Finanzmärkte: Bundesanleihen wieder stärker gefragt

24.02.2020

Im Fokus der Finanzmärkte standen in der zurückliegenden Woche neben den Nachrichten über den Fortgang und die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auch einige Konjunkturdaten.

Im Fokus der Finanzmärkte standen in der zurückliegenden Woche neben den Nachrichten über den Fortgang und die Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie auch einige Konjunkturdaten. Nach amtlichen Angaben war die Zahl der Virus-Neuinfektionen in China zwischenzeitlich zwar zurückgegangen. Allerdings stellten die chinesischen Behörden die Zählweise erneut um, was das Vertrauen in die Angaben eher verminderte als erhöhte. Eher zuversichtlich stimmte aber die Nachricht, dass die Virus-Epidemie nach Einschätzung die chinesische Notenbank nur im geringen Umfang auf die Konjunktur durchschlagen wird. Zudem ergriff die Notenbank weitere geldpolitische Maßnahmen, um die chinesische Wirtschaft zu stützen.

Die Konjunkturdaten fielen uneinheitlich aus. In den USA nährte die auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegene Zahl der Eigenheim-Baugenehmigungen das Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität des Landes. Allerdings belastete der Rückgang des Markit-Composite-Einkaufsmanagerindex. Der Index sank nach vorläufigen Angaben von 53,3 Punkten im Januar auf 49,6 Punkte und damit erheblich stärker als von Fachleuten erwartet. Der Markit-Composite Einkaufsmanagerindex für den Euroraum legte hingegen im Februar leicht zu, um 0,3 auf 51,6 Punkte. In Deutschland sind die ZEW-Konjunkturerwartungen im Zuge der Coronavirus-Sorgen merklich gesunken, um 18,0 auf 8,7 Punkte.

Vor dem Hintergrund insgesamt zunehmender Virus- und Konjunktursorgen waren auf Wochensicht die als sicher geltenden Staatsanleihen der USA und Deutschlands wieder stärker gefragt. Die Rendite von Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit lag am Freitag, dem 21. Februar, bei rund -0,43 %. Im Wochenvergleich gab sie damit um 3 Basispunkte nach. Bei US-Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren fiel der Renditerückgang etwas stärker aus. Deren Rendite sank binnen Wochenfrist um knapp 12 Basispunkte auf 1,47 %.

Steigende Rohölpreise

Der Preis für Brent-Rohöl stieg im Wochenvergleich um 0,96 auf 58,23 Dollar, WTI-Rohöl verteuerte sich um 1,33 auf 53,36 Dollar. Ein Grund hierfür waren die kriegerischen Auseinandersetzungen in Libyen, die zu Lieferausfällen führten.

Eurokurs auf Wochensicht unverändert

Zu Beginn der vergangenen Woche fiel der Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar zunächst auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Grund hierfür war weniger eine Schwäche der Gemeinschaftswährung, sondern vielmehr die Stärke des US-Dollars, die sich unter anderem aus den gestiegenen Eigenheim-Baugenehmigungen speiste. Zum Ende der Woche setzte aber nach der Veröffentlichung der unerwartet schwach ausgefallenen US-Einkaufsmanagerdaten eine Gegenbewegung ein. Der Eurokurs lag am Freitag, dem 21. Februar, bei gut 1,08 US-Dollar und blieb damit gegenüber dem Vorwochenultimo unverändert.

Konsolidierung an den Aktienmärkten

Ausgehend von einem hohen Niveau haben sich die Aktienmärkte gegen Ende der zurückliegenden Woche konsolidiert. Grund hierfür waren nicht zuletzt verunsichernde Unternehmensnachrichten über die Folgen der Coronavirus-Epidemie. So berichtete beispielsweise der iPhone Hersteller Apple, die Auswirkungen der Epidemie unmittelbar durch Einschränkungen in der Produktion und bei der Nachfrage zu spüren. Das Unternehmen strich wegen der Viruskrise ersatzlos seine bisherige Umsatzprognose. Auch die britische Großbank HSBC dämpfte die Investorenstimmung, als sie vor Kreditausfällen im Asiengeschäft warnte. Der Deutsche Aktienleitindex DAX gab auf Wochensicht um 1,2 % auf 13.579 Punkte nach. Der Dow Jones schloss zum Ende der Handelswoche bei 28.992 Zählern, 1,4 % unter dem Ultimostand der Vorwoche.

In der heute beginnenden Börsenwoche dürften erneut Nachrichten rund um das Coronavirus ein zentrales Thema an den Finanzmärkten sein. Sorgenvoll stimmt die Nachricht, dass am Wochenende im Norden Italiens ein Dutzend Ortschaften abgeriegelt wurden, wegen eines sprunghaften Anstieges von Virus-Infektionen. Mit Spannung werden die Marktteilnehmer zudem auf das heute Morgen zur Veröffentlichung anstehende ifo Geschäftsklima für Deutschland sehen. Der Konjunkturindikator dürfte angesichts zunehmender Virus-Sorgen im Februar den zweiten Monat in Folge zurückgegangen sein.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR