Konjunktur: Etwas mehr Unternehmensinsolvenzen

28.11.2019
 

 

Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland nahm im August erneut leicht zu.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden von den Amtsgerichten 1.626 Insolvenzfälle erfasst, 0,6 % mehr als im August 2018. Im Juli war die Zahl der Firmenpleite gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat um 0,2 % gestiegen. Über den längerfristigen Zeitraum der Monate Januar bis August ist die Insolvenzzahl jedoch noch immer rückläufig (-2,7 %). Das Statistische Bundesamt geht auf Basis der bisherigen Entwicklung davon aus, dass im gesamten Jahr 2019 rund 19.300 Unternehmensinsolvenzen registriert werden und ihre Anzahl somit im Vorjahresvergleich konstant bliebe. Nach jüngsten modellbasierten Schätzungen des BVR dürfte es 2019 aber zu einem Rückgang der Fallzahl um rund 2 % auf knapp 18.900 kommen. Den Modellschätzungen zufolge geht vom aktuellen konjunkturellen Umfeld zwar ein leichter Gegenwind aus. Dem dürfte jedoch eine weiterhin grundsolide betriebswirtschaftliche Verfassung vieler Unternehmen gegenüberstehen, mit hohen Eigenkapitalpuffern. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen gab im August um 8,3 % auf 5.239 Fälle nach.

Erwerbstätigenzahl erreicht neuen Höchststand

Im Zuge der einsetzenden Herbstbelebung ist die Anzahl der Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland im 3. Quartal auf den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung gestiegen. Gemäß vorläufigen amtlichen Berechnungen legte sie gegenüber dem Vorjahresquartal um 356.000 auf 45,4 Mill. Menschen zu, was einer Zuwachsrate von 0,8 % entspricht. Der Zuwachs hat sich damit allerdings gegenüber dem Vorquartal weiter abgeschwächt. Im 1. und 2. Quartal stieg die Erwerbstätigenzahl noch um 1,1 % bzw. 1,0 %. Grund für das Wachstum der Erwerbstätigenzahl ist die anhaltend steigende Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Die Anzahl der Beschäftigten mit ausschließlich marginalen Tätigkeiten sowie die Anzahl der Selbständigen ist weiterhin rückläufig. Differenziert nach Wirtschaftszweigen sind die Dienstleister nach wie vor die wichtigste Wachstumsstütze. Die größten absoluten Beschäftigungsgewinne wurden zuletzt in den Bereichen Öffentliche Dienstleister, Erziehung, Gesundheit (+201.000) sowie Handel, Verkehr und Gastgewerbe (+54.000) verzeichnet. Bei den Unternehmensdienstleistern (-38.000) kam es angesichts der andauernden Industrierezession jedoch zu einem weiteren Beschäftigungsabbau.

Weiter sinkende Erzeugerpreise

Die Abwärtsbewegung bei den Erzeugerpreisen gewerblicher Produkte hält in Deutschland an. Der amtliche Erzeugerpreisindex lag im Oktober um 0,6 % unter seinem Vorjahresmonatswert. Im September waren die Erzeugerpreise um 0,1 % gesunken. Maßgeblich für den Rückgang des Gesamtindexes waren vor allem die Energiepreise, die im Oktober um 3,1 % nachgaben. Dabei standen, im Zuge niedrigerer Rohölnotierungen, kräftig sinkenden Preisen für Erdgas (-35,5 %) und Mineralölerzeugnisse (-10,1 %) moderat steigende Strompreise (+3,4 %) gegenüber. Neben den Energiepreisen waren auch die Vorleistungsgüterpreise (-1,7 %) rückläufig. Hier verbilligten sich insbesondere metallische Sekundärrohstoffe (-23,0 %) sowie elektronische integrierte Schaltungen (-13,1 %). Die Preise für Gebrauchs- (+1,4 %) und Verbrauchsgüter (+2,3 %) verteuerten sich jedoch weiter, gegen den allgemeinen Trend. Insgesamt spricht der Verlauf der Erzeugerpreise dafür, dass die Entwicklung auf der Verbraucherstufe in naher Zukunft gedämpft bleiben wird. Der Anstieg des Verbraucherpreisindexes (VPI) hat sich jüngst von 1,2 % im September auf 1,1 % im Oktober vermindert.

Minimaler BIP-Zuwachs bestätigt

Das Statistische Bundesamt hat inzwischen das zentrale Ergebnis seiner jüngsten Schnellmeldung zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands bestätigt. Demnach legte das preis-, kalender- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 3. Quartal gegenüber dem Vorquartal geringfügig um 0,1 % zu, nachdem es im 2. Quartal um 0,2 % gesunken war. Zum minimalen BIP-Anstieg trugen vor allem die privaten (+0,4 %) und staatlichen Konsumausgaben (+0,8 %) bei, die angesichts des andauernden Beschäftigungsaufbaus und der vielfach merklich steigenden Realeinkommen sowie der stärkeren fiskalischen Impulse abermals ausgeweitet wurden. Von den Investitionen gingen hingegen gemischte Signale aus. Die Bauinvestitionen (+1,2 %) expandierten, während die Ausrüstungsinvestitionen (-2,6 %) sanken, was angesichts der hohen weltwirtschaftlichen Unsicherheiten kaum verwundert. Vom Außenhandel ging trotz der schwierigen globalen Rahmenbedingungen insgesamt ein Wachstumsimpuls aus, da die Exporte (+1,0 %) stiegen, während die Importe (+0,1 %) im Wesentlichen stagnierten.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR