 %, die von der EZB mittelfristig angestrebt wird. Zum hohen Anstieg der Verbraucherpreise trugen erneut vor allem die Energiepreise bei, die sich im August um 15,4 % verteuerten. Haupttreiber für den Anstieg der Inflationsrate von Juli auf August waren aber die Preise für Nicht-Energie- Industriegüter. Befördert durch einen verspäteten Sommerschlussverkauf in Frankreich und Italien kletterten diese um 2,6 %, nachdem sie sich zuvor um 0,7 % verteuert hatten. In naher Zukunft dürfte der Preisauftrieb auf der Verbraucherstufe hoch bleiben. Hierauf deuten nicht zuletzt die Industrie-Erzeugerpreise hin, die im Juli um kräftige 12,1 % stiegen.

Euroraum-Industrieproduktion übertrifft Vorkrisenstand

Im Juli haben die Industriebetriebe des Euroraums den pandemiebedingten Produktionseinbruch vom Frühjahr 2020 überwunden. Gemäß vorläufigen Angaben von Eurostat ist die Industrieproduktion gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,5 % gestiegen, nachdem sie im Juni (-0,1 %) im Wesentlichen noch stagniert hatte. Der Ausstoß befindet sich damit erstmals wieder leicht über dem Stand vom Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Coronakrise in Europa. Der jüngste Produktionszuwachs war innerhalb der Industrie breit angelegt. Mit Ausnahme des Energiesektors (-0,6 %) verzeichneten alle Hauptgruppen einen Anstieg. Besonders deutlich fiel das Wachstum bei den Investitionsgüterproduzenten (+2,7 %) aus, was die Hoffnung auf ein allmähliches Abebben der globalen Halbleiter-Engpässe befördert. In nahe Zukunft ist tendenziell mit einem weiteren Produktionswachstum zu rechnen. Hierauf lässt auch der Order-Indikator der EU-Kommission schließen. Der Indikator ist zuletzt zwar leicht von 14,3 Punkte im Juli auf 12,8 Punkte im August gesunken. Er befindet sich aber nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.

Weiterer Anstieg bei den Baugenehmigungen

Die Aufwärtsbewegung bei den Baugenehmigungen in Deutschland hat sich im Juli mit einem minimalen Zuwachs fortgesetzt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden in diesem Monat rund 31.300 Wohnungen genehmigt und damit etwa 100 mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Im längerfristigen, und daher für konjunkturelle Analysezwecke aussagekräftigeren, Zeitraum der Monate Januar bis Juli wurden jedoch 6,6 % mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg wird im Neubau von fast allen Gebäudearten getragen. Überdurchschnittliche Wachstumsraten waren bei den Zweifamilienhäusern (+33,8 %) und Einfamilienhäusern (+7,8 %) zu verzeichnen. Bei den Mehrfamilienhäusern (+1,9 %) und bei Wohnheimen (-6,7 %) fiel die Entwicklung schwächer aus. Insgesamt signalisieren die Baugenehmigungen, dass die Bauproduktion in der zweiten Jahreshälfte zunehmen wird. Die Produktion war bereits im Juli gestiegen, im Vormonatsvergleich preis-, kalender- und saisonbereinigt um 1,1 % (siehe Abbildung).

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR

Mein Geschäftsgirokonto. Meine Hausbank. Gestalten Sie aktiv Ihren Kontopreis.

mehr

Wir finanzieren Ihre Lieferantenrechnung innerhalb von 48 Stunden.  

mehr