COVID-19-Sorgen wieder ganz oben auf der Agenda

28.09.2020

Nachdem die COVID-19-Problematik in den vergangenen Wochen vermehrt in den Hintergrund geraten war, rückte sie in der abgelaufenen Woche auf den globalen Finanzmärkten wieder massiv in den Blickpunkt der Anleger. Bereits der Einbruch der Aktienkurse am Montag setzte den Trend für die gesamtwöchentlich eingetrübte Stimmung.

So setzten den Anlegern insbesondere die neuen Höchststände an Neuinfektionen in Spanien und Frankreich wie auch die erhöhte Zahl der deklarierten Risikogebiete in Europa zu. Auch in Deutschland werden wieder erhöhte Infektionszahlen gemeldet, sodass intensiviert über angepasste einschränkende Maßnahmen diskutiert wird. Zudem belastete eine Recherche zu gravierenden Mängeln bei der internationalen Geldwäschebekämpfung die Bankaktien.

Ferner beschäftigte die Unsicherheit über die anstehende US-Wahl sowie die Hängepartie über die Einigung des neuen US-Konjunkturpakets die globalen Aktienmärkte. So schwindet im Disput zwischen Demokraten und Republikanern allmählich die Hoffnung auf eine schnelle Einigung. Auch die warnenden Worte von Fed-Chef Jerome Powell über die Notwendigkeit neuer Hilfsmaßnahmen für die privaten Haushalte war kein Stimmungsaufheller. Da Meldungen aus den USA eine gewisse Zugkraft besitzen, belastete diese Meldung auch die weltweiten Finanzmärkte.

Überraschend hingegen hat die türkische Zentralbank ihren Leitzins um 2 % erhöht. So beträgt der Leitzinssatz statt 8,25 % nun 10,25 %. Die Lira hatte in den vergangenen Wochen stark an Wert verloren und die Devisenreserven der Notenbank sind erschöpft.

Konjunkturell wurde auf den Finanzmärkten in der vergangenen Woche mit Interesse der neue ifo Geschäftsklimaindex verfolgt. So wurde zum fünften Mal in Folge eine Aufhellung der Stimmung verzeichnet, wenn auch deutlich langsamer als erwartet. So stieg der Index auf 93,4 Punkte (vgl. Ausführungen auf Seite 4). Ursprünglich war von Fachleuten im Durchschnitt mit einem Anstieg auf 93,8 Punkte gerechnet worden Die Aktienmärkte reagierten auf den Anstieg allerdings kaum, die Verbesserung war in die entsprechenden Indizes schon im Vorfeld eingepreist.   

Ölhandel nervös

Der Ölmarkt hat in der abgelaufenen Woche ein auf und ab der Preise erlebt. Die weitere Entwicklung der COVID-19-Fallzahlen ist schon seit längerem das vorherrschende Thema. Die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie dämpfen die Ölnachfrage unmittelbar und vergleichsweise stark. Unter Druck geraten war der Ölpreis aber auch, weil im Rahmen des libyschen Bürgerkriegs die Ölblockade aufgehoben worden ist, was das Ölangebot erhöht. Ferner führte die fehlende Einigung über weitere staatliche Finanzhilfen in den USA zu Preisdruck. Im Vergleich zur Woche verlor das Brent-Öl 1,2 Cent auf knapp 42,0 Dollar, der Preis für WTI-Öl gab um 1 Cent auf rund 40,1 Dollar nach.

Bundesanleihen als sicherer Hafen gefragt

Die angespannte Lage befeuerte die Nachfrage nach deutschen Bundesanleihen in der vergangenen Woche als sicherem Hafen für Anleger. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel Anfang der Woche auf -0,53 %, den niedrigsten Stand seit Anfang August, und erholte sich im weiteren Wochenverlauf nur leicht. Am Freitag lag sie bei - 0,525 % was einem Rückgang von 4 Basispunkten im Vergleich zum Vorwochenultimo entspricht. zehnjährige-US-Treasuries hingegen rentierten auf 0,659 %, was ebenfalls einem Verlust von 4 Basispunkten entspricht.

Euro als Krisenwährung nicht gefragt

Bedingt durch die ansteigenden COVID-19-Fallzahlen in Europa ist der Euro auf dem Devisenmarkt in der vergangenen Woche erneut verstärkt unter Druck geraten. Vor allem die aktuell stark ansteigenden Neuinfektionen in Frankreich und Spanien ließen den Euro bis zum Freitagnachmittag auf den tiefsten Stand seit Ende Juli fallen. Der Dollar, welcher in Krisenzeiten als Weltreservewährung gefragt ist, konnte von der unsicheren Lage hingegen profitieren. So notierte das Austauschverhältnis am Freitagnachmittag auf 1,16, gut 2 Cent unter dem Vorwochenultimo.

Kleiner Crash am Aktienmarkt

Den Kurseinbruch am Montag von fast 600 Punkten (-4,4 %) beschäftigte den Deutschen Leitindex DAX die gesamte abgelaufene Woche. So schloss der DAX am Freitag bei 12.469 Punkten, was einem Verlust von 4,9 % im Vergleich zur Vorwoche gleichkommt. Auch der Dow Jones musste in der vergangenen Woche herbe Verluste hinnehmen. So beendete der Dow Jones am Freitagnachmittag auf 27.173 Punkten den Handel, 1,7 % im Minus.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR