Was weiß die SCHUFA über Sie?

17.01.2011

Nicht nur jeder, der in Betracht zieht, einen Kredit aufzunehmen, hat im Hinterkopf das Wort "SCHUFA"  (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung). Immer häufiger fordern auch Vermieter gleich schon bei einer Wohnungsbesichtigung eine SCHUFA-Auskunft. So richtig weiß meist keiner, was dort gespeichert wird und woher die Daten kommen. Gelegentlich sieht man Werbeanzeigen von Kreditvermittlern, die eine Kreditvergabe ohne SCHUFA versprechen.

Insgesamt hat die SCHUFA 728 Millionen Daten von mehr als 66 Millionen Menschen und über 4 Millionen Unternehmen gespeichert. Sie sind die Basis für Entscheidungen bei vielen Dienstleistern: Banken, Händlern, Handy-Anbietern und Vermietern. Und ohne Check dieser Daten kommt kein Vertrag zustande.

Folgende Daten werden gespeichert:

  • Kredit- oder Leasingvertrag mit Betrag und Laufzeit sowie eventueller vorzeitiger Erledigung
  • Eröffnung eines Girokontos
  • Ausgabe einer Kreditkarte
  • Einrichtung eines Telekommunikationskontos (Handyvertrag)
  • Kundenkonten beim Handel (z. B. Versandhäuser)

Es kann auch von Verträgen abweichendes Verhalten aufgeführt sein wie:

  • Forderungen, die fällig, angemahnt oder nicht bezahlt sind
  • Forderungen nach gerichtlicher Entscheidung und deren Erledigung
  • Missbrauch eines Giro- oder Kreditkontos nach Nutzungsverbot

Außerdem sind möglicherweise Angaben aus öffentlichen Verzeichnissen und amtlichen Bekanntmachungen aufgenommen. Dazu gehören unter anderem:

  • Eidesstattliche Versicherung,
  • Haftbefehl zur Erzwingung von eidesstattlichen Versicherungen
  • Eröffnung eines privaten Insolvenzverfahrens

Manchmal finden sich auch Angaben zu einem Identitätscheck im Internet. Dabei werden durch Online-Händler oder Online-Auktionshäuser lediglich persönliche Daten wie Name und Anschrift geprüft, um sich und andere vor möglichen Betrügern zu schützen.

Nicht gespeichert werden Angaben zum Einkommen, zu vorhandenem Vermögen, zu Beruf und Nationalität.

Wer liefert Daten und wann werden diese gelöscht?

Die SCHUFA verfügt über rund 9.000 Vertragspartner, die Informationen über ihre Kunden liefern. Bei den Vertragspartnern handelt es sich um Kreditinstitute, Handelshäuser, Versand- und Internethändler, Telekommunikationsanbieter oder Versorgungsunternehmen. Also Unternehmen, mit denen jeder irgendwie mal zu tun hat. Aber keine Angst, Ihre Daten bleiben nicht für immer gespeichert, sondern werden bei folgenden Anlässen gelöscht:

  • Giro- und Kreditkarten-Konten: nach Auflösung des Kontos
  • Handelskonten: drei Jahre nach Eingang der Daten bzw. bei Mitteilung über Konto-Auflösung
  • Kredite: nach drei Jahren ab dem Jahr der Rückzahlung
  • Nicht vertragsgemäß abgewickelte Geschäfte: nach ihrer Erledigung, zum Ende des dritten Jahres ab Aufzeichnung
  • Titulierte Forderungen: nach ihrer Erledigung, drei Jahre nach Rückzahlung
  • Informationen aus Schuldner-Verzeichnissen der Amtsgerichte: nach drei Jahren oder bei Eingang der Mitteilung, dass der Eintrag beim Amtsgericht gelöscht wurde.

 

Lesen Sie mehr zum Thema: "Wer erhält eine SCHUFA-Auskunft?" und "Ihre Daten bei der SCHUFA".

Weitere Informationen

Lesen Sie weiter auf der Seite www.meineSCHUFA.de.

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