Moderna stellt COVID-19-Impfstoff vor

23.11.2020

Zu Beginn der vergangenen Woche veröffentlichte der US-Pharmakonzern Moderna Informationen zur Wirksamkeit des von ihm entwickelten COVID-19-Impfstoffs.

Medizinische Tests ergaben eine Wirksamkeit des Impfstoffes von 94,5 %. Dies entspricht in etwa den Werten des in der Vorwoche vorgestellten Präparates von Pfizer und BioNTech, dessen Zulassung für den amerikanischen Markt am Freitag beantragt wurde.

Wie erhofft, präsentierte damit ein weiterer Hersteller einen wirksamen Impfstoff gegen SARSCoV- 2. Hierdurch dürfte sich die zeitnahe Verfügbarkeit von Impfdosen deutlich erhöhen. Auch seien die Anforderungen des Moderna-Präparats an die Kühlkette wenig restriktiv, was die Logistik für massenhafte Impfungen erheblich erleichtern dürfte.

Trotz der in den vergangenen Wochen positiven

Nachrichten bezüglich eines COVID-19-Impfstoffes waren die veröffentlichten Indikatoren zur US-Konjunktur heterogen und deuten eher auf ein nachlassendes Tempo der konjunkturellen Erholung im Schlussquartal hin. So stieg die Industrieproduktion im Oktober mit 1,1 % zwar wieder.

Auch die Bauaktivität am Wohnungsmarkt hat im vergangenen Monat erneut zugenommen und nährt sich allmählich dem Vorkrisenniveau. Allerdings blieb die Zahl der neu erteilten Baugenehmigungen im Oktober nur unverändert. Die Einzelhandelsumsätze expandierten im Oktober um lediglich 0,3 %, was den geringsten Anstieg seit Beginn der konjunkturellen Erholung im Mai darstellt.

Kursphantasie bleibt trotz positiver Nachrichten aus der Impfstoffforschung aus

Die Aktienmärkte schlossen am Freitag in etwa auf dem Niveau des Vorwochenultimos. Der DAX konnte zum Wochenbeginn zwar vor dem Hintergrund der positiven Nachrichten bezüglich des COVID-19-Impfstoffes leicht zulegen. Er verlor diese Gewinne zum Wochenausklang jedoch größtenteils wieder. In den USA schloss der Dow Jones Index am Freitag sogar leicht unter dem Vorwochenniveau.

Geldpolitik bekräftig Absicht zur Lockerung der Geldpolitik im Dezember

Die langfristigen Zinsen haben sich in der vergangenen Woche kaum verändert. Die Umlaufsrenditen deutscher Staatsanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit gaben leicht nach. Diese rentierten zum Wochenschluss -0,58 %, damit 4 Basispunkte weniger als in der Vorwoche. Der Rückgang der langfristigen Zinsen könnte in der Erwartung weiterer expansiver geldpolitischer Maßnahmen begründet liegen. So bekräftigten Mitglieder des EZB-Rates in der vergangenen Woche, dass für die Sitzung im Dezember eine Lockerung der geldpolitischen Ausrichtung erwartet werden sollte. Die für die Konjunktur positiven Nachrichten bezüglich eines Coronavirusimpfstoffes der vergangenen Wochen hätten hierauf keinen Einfluss. Auch in den USA haben die Umlaufsrenditen zehnjähriger Staatsanleihen leicht nachgegeben. Dort lassen steigende COVID-19-Infektionszahlen und eine abflauende Konjunktur zusätzliche geldpolitischen Maßnahmen für Dezember erwarten.

Außenwert des Euro kaum verändert

Der Außenwert des Euro veränderte sich in der vergangenen Woche nur wenig. Gegenüber dem US-Dollar notierte der Euro zum Wochenschluss praktisch unverändert bei 1,19 US-Dollar je Euro. Im Vergleich zu den 42 wichtigsten Handelspartner verlor der Euro hingegen leicht an Wert, etwa 0,14 %. Zu der nach Bezugsgröße unterschiedliche Entwicklung des Außenwerts des Euro dürfte die deutliche Aufwertung der türkischen Lira beigetragen haben. Diese wertete in der vergangenen Woche um etwa 1,4 % gegenüber dem Euro auf, nach rund 10 % in der vorangegangenen Woche. Finanzmarktakteure scheinen den Wechsel an der Spitze der türkischen Zentralbank als glaubhaftes Signal für einen stärkeren Fokus auf die Inflationsbekämpfung wahrzunehmen. So reagierte die Zentralbank in dieser Woche mit einer Erhöhung des maßgeblichen Leitzinses um 4,75 % auf 15 % auf die seit einem Jahr zweistellige Inflationsrate.

Ölpreise ziehen weiter an

Die Ölpreise haben in der vergangenen Woche erneut deutlich angezogen. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich um 5,2 % auf 42,0 US-Dollar. Rohöl der Sorte WTI notierte zum Börsenschluss am Freitag bei 43,8 US-Dollar, etwa 5,5 % höher als zum Vorwochenultimo. Die in den vergangenen Wochen gestiegenen Ölpreise dürften einerseits in Zusammenhang mit den vorgestellten COVID-19-Impfstoffen und der damit verbundenen Hoffnung auf eine baldige Normalauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten stehen. Des Weiteren dürfte die zunehmende Unsicherheit bezüglich der von der OPEC plus beschlossenen Ausweitung der Fördermenge zum 1. Januar die Rohölpreisnotierungen treiben.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR