"Sterne des Sports" in Gold

Berliner Volksbank-Finalist FV BLAU-WEISS Spandau 1903 wird für sein besonderes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

29.01.2013 - Am 29. Januar kürte Bundespräsident Joachim Gauck aus den 18 Finalisten der "Sterne des Sports" in Gold den Bundessieger 2012. Aus ganz Deutschland reisten die Sportvereine mit ihren Partnerbanken an. Den kürzesten Weg hatten die Vertreter des Berliner Vereins FV BLAU-WEISS Spandau 1903. Sie hatten sich 2012 für die Sterne des Sports in Silber bei der Berliner Volksbank beworben und als Sieger des Landes Berlin für den Wettbewerb auf Bundesebene qualifiziert. Und sie überzeugten auch dort! Mit ihrem Projekt "Fußball und mehr" holten sie den 2. Platz der begehrten "Stern des Sports" in Gold und 7.500 Euro Preisgeld nach Berlin.

Der FV BLAU-WEISS Spandau 1903 e.V. bewarb sich 2012 mit dem Projekt "Fußball und mehr" für die "Sterne des Sports". Hinter dem schlichten Slogan verbirgt sich eine aus der täglichen Erfahrung geborene Idee zur Betreuung von schulisch schwachen Fußballjungen der B-Jugend in der Wilhelmstadt. Mit Energie und vielen aufgebauten Kontakten im Umkreis des Vereins bietet er heute ein Kombiprogramm aus schulischer Nachhilfe im Vereinsraum, Betriebspraktika bei Spandauer Betrieben bis hin zu einem Ausbildungsplatz. Trainer Axel Vogel ist Initiator des Projektes und als Polizist weiß er, wo es "im Kiez brennt". Für ihn ist jeder Junge, "der intensiv Sport treibt, weg von der Straße und auf dem Weg in eine Zukunft mit Schulabschluss und damit verbundenen Chancen für eine solide Ausbildung." Und genau hier greift das Projekt, mit viel Praxiserfahrung und inzwischen auch Erfolg: Mittlerweile hat der 5. Kicker des Vereins eine durch "Fußball und mehr" vermittelte Ausbildung begonnen. Doch am Anfang stand die Notwendigkeit, den Jungs in Sachen Schulnoten „Dampf zu machen“ und Hilfestellung zu geben. Die damals 14 jährigen waren auf einem "Null-Bock-auf-Schule" Trip, die Noten sahen entsprechend traurig aus. Axel Vogel sprach mit den Schulleitern und Klassenlehrern, sprach Handwerksbetriebe und Händler im Kiez an und setzte eine Truppe aus damals 18 Jungs nicht nur auf die "Vor dem Sport kommt die Schule"-Bank, sondern vermittelte die Jungs an Betriebe, in denen sie in mehrwöchigen Praktika ein erstes Bild von ihrem möglichen künftigen Beruf bekommen konnten. Die Resonanz der Betriebe und Lehrer ist gut: Der Notendurchschnitt der leistungssportorientierten Fußballer hat sich um eine ganze Note verbessert. Das gibt Selbstbewusstsein und fördert Disziplin auch im Sport.

Für Carsten Jung, Vorstand der Berliner Volksbank, "ist nicht nur dieses Projekt, sondern die jahrelange, oft im Stillen geleistete Arbeit der vielen ehrenamtlichen Betreuer und Helfer in den Berliner Sportvereinen bewundernswert und nicht mehr wegzudenken aus dem gesellschaftlichen Leben einer Metropole, die eben nicht nur Sieger hervorbringt. Sich um die Kinder und Jugendlichen auch aus sozial schwächeren Familien zu bemühen, ihnen mit Sport und im Team Orientierung und Motivation zu geben, ist das eigentliche Anliegen des Breitensports und ihm ist unsere Unterstützung auch in Zukunft sicher", so Jung.

Der 1. Preis ging nach Hannover an den Verein SV Eintracht 1898. Der Verein bemüht sich um die Wiedereingliederung von Menschen in den Alltag, die unter Depressionen und Burnout leiden und überzeugte die Bundesjury. Den dritten Platz erkämpfte sich der BSV AOK Leipzig mit seiner Integrationsarbeit für die ältere Generation. Insgesamt wurden an die "Sterne des Sports"-Finalisten Geldprämien von 30.000 Euro ausgezahlt. Gastgeber für die große Abschlussgala war auch in diesem Jahr die DZ-BANK am Pariser Platz.

Die "Sterne des Sports" 2013 winken bereits. Der diesjährige Wettbewerb startet auf Landesebene startet im April. Dann werden auch die Berliner und Brandenburger Vereine mit Unterstützung der Landessportbünde und der Berliner Volksbank wieder ihren Hut ins Rennen werfen.
Der "Oscar des Breitensports", der vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) 2004 gemeinsam ins Leben gerufene Wettbewerb "Sterne des Sports" hat das Ziel, die ehrenamtliche Arbeit der Sportvereine in Deutschland zu würdigen. Die "Sterne des Sports" gelten als der wichtigste Breitensportpreis Deutschlands.