Optimismuswolke am Aktienmarkt

06.07.2020

Die Anleger am Aktienmarkt nehmen mit ihrem Optimismus die Normalisierung der Konjunktur vorweg.

Der DAX konnte in der 27. Kalenderwoche erneut zulegen und befindet sich inzwischen nur noch rund 1.000 Punkte von seinem im Februar erzielten Jahreshoch von 13.879 Punkten entfernt. Im Verlauf der Woche gab insbesondere der US-Arbeitsmarktbericht mit 4,8 Mio. im Juni neu entstandenen Jobs den Kursen Auftrieb. Positiv auf die Kurse wirkten auch Meldungen über Fortschritte bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Die Turbulenzen um den Zahlungsdienstanbieter Wirecard hatten demgegenüber keinen tiefgreifenden Einfluss auf die Entwicklung des Aktienkursbarometers. Zum Ende der Woche drückten die steigenden Corona-Infektionszahlen in den USA leicht auf die Kurse. Der Deutsche Leitindex hat sich inzwischen weit von seinem Kurstief von 8.441 Punkten zu Beginn der zweiten Märzhälfte entfernt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Aktienmärkte der Konjunktur voranschreiten. Doch kann die Frage gestellt wer-den, ob und wann die Konjunktur diesen Hoffnungen auch gerecht werden kann. Insofern darf die Gefahr einer Abwärtskorrektur nicht unterschätzt werden. Die Konjunkturdaten sind insgesamt zwar aufwärtsgerichtet. Doch war der konjunkturelle Einbruch extrem scharf und tief, sodass der Weg zur Normalität lang und steinig sein dürfte, gerade auch mit Blick auf die international sehr unterschiedlichen Entwicklungen. Der DAX beendete die Woche mit 12.528 Punkten, im Vergleich zur Vorwoche entspricht dies einem Plus von 3,6 %. Der Dow Jones legte im gleichen Zeitraum um 3,2 % auf 25.827 Punkte zu.

Konjunkturdaten lassen Renditen steigen

Auf dem Anleihemarkt sind die Renditen am langen Ende leicht gestiegen. Grund für die Kursabschläge waren positive Konjunkturdaten. Neben dem positiven US-Arbeitsmarktbericht vom Donnerstag signalisierte auch das verbesserte Wirtschaftsklima im Euroraum eine spürbare Erholung der Konjunktur. Der von der EU-Kommission veröffentlichte Indikator stieg zum Vormonat um 8,2 Punkte auf 75,7 Zähler. Dies war der stärkste jemals gemessene Anstieg auf Monatssicht, der Einbruch im April war allerdings ebenfalls von historischem Ausmaß gewesen. Vor dem Hinter-grund der massiven Anleihekäufe der EZB und der Aussichten auf eine Einigung der europäischen Staats- und Regierungschefs auf ein europäisches Aufbauprogramm verringerten sich die Anleihespreads erneut auf 171 Basispunkte für italienische bzw. 89 Basispunkte für spanische Benchmark-Bonds. Italienische Bonds hatten im Mai noch mehr als 200 Basispunkte höhere Renditen als die deutschen Papiere. Am Freitag, dem 3 Juli, lag die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen mit -0,43 % um 5 Basispunkte höher als eine Woche zuvor. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen erhöhte sich um 3 Basispunkte auf 0,67 %.

Rohöl etwas teurer

Die Preisentwicklung von Rohöl stand im Wochenverlauf unter dem Eindruck der aktuellen Konjunkturdaten und der Corona-News. Auftrieb bekam der Rohölpreis insbesondere vom US-Arbeitsmarktbericht, während der Anstieg der Neu-infektionen insbesondere in den USA die Nachfrage dämpfte. Rohöl der Sorte Brent wurde am Freitag, dem 3. Juli mit 42,19 Dollar notiert, eine Woche zuvor hatte der Preis mit 41,06 Dollar noch rund einen Dollar niedriger gelegen.

Wenig Bewegung am Devisenmarkt

Die Devisenkurse sind in der vergangenen Woche weitgehend stabil geblieben. Impulse für den US-Dollar resultierten aus dem überraschend positiven US-Arbeitsmarktbericht und trieben den Euro nach unten. Gleichzeitig sorgten Meldungen über weiter steigende Corona-Neuinfektionen in den USA mit der Gefahr erneuter Lockdowns und einer tieferen Rezession für eine Gegenbewegung. In der ersten Wochenhälfte konnten ein unerwartet starker Anstieg der Umsätze im deutschen Einzelhandel und eine besser als erwartet ausgefallene Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone dem Euro keine größeren Im-pulse geben. Am Freitag, dem 3. Juli, lag der EZB-Referenzkurs bei gut 1,12 Dollar pro Euro, was einer Aufwertung des Euro im Vergleich zur Vorwoche um 0,3 % entspricht. Gegenüber dem japanischen Yen wertete der Euro leicht um 1 % auf 121,24 Yen pro Euro auf.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR