COVID-19-Impfstoff kurz vor Zulassung

16.11.2020

Am Montag, dem 9. November, gaben die Pharmakonzerne Pfizer Inc. und BioNTech SE bekannt, dass der von ihnen entwickelte COVID-19-Impfstoffkandidat in Zwischenanalysen klinischer Tests vielversprechende Ergebnisse erzielte.

So werde eine COVID-19-Infektion mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 90 % verhindert. Schwere Nebenwirkungen seien bisher nicht aufgetreten. Eine zeitnahe Zulassung des Impfstoffs in den USA und der Europäischen Union (EU) soll zwar möglich sein. Allerdings dürften beschränkte Produktionskapazitäten einer zeitnahen Durchimpfung der Bevölkerung entgegenstehen. So hat sich die EU das Recht auf den Erwerb von 300 Mio. Impfdosen gesichert. Da eine Immunisierung zwei Impfungen erfordert, könnten damit 150 Mio. Personen gegen COVID-19 geimpft werden.

Allerdings impliziert die in den Tests beobachtete hohe Wirksamkeit des Impfstoffes auch, dass impfen ein wirksames Mittel im Kampf gegen die Coronaviruspandemie sein dürfte. Dies wurde bisher zwar angenommen, war allerdings keineswegs gesichert. Daher ist davon auszugehen, dass auch andere Hersteller zeitnah wirksame Impfstoffpräparate präsentieren werden.

Indikatoren deuten auf eine leichte konjunkturelle Abschwächung in den USA hin

Zwar deuten die positiven Nachrichten zu einem möglichen COVID-19-Impfstoff auf eine Aufhellung der Konjunktur hin. Allerdings hat sich das Verbrauchervertrauen nach Angaben der Universität von Michigan im November leicht abgeschwächt. Insbesondere die Erwartungskomponente nahm im Vormonatsvergleich ab. Für die aktuelle Situation ist das Verbrauchervertrauen hingegen praktisch unverändert.

Auch die Verbraucherpreise deuten auf eine aktuell leicht schwächere konjunkturelle Entwicklung hin. Diese veränderten sich im Oktober nicht. Die Inflation schwächte sich leicht auf 1,2 % ab.

Hoffnung auf Impfstoff beflügelt Finanzmärkte

Die Aktienkurse haben nach der Pressemitteilung zu dem vielversprechenden Impfstoffkandidaten insbesondere am Montag deutlich angezogen. Dies dürfte wesentlich mit der Hoffnung auf eine baldige Abschaffung von Kontaktbeschränkungen und damit auf eine Rückkehr zur Normalität verbunden sein. Der DAX legte im Vergleich zumVorwochenultimo um knapp 5 % zu und schloss am Freitag nahe des Drei-Monats-Höchststands. Insbesondere Unternehmen in stark von der Krise betroffenen Branchen, wie dem Tourismus und der Luftfahrt, aber auch der Automobilindustrie, legten in der vergangenen Woche deutlich zu. Profiteure des aufgrund der Pandemie veränderten Lebenswandels verzeichneten hingegen Kursverluste.

Steigende Staatsanleihezinsen deuten auf raschere konjunkturelle Erholung hin

Die Zinsen auf Staatsanleihen haben in der vergangenen Woche angezogen. Die gestiegene Wahrscheinlichkeit eines zeitnah verfügbaren wirksamen Impfstoffs und die damit verbundene Aufhellung der konjunkturellen Perspektive dürften hierzu maßgeblich beigetragen haben. Die Umlaufsrendite für deutsche Staatsanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit stieg zwischenzeitlich um 13 Basispunkte und lag zum Handelsschluss am Freitag bei -0,55 %. In den USA legten die Umlaufsrenditen noch etwas stärker zu. Dort rentierten zehnjährige Staatsanleihen zum Wochenende 0,89 %.

Einhergehend mit der verbesserten Konjunkturperspektive gingen in der vergangenen Woche die Risikoaufschläge deutlich zurück. Insbesondere für Unternehmensanleihen mittlerer Bonität (BBB) haben sich die Zinsaufschläge gegenüber Staatsanleihen reduziert. In Europa sank der Aufschlag für Anleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit im Vergleich zum Vorwochenultimo um 15 Basispunkte; in den USA reduzierte sich der Zinsaufschlag um 11 Basispunkte.

Wechselkurs

Der Euro hat in der vergangenen Woche leicht an Außenwert verloren. Zwar hat sich der Wert gegenüber dem US-Dollar in der vergangenen Woche kaum verändert. Zum Wochenende notierte der Euro bei rund 1,18 US-Dollar. Gegenüber den 42 wichtigsten Handelspartnern verlor der Euro hingegen etwa 0,7 % an Wert.

Ölpreis

Vor dem Hintergrund der aufgehellten Konjunkturperspektiven haben die Rohölpreise in der vergangenen Woche nochmals spürbar angezogen. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich bis Freitag um 3,4 % auf 41,5 US-Dollar je Barrel. Rohöl der Sorte WTI verteuerte sich in den USA um 3,0 %.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR