Konjunktur: Stellenaufbau hält an

04.12.2019
 

 

Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich trotz der zuletzt schwächeren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung noch immer in einer soliden Grundverfassung.

Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im November 2,180 Mio. Menschen als arbeitslos registriert. Ihre Anzahl ist damit gegenüber Oktober um 24.000 gesunken. Ein Rückgang der Arbeitslosenzahl ist im Zuge der andauernden Herbstbelebung im November allgemein üblich. Allerdings war die Arbeitslosigkeit auch in saisonbereinigter Rechnung rückläufig (-16.000), nach einem leichten Anstieg im Vormonat (+5.000). Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote blieb unverändert bei vergleichsweise niedrigen 5,0 %. In den amtlichen Angaben zur Erwerbstätigkeit und zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung setzten sich die Aufwärtstrends fort. Die Erwerbstätigenzahl ist nach jüngst Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Oktobersaisonbereinigt um 30.000 gestiegen und somit etwas stärker als im Vormonat (+13.000). Bei der Beschäftigtenzahl war nach BA-Angaben zuletzt, im September, ein Plus von 70.000 zu verzeichnen, welches ebenfalls deutlicher ausfiel als im Vormonat (+27.000). Die Arbeitskräftenachfrage ist allerdings erneut zurückgegangen. Der BA-Stelleindex BA-X sank im November um 3 Punkte auf 229 Punkte. Sein noch immer hoher Stand lässt für die nahe Zukunft aber einen weiteren Beschäftigungsaufbau erwarten.

Inflationsrate verharrt bei 1,1 %

Im November dürfte die Inflationsrate in Deutschland unverändert geblieben sein. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes ist der Verbraucherpreiseindex (VPI) im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat um 1,1 % gestiegen, nachdem er bereits im Oktober um 1,1 % zugelegt hatte. Demnach entwickelten sich die einzelnen Teilindizes jedoch uneinheitlich. Bei den Energiepreisen setzte sich der Rückgang merklich beschleunigt fort (-3,7 % nach -2,1 % im Oktober). Im Gegensatz dazu nahm der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln (+1,8 % nach +1,1 %) und Dienstleistungen (+1,8 % nach +1,7 %) moderat zu. Endgültige Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise im November plant das Statistische Bundesamt am 12. Dezember vorzulegen. Im Euroraum kletterte die Inflationsrate, basierend auf den vorläufigen Angaben zum Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), zuletzt von 0,7 % im Oktober auf 1,0 % im November.

Geschäftsklima hellt sich leicht auf

Ausgehend von einem niedrigen Niveau hat sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im November geringfügig verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist gegenüber dem Vormonat um 0,3 Punkte auf einen Stand von 95,0 Punkten gestiegen, nachdem er bereits im September und Oktober erste Stabilisierungstendenzen zeigte. Zum leichten Anstieg trugen beide Geschäftsklima- Komponenten bei: Die aktuelle Lage wurde von den befragten Unternehmen per Saldo minimal häufiger mit „gut“ bewertet und in ihren Meldungen zu den Aussichten für das nächste halbe Jahr nahm die Skepsis etwas ab. Innerhalb der Wirtschaft zeigten sich allerdings unterschiedliche Entwicklungen. Während sich das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe und im Baugewerbe verschlechterte, hat es sich im Handel und im Dienstleistungssektor (ohne Handel) verbessert. Im Handel haben sich insbesondere die Erwartungen deutlich verbessert, was auf ein gutes Weihnachtsgeschäft schließen lässt. Die jüngsten Umfrageergebnisse deuten darauf hin, dass die Expansion der privaten Konsumausgaben im laufenden 4. Quartal anhalten wird und der Privatkonsum damit eine wichtige Stütze der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands bleibt.

Leicht besseres Wirtschaftsklima auch im Euroraum

Nicht nur in Deutschland, auch im Euroraum als Ganzes, hat sich die wirtschaftliche Stimmung jüngst leicht aufgehellt. Der von der EU-Kommission anhand monatlicher Umfragen unter Unternehmen und Verbrauchern ermittelte Wirtschaftsklimaindex kletterte von 100,8 Punkte im Oktober auf 101,3 Punkte im November. Maßgeblich für den leichten Anstieg war eine Stimmungsaufhellung bei den Verbrauchern und im Einzelhandel, der ein nahezu unverändertes Sentiment in der Industrie und im Dienstleistungssektor (ohne Handel) gegenüberstand. Lediglich im Baugewerbe hat sich die Stimmung entgegen dem allgemeinen Trend merklich verschlechtert. Inwieweit die jüngste Aufhellung des Wirtschaftsklimas ein Auslaufen seines sichtbaren Abwärtstrends einleitet, bleibt abzuwarten. Das nach wie vor überdurchschnittlich hohe Niveau des Konjunkturindikators legt nahe, dass das moderate Wirtschaftswachstum im Euroraum zum Jahresende anhalten wird.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR