Standortveränderung unausweichlich

"Irgendwann ist jeder Kampf verloren"

22.02.2013 - "Irgendwann ist jeder Kampf verloren", meint Carsten Jung, Vorstand der Berliner Volksbank, mit Blick auf die anstehenden Veränderungen in Brandenburg. Das genossenschaftliche Kreditinstitut wird in den nächsten Monaten zwei Filialen schließen und bei fünf weiteren die Öffnungszeiten verkürzen. Dieser Entscheidung ist ein Überprüfungszeitraum von zwei Jahren vorausgegangen. Die Hintergründe wurden im Vorfeld mit den zuständigen Bürgermeistern im persönlichen Gespräch erörtert, die die Entscheidung zum großen Teil betriebswirtschaftlich nachvollziehen konnten.

"Den Auswirkungen der demografischen Entwicklung in Brandenburg sind auch wir ausgesetzt. Wir müssen akzeptieren, dass wir diesen Kampf mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht weiterführen können", erklärt Jung die Entscheidung der Bank und ergänzt: "Wir reden hier nicht über Alt oder Jung, sondern über die Anzahl von Menschen, für die man ein Angebot wirtschaftlich sinnvoll aufrechterhalten kann. Zum Wohle aller Mitglieder und Kunden dürfen und wollen wir keine Geschäfte betreiben, die dauerhaft Verlust mit sich bringen."

Trotzdem versucht die Bank den besonderen Anforderungen des Flächenlandes Brandenburg gerecht zu werden. Wo Filialen geschlossen werden, verbleiben Geldautomaten für die Bargeldversorgung. In anderen Filialen wird das Beratungsangebot aufrechterhalten, allerdings zu veränderten Öffnungszeiten. "Die Alternative wäre, diese Standorte ganz zu schließen. Wir sind uns daher sicher, dass ein reduziertes Angebot ein guter Kompromiss für alle Beteiligten ist", so Jung.

In Oberhavel wird die Filiale Liebenwalde zum 28. März geschlossen, die Kunden werden künftig in Zehdenick beraten. Das Beratungsangebot in Fürstenberg und Löwenberg wird an zwei Tagen pro Woche weiterhin sichergestellt (Fürstenberg: Dienstag und Freitag, Löwenberg: Montag und Donnerstag). An den anderen Tagen sind die Mitarbeiter der Bank in der Filiale Gransee tätig. Die Filiale Vehlefanz ist künftig an vier statt bisher fünf Tagen geöffnet. Am Mittwoch bleibt sie geschlossen und die Berater unterstützen dann das Team in Kremmen. Die veränderten Öffnungszeiten gelten ab April.

In Barnim wird die Filiale Finowfurt zum 26. April geschlossen, die Kunden werden künftig im FinanzCenter Eberswalde beraten. Die Filiale Joachimstal wird ab April an vier Tagen in der Woche geöffnet sein (nur Mittwoch geschlossen).

Auch in Potsdam-Mittelmark wird es eine Änderung der Öffnungszeiten geben. Ab April wird die Filiale Michendorf an vier statt bisher fünf Tagen (nur Mittwoch geschlossen).

An den Standorten mit verkürzten Öffnungszeiten verbleibt das SB-Angebot vollumfänglich und ist auch außerhalb der Öffnungszeiten nutzbar.