Joe Biden gewinnt Präsidentschaftswahl

09.11.2020

Am Dienstag, dem 3. November 2020, haben die Vereinigten Staaten gewählt. Zur Wahl für das Präsidentenamt standen der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden.

Am Dienstag, dem 3. November 2020, haben die Vereinigten Staaten gewählt. Zur Wahl für das Präsidentenamt standen der republikanische Amtsinhaber Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden. Bereits unmittelbar nach der Wahl erklärte sich Donald Trump vorschnell zum Wahlsieger. Mit Fortschreiten der Auszählung und stärkerer Berücksichtigung von Briefwahlstimmen hat erwartungsgemäß der Stimmenanteil des demokratischen Herausforderers zugenommen. Am Samstag stand der Wahlsieg von Joe Biden fest. Donald Trump scheint seine Wahlniederlage allerdings nicht akzeptieren zu wollen. So zweifelt er, ohne konkrete Hinweise auf Unregelmäßigkeiten nennen zu können, das Wahlergebnis an. Er hat angekündigt, die Wahl juristisch anzufechten zu wollen. In einigen Bundesstaaten wurden Klagen bereits abgewiesen.

Neben dem Präsidenten wurde am 3. November auch über Sitze im Senat und im Repräsentantenhaus abgestimmt. Nach aktuellem Stand scheinen sich die Mehrheitsverhältnisse in beiden Kammern nicht zu ändern. Die republikanische Partei behält eine hauchdünne Mehrheit im Senat, die demokratische Partei verteidigt die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Eine republikanische Mehrheit im Senat dürfe jedoch die Regierungsarbeit für Joe Biden erheblich erschweren, da wichtige Gesetze die Zustimmung des Senats benötigen.

US-Konjunktur bleibt robust

Der Arbeitsmarkt in den USA blieb im Oktober robust. Saisonbereinigt wurden 638 Tsd. Neue Stellen geschaffen, nach 672 Tsd. neuen Stellen im September. Auch die am Mittwoch veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes deuteten auf eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung hin.

Geldpolitik schürt Erwartungen expansiver Maßnahmen

Am Donnerstag hat die Federal Reserve bekanntgegeben, das Ziel für die federal funds rate wie erwartet bei 0 bis 0,25 % zu belassen. Die Wertpapierkäufe sollen mindestens mit dem aktuellen Volumen fortgeführt werden. Für Dezember sind jedoch, ähnlich wie im Euroraum, weitere expansive Maßnahmen wahrscheinlich. Die Bank of England hat ihren Leitzins und das Volumen der monatlichen Wertpapierkäufe am Mittwoch bestätigt. Der Zielwert für Staatsanleihen wurde jedoch um 150 Mrd. Pfund auf 895 Mrd. Pfund angehoben. Bei Festhalten am bisherigen Zielwert hätte ein zeitnahes Ende der Wertpapierkäufe aufgrund eines Erreichens des Zielwerts gedroht.

Zinsen gehen nach US-Wahl deutlich zurück

In den USA sind die Umlaufsrenditen von Staatsanleihen spürbar zurückgegangen, insbesondere als am Mittwoch ein Wahlsieg Joe Bidens bei der Präsidentschaftswahl zunehmend wahrscheinlicher wurde. So reduzierte sich die Umlaufsrendite von Anleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit am Mittwoch um 11 Basispunkte. Ein Wahlsieg Joe Bidens ohne Mehrheit der demokratischen Partei im Senat macht ein neuerliches Konjunkturpaket von großem Umfang eher unwahrscheinlich. Dies dürfte die Federal Reserve dazu veranlassen, die Zinsen für einen längeren Zeitraum nahe an der effektiven Zinsuntergrenze zu belassen.

Die Umlaufsrenditen deutscher Staatsanleihen haben sich in der vergangenen Woche hingegen

kaum verändert. Anleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit rentierten am Freitag bei -0,62 %.

Aktienkurse erholen sich von Vorwochenverlusten

Die Aktienmärkte haben sich von den Kursverlusten der Vorwoche erholt. Der DAX legte um 8 % zu und liegt nun wieder deutlich oberhalb der Drei-Monats-Tiefstände der vergangenen Woche. Auch an den internationalen Börsen wurden spürbare Kursgewinne verzeichnet.

Außenwert des Euro steigt

Der Euro hat gegenüber dem US-Dollar in der vergangenen Woche deutlich an Wert gewonnen. Mit 1,19 US-Dollar je Euro notiert dieser etwa 2 Cent stärker als am vergangenen Freitag. Die Abwertung des US-Dollar dürfte vor allem in der Erwartung einer aufgrund des US-Wahlergebnisses expansiveren Ausrichtung der Geldpolitik begründet sein.

Ölpreise ziehen deutlich an

Die Rohölpreise haben in der vergangenen Woche spürbar angezogen. Die Nordseesorte Brent notierte am Freitag bei 39,56 US-Dollar je Barrel. Ein Barrel kostete damit rund 2 Dollar mehr als zum Vorwochenultimo. Dies entspricht einem Anstieg um rund 5 %. Rohöl der US-Sorte WTI verteuerte sich um knapp 4 %, notierte zum Handelsschluss am Freitag bei rund 37 US-Dollar je Barrel.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR