Optimismus an den Finanzmärkten

10.08.2020

In der vergangenen Woche herrschte an den Finanzmärkten Optimismus und damit verbunden eine risk-on Stimmung.

Robuste Einkaufsmanagerindizes aus China, den USA und Europa signalisierten bereits zu Beginn der Woche eine deutliche wirtschaftliche Erholung des Wachstums in diesen Ländern im dritten Quartal – wenngleich keine V-Entwicklung. Neben dem positiven Grundton der ökonomischen Rahmendaten stellen weiterhin die sehr expansive Geld- und auch die Fiskalpolitik die Grundlage für die anhaltende Aktienhausse dar. Dies ist auch die Erklärung, warum Anlageklassen für sicherheitsorientierte Anleger, wie Gold oder Bundesanleihen, entgegen früherer Gesetzmäßigkeiten kaum unter Druck geraten oder gar weiterhin im Wert steigen. Die Jagd nach Rendite hat sich im Zuge der Corona- Pandemie weiter verstärkt, da nunmehr alle großen Notenbanken – auch die Fed – die Leitzinsen auf 0% gesenkt haben. Die Entwicklung der Pandemie ist es auch, welche den Marktteilnehmern Sorgen bereiten. Die weiterhin konstant steigenden Zahlen von Infizierten in den USA und die wieder anziehenden Zahlen aus Europa erzeugen Sorgen vor einem erneuten Lockdown. Auch wenn nicht mehr mit landesweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu rechnen ist, bleibt doch die Sorge vor deutlichen Auswirkungen auf die Wirtschaft und letztlich auch die Belastbarkeit der Staatshaushalte. Entsprechend genau wird daher auch die Diskussion in den USA über eine Fortsetzung der Corona-Hilfen zwischen Republikanern und Demokraten verfolgt. Die Hoffnung auf eine Einigung für ein großzügiges Paket schwanden vor dem Wochenende. Beide Parteien sind scheinbar in ihren Vorstellungen etwa 1 Billionen US-Dollar voneinander entfernt. Ein zu kleines Programm würde die wirtschaftliche Entwicklung behindern, ein zu großes den Staatshaushalt sehr stark belasten. Möglicherweise wirkt der sich erholende Arbeitsmarkt auf die Verhandlungspartner ein. In den USA wurden im Juli rund 1,7 Mio. neue Jobs geschaffen. Aus Sicht der Republikaner evtl. zu viele für ein üppiges neues Konjunkturpaket. Bei allen Diskussionen bleibt jedoch das Damoklesschwert des weiteren Pandemieverlaufes über den Köpfen der Kongressmitglieder. Auch am Kapitalmarkt sollte die Frage im Raum stehen, was ein riesiges Konjunkturpaket bringe sollte, wenn gleichzeitig die Pandemie nicht wirksam eingedämmt wird.

Gold über 2000 Dollar - Öl vor Rückschlag?

Gold hat ein neues Allzeithoch erreicht und übersteigt den Kurs von 2000 US-Dollar pro Feinunze. Das Edelmetall profitierte dabei von einem schwachen Dollar sowie der ultraexpansiven Geldpolitik, nicht zuletzt aber auch vom Ruf als sicheres Anlagegut. Hinzu kommt die schwelende Sorge um die weltweiten, aber insbesondere auch der US-Staatsschulden sowie die aktuelle Blockade im politischen Washington. Sollten – beispielsweise durch Verlust der AAA-Bonität – USStaatsanleihen als sicherer Hafen an Bedeutung verlieren, bietet Gold für einige Anleger vorab eine begrüßenswerte Alternative. Inwiefern das nachhaltig ist, wird sich spätestens nach der Pandemie zeigen.

Unterdessen deutet sich für die Ölpreise ein Preisrückgang an. Zwar setzt sich die konjunkturelle Erholung weiter fort, wohl aber nicht in dem Maße eine Überversorgung des Marktes zu vermeiden. Zudem drohen durch die weiterhin stark steigenden Infektionszahlen insbesondere auf dem amerikanischen Kontinent weitere Einschränkungen. Auch wenn diese nicht staatlichen Ursprungs sein sollten, werden die Verbraucher aus Angst vor dem Virus ihr Verhalten anpassen und weniger konsumieren. Brent notierte am Freitag bei 44,70 WTI bei 41,61 US-Dollar pro Barrel.

US-Dollar weiter schwach

Der US-Dollar hat im Zuge der letzten beiden Wochen weiter abgeben müssen. Etwaige Erwartungen an eine frühere Wende der Geldpolitik in den USA wurden durch die Fed selbst, aber auch die Entwicklung der Pandemie begraben. Zwar konnte der besser als erwartete Arbeitsmarktbericht am Freitag dem Dollar etwas Schwung geben, dies sollte aber nicht nachhaltig der Fall sein. Für einen Euro mussten am Freitag etwa 1,18 USDollar gezahlt werden.

Bundesanleihen nur leicht verändert

Bundesanleihen mit zehnjähriger Restlaufzeit notierten in der vergangenen Woche kaum verändert. Die Rendite stieg im Wochenverlauf leicht um etwa 2 Basispunkte auf -0,50 %.

Dax rund 3 % im Plus

Die positive Grundstimmung an den Märkten konnte der Dax in einen Wochenanstieg von rund 3 % ummünzen. Am Freitag notierte der Leitindex bei 12.675 Punkten. Der Dow Jones legt um etwa 3,8 % auf 27.433 Punkte zu.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR