Leider eine dreckige Geschichte

29.04.2013

Alle Betreiber und Nutzer von Selbstbedienungsbereichen kennen das Problem: Die begehbaren Räume mit Geld- und anderen Automaten sind heutzutage nicht mehr nur da, um Geld abzuheben oder Überweisungen am Terminal zu tätigen, sondern erfreuen sich konstanter Beliebtheit als Party-Location, Toilette, Schlafplatz und nicht zuletzt Mülleimer.

Noch harmlos? Fragen Sie lieber nicht, was wir sonst noch so zu sehen bekommen.
Noch harmlos? Fragen Sie lieber nicht, was wir sonst noch so zu sehen bekommen.

Was kann man tun?

Tun wir nichts und belassen es dabei, hagelt es zu Recht Beschwerden von Kunden, die beim Geldabheben saubere Räume und ein sicheres Umfeld erwarten. Die einzige Lösung, das Problem vollständig in den Griff zu bekommen, wäre, neben jeden Automaten einen Wachmann zu stellen. Doch die Kosten dafür sind weder für uns, noch schlussendlich für unsere Mitglieder und Kunden tragbar.

Eine andere Lösung kann sein, Geldautomaten an Häuseraußenwände anzubringen oder dort zusätzliche zu installieren und die Vorräume von Filialen oder Selbstbedienungsstandorten zu schließen. Doch die sogenannten Außenautomaten haben auch Nachteile. Eine Sprachausgabe für sehbehinderte oder blinde Menschen ist dort wegen mangelnder Diskretion nicht möglich. Je nach Standort sinkt zudem das Sicherheitsgefühl beim Geldabheben. Darüber hinaus muss es baulich möglich und der Eigentümer muss mit dem "Loch in der Wand" einverstanden sein. An einigen Standorten haben wir bereits Außenautomaten installiert, wie gesagt, ist das aber nicht überall möglich und sinnvoll.

Mit der Zeit erreichen uns immer wieder Vorschläge, wie wir dieses Problem lösen könnten. Beispielsweise die Idee, es so wie früher zu handhaben und die Türe erst zu öffnen, wenn die Girocard über ein Kartenlesegerät eingelesen wurde. Das geht leider aus einem ebenfalls sehr unangenehmen Grund nicht. Denn als es noch die Kartenleser am Eingang gab, wurden sie von kriminellen Banden genutzt, um sich Kartendaten zu erschleichen. Durch Aufbauten wurden die Karten ausgelesen, kopiert und im Ausland für betrügerische Aktivitäten verwendet. Deshalb mussten wir diese Funktion schon vor einigen Jahren wieder deaktivieren. Zudem wären Diejenigen im wahrsten Sinne des Wortes ausgeschlossen, die als Nicht-Kunden der Berliner Volksbank dennoch an einem unserer Geldautomaten ihr Geld abheben wollen.

Fazit: eine Zwickmühle

Vandalismus ist eine üble Sache, bei der wir und Sie nur die Wahl zwischen verschiedenen, kleineren Übeln haben. Die einzige für alle zufriedenstellende Lösung wäre der Verzicht auf die Sauereien. Da es vermutlich auch in Zukunft an Einsicht mangeln wird, müssen wir auf eine Mischung verschiedener Maßnahmen setzen.

Bei aktuell 35 Standorten reagieren wir auf die dort herrschenden “Vandalismus-Stoßzeiten” mit gezieltem Wachschutz und Schließzeiten in der Nacht. Jeweils zwischen 22 und 24 Uhr schließen sich die Türen und öffnen erst wieder zwischen 4 und 6 Uhr für Kunden und Nicht-Kunden, die unsere SB-Standorte und Foyers so nutzen, wie wir uns das wünschen: nämlich zum Geldabheben und nicht als Müllhalde, Partykeller oder günstige Übernachtungsmöglichkeit.

Und wer glaubt, es sei nur ein Phänomen der bekannten Party-Ecken oder "Problembezirke", täuscht sich: Die betroffenen Filialen und Selbstbedienungsstandorte erstrecken sich vom edlen Ku’damm oder Berlin-Mitte über ruhige Bezirke wie Karlshorst bis aufs Land zum beschaulichen Kyritz oder nach Saarmund.

Sicherheit und Sauberkeit vs. Einschränkungen

Bei allen Maßnahmen wägen wir zwischen den zusätzlichen Kosten für Reinigung, Wachschutz oder Einbau eines Außenautomaten und den jeweiligen Einschränkungen für unsere Kunden ab. Für jeden Standort wurden die "kritischen" Zeiten ermittelt und gegen die Anzahl der Kunden an den Geldautomaten abgewogen, um die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten und trotzdem Sicherheit und Sauberkeit zu gewährleisten.

Berlin ist nun wirklich nicht arm an geeigneten Locations für ausgefallene und ausufernde Partys. Unsere Bankfilialen sind dafür nun wahrlich nicht der richtige Ort. Falls Sie einen verdreckten SB-Raum vorfinden, informieren Sie uns bitte per E-Mail an service@berliner-volksbank.de, schreiben Sie uns auf Facebook oder twittern Sie uns an @bevoba auf Twitter und wir veranlassen eine entsprechende Reinigung. Zusätzlich werden wir alle betroffenen Standorte weiterhin genau beobachten. Wir bitten ansonsten um Ihr Verständnis.

Das “Volk” in Volksbank

Wahrscheinlich werden wir den Vorwurf der Vorzugsbehandlung Besserverdienender wohl nie ganz aus der Welt schaffen können, weil der Rabatt anscheinend dem Prinzip einer "Volks"-Bank widerspricht.

Daher noch einmal zum Verständnis: Wir sind durchaus eine Bank für alle Kunden vom Arbeitslosen bis zum Millionär. Wir sind eine Volksbank, aber wir sind keine Billigbank. Wir unterhalten über 100 Standorte in Berlin und Brandenburg, beschäftigen über 2.000 Mitarbeiter und bieten unseren Kunden die volle Leistungsbreite vom Geldautomaten über Online-Banking bis zum Berater vor Ort mit zahlreichen Finanzprodukten für alle Lebenslagen. Um diese Leistungsbreite anbieten zu können, muss jeder Kunde einen Obolus beitragen. Auch wir haben, wie Ihr Bäcker um die Ecke, keine Brötchen zu verschenken.

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