Konjunktur: Arbeitsmarkt zeigt sich noch immer robust

06.11.2019
 

 

Die schwächere konjunkturelle Gangart hinterlässt am deutschen Arbeitsmarkt leichte Spuren. Insgesamt präsentiert sich der Arbeitsmarkt aber nach wie vor in einer robusten Verfassung.

Die schwächere konjunkturelle Gangart hinter-lässt am deutschen Arbeitsmarkt leichte Spuren. Insgesamt präsentiert sich der Arbeitsmarkt aber nach wie vor in einer robusten Verfassung. Nach jüngsten Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Arbeitslosenzahl im Zuge der üblichen Herbstbelebung von September auf Oktober um 30.000 auf 2,204 Mio. Menschen gesunken. In saisonbereinigter Rechnung war jedoch ein leichter Anstieg um 6.000 Personen zu verzeichnen, der allein auf die konjunkturelle Eintrübung zurückzuführen ist. Die saisonbereinigte Arbeitslosen-quote verharrte auf ihrem niedrigen Vormonatsstand von 5,0 %. Der Beschäftigungsaufbau setzte sich weiter fort, allerdings mit vermindertem Tempo. Die Erwerbstätigenzahl ist nach jüngsten Schätzungen des Statistischen Bundes-amtes im September gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 10.000 gestiegen. Zuvor, im August, hatte sie noch um 17.000 zugelegt. Der Anstieg basiert weiterhin überwiegend auf einer Ausweitung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die Beschäftigtenzahl nahm gemäß der aktuellen BA-Hochrechnung im August saisonbereinigt um 27.000 zu. In den nächsten Monaten ist mit einer Fortsetzung des Stellenaufbaus zu rechnen. Hierauf lässt zumindest die noch immer hohe Anzahl offener Stellen schließen. Bei der BA waren im Oktober 764.000 Arbeitsstellen gemeldet.

Inflationsrate schwächt sich weiter ab

In Deutschland dürfte der Preisauftrieb auf der Verbraucherstufe jüngst weiter nachgelassen haben. Wie das Statistische Bundesamt anhand vor-läufiger Berechnungen mitteilte, lag der Verbraucherpreisindex (VPI) im Oktober lediglich um 1,1 % über seinem entsprechenden Vorjahresmonatswert. Zuvor, im August und September, betrug die Inflationsrate noch 1,4 % bzw. 1,2 %. Der Rückgang der Inflationsrate war breit angelegt. Maßgeblich hierfür waren erneut vor allem die Energiepreise, die sich im Zuge niedrigerer Rohöl-preisnotierungen im Oktober (-2,1 %) stärker verbilligten als im September (-1,1 %). Zur rückläufigen Gesamtrate trugen aber auch die Preise für Nahrungsmittel (+1,1 %) und Dienstleistungen (+1,7 %) bei, deren Anstiege minimal geringer ausfielen als zuvor (+1,3 % bzw. +1,8 %). Endgültige Angaben zur jüngsten Entwicklung der Verbraucherpreise wird das Statistische Bundesamt voraussichtlich am 13. November veröffentlichen.

Auch im Euroraum geringerer Preisanstieg

Analog zur Entwicklung in Deutschland hat der Preisauftrieb im Euroraum als Ganzes gleichfalls nachgelassen. Nach vorläufigen Angaben von Eurostat ist die Inflationsrate des Währungsraums, basierend auf dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), von 0,8 % im September auf 0,7 % im Oktober gesunken. Hauptgrund für den Rückgang der Inflationsrate waren wie in Deutschland die Energiepreise, welche im Oktober um deutliche 3,2 % fielen, nachdem sie sich im Vormonat um 1,8 % verbilligt hatten. Demgegenüber blieb der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln unverändert bei 1,6 %. Die Dienstleistungspreise sind leicht beschleunigt gestiegen (+1,6 % nach +1,5 % im September). In naher Zukunft dürfte die Preisdynamik moderat bleiben. Es ist zwar da-von auszugehen, dass von Seiten der Löhne der Preisdruck steigen wird, im Zuge der voranschreitenden Arbeitsmarkt-Entspannung. Dem steht je-doch eine schwache Entwicklung der Industrie-Erzeugerpreise gegenüber. Die Erzeugerpreise waren zuletzt, im August, angesichts der rückläufigen Energiepreise um 0,8 % gesunken.

Unverändertes BIP-Wachstum im Euroraum

Trotz der schwierigen globalen Rahmenbedingungen mit den Handelskonflikten und den fortbestehenden Unklarheiten über den Brexit hält das leichte Wirtschaftswachstum im Euroraum an. Gemäß der vorläufigen Schnellschätzung von Eurostat expandierte das preis-, kalender- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Währungsraums im 3. Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,2 %. Im 2. Quartal hatte das BIP ebenfalls um 0,2 % zugelegt. Konjunkturindikatoren, wie der Wirtschaftsklimaindex der EU-Kommission, hatten zuvor bereits auf eine Fortsetzung des gesamtwirtschaftlichen Wachstums im Sommerquartal gedeutet. Der, auf einer monatlichen Umfrage unter Unternehmen und Verbrauchern beruhende, Index war im 3. Quartal zwar weiter gesunken. Er befand sich aber nach wie vor über seinem langjährigen Mittelwert. Erste Angaben zur jüngsten BIP-Entwicklung in allen Euroraum-Mitgliedsländern wird Eurostat voraus-sichtlich am 14. November publizieren. Die erste Veröffentlichung von amtlichen Daten zum Ver-lauf der BIP-Verwendungskomponenten (Konsum, Investitionen und Außenhandel) im 3. Quartal ist für den 5. Dezember geplant.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR