Wasserratten gewinnen Großen Stern des Sports in Silber

Der Verein Berliner Wasserratten 1889 ist Gewinner des Großen Sterns des Sports in Silber in Berlin.

Die Reinickendorfer überzeugten die Sternejury mit dem Schwimmangebot "WASRAInklusiv", das behinderten und nicht behinderten Kindern den Spaß an gemeinsamen sportlichen Aktivitäten vermittelt. Der Verein hat sich zum ersten Mal beworben und katapultiert sich mit dem Berlin-Sieg in die Reihe der 18 besten Sportvereine Deutschlands. Einen goldenen Stern des Sports haben Vereinspräsident Guido Kersten und sein Team jetzt sicher und können nun auf den Bundessieg hoffen.

15.10.2014 - Andreas Mertke, Vorstand der Berliner Volksbank, strahlte der feierlichen Preisverleihung im Bärensaal des Alten Stadthauses mit den Wasserratten um die Wette. "Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet", sagte Vereinspräsident Guido Kersten. Unter dem Motto "Schwimmen lernen, heißt Leben retten" wollen die Berliner Wasserratten Kinder und Jugendliche aus allen Bevölkerungsschichten, mit und ohne Migrationshintergrund oder Handicap, fürs Schwimmen begeistern.

Der Verein arbeitet mit 30 Kitas zusammen und plant, sein Angebot bezirksübergreifend auszudehnen. Zu den ersten Gratulanten gehörte Matthias Herrmann, Vereinsvorsitzender der Rudergesellschaft Wiking e.V., der sich über den zweiten Platz für seinen Verein riesig freute und für den die Reihenfolge der Platzierung logisch war, denn "wer bei uns rudern will, muss schwimmen können". Berlins Sportsenator Frank Henkel zeigte sich beeindruckt von der Leidenschaft aller Ehrenamtlichen: "Ehrenamt ist meist viel Amt und wenig Ehre. Dass neben Spaß und Vergnügen im Sport soziale Mehrwerte vermittelt werden, verdient unsere höchste Anerkennung."

Auf dem Siegertreppchen standen neben den Berliner Wasserratten 1889 e.V. (1.Platz, Reinickendorf) der Verein Rudergesellschaft Wiking e.V. (2.Platz, Neukölln) und der Sport Club Siemensstadt Berlin e.V. (3. Platz, Spandau). Die Blossom Cheerleader Berlin e.V. aus Marzahn-Hellersdorf, der Sporttreff Karower Dachse e.V. aus Pankow und der Tauchclub fez e.V. aus Treptow-Köpenick teilen sich den vierten Platz.

Der bundesweite Wettbewerb Sterne des Sports, auf Initiative des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und des Deutschen Olympischen Sportbundes, geht nun in die letzte Runde. Aus den Gewinnern der Bundesländer wählt eine Jury den Gesamtsieger aus, der am 28.01.2015 von Bundespräsident Joachim Gauck den Großen Stern des Sports in Gold überreicht bekommt.

Die Berliner Volksbank führt den Wettbewerb seit neun Jahren durch und hat seither 253 Sterne des Sports an Berliner und Brandenburger Vereine mit einem Preisgeld von insgesamt 241.600 Euro vergeben.

1.Platz: Berliner Wasserratten 1889 e.V. (Reinickendorf)

Berliner Wasserratten 1889 e.V. mit dem Projekt "WASRAInklusiv"

Seit der Vereinsgründung im Jahr 1889 widmen sich die Berliner Wasserratten der Schwimmausbildung von Kindern und Jugendlichen. Mit WASRAInklusiv will der Verein Kinder aus allen Bevölkerungsschichten fürs Schwimmen begeistern – nicht zuletzt Kinder mit Migrationshintergrund oder mit Handicap. Der Verein arbeitet mit rund 30 Kitas und mehreren Vorschulen zusammen. Geplant ist, die Kooperation auf das Baerwaldbad in Kreuzberg auszudehnen.

Das Fazit der Jury: "Die Berliner Wasserratten haben herausragende Angebote für Kinder aus einkommensschwachen Familien, die so gestaltet sind, dass es Betroffenen leicht fällt, diese in Anspruch zu nehmen." (http://www.berliner-wasserratten.de)

2.Platz: Verein Rudergesellschaft Wiking e.V. (Neukölln)

Rudergesellschaft Wiking e.V. mit dem Projekt "Firmenrudern in Neukölln"

Seit 2006 veranstaltet Wiking e.V. in Kooperation mit dem Unternehmensnetzwerk Neukölln-Südring einmal im Jahr eine Ruderregatta für Firmen auf dem Neuköllner Schifffahrtskanal. Schon Wochen vorher beginnen die Beteiligten – die meisten sind Anfänger – mit dem Rudertraining bei der RG Wiking. Am Ende der Anstrengung steht für alle ein packender Wettkampf mit vielen begeisterten und hochmotivierten Teilnehmern. Außerdem entstehen Partnerschaften: die Firmen engagieren sich über Spenden für den Verein und über Praktika und Ausbildungsplätze für die Förderung des Rudernachwuchses.

Das Urteil der Jury: "Eine tolle Initiative zur Leistungsmotivation – nicht selbstverständlich in einem schwierigen Bezirk wie Neukölln. Firmen setzen ein Zeichen in ihrem Bezirk, machen nach außen deutlich, wie wichtig es ist, 'sich reinzuhängen'." (http://www.rg-wiking.de)

3.Platz: Sport Club Siemensstadt Berlin e.V. (Spandau)

Sport Club Siemensstadt Berlin e.V. mit dem Projekt "Unit Sports Day 2014 - Sport für alle"

Der SC Siemensstadt ist der drittgrößte Sportverein Berlins. In 21 Abteilungen treffen sich hier über 6.000 Mitglieder. Schon immer war es für den Verein eine Herzensangelegenheit, Menschen jeden Alters und jeglicher Nationalität mit und ohne Behinderung für den Sport zu gewinnen. Um besonders Kinder für diese Idee zu begeistern, rief der Verein vor 11 Jahren den "Unit Sports Day" ins Leben. Einmal im Jahr lädt der Verein dazu 1.000 Grundschüler mit und ohne Behinderung zu einem Sportfest ein, bei dem es um das gemeinsame Erlebnis, das Ausprobieren und den Spaß am Sport geht.

Die Jury findet: "Die Initiative ist ein gutes Beispiel für gelungene Integration bzw. Inklusion. Das Vereinsmotto 'Sport für alle' wird sehr überzeugend gelebt." (http://www.scs-berlin.de)

4.Platz: RSV Blossom Cheerleader Berlin e.V. (Marzahn-Hellersdorf)

Blossom Cheerleader Berlin e.V. mit dem Projekt "Gemeinsam zum Erfolg"

Der junge Verein hat aus eigener Kraft mit viel ehrenamtlichem Engagement und Herzblut seine Cheerleading Truppe aufgebaut. Die Gründerin, Lucy-May Schultka, ist 21 Jahre alt. Inzwischen ist der Verein von 18 Mitgliedern im Mai 2012 auf 70 gewachsen. Ziel ist es, die Zahl der Mitglieder und ehrenamtlichen Helfer zu steigern und aus den eigenen Reihen Trainerinnen und Trainer auszubilden. Die frisch gebackenen Cheerleader haben bereits regelmäßig Auftritte bei Wettkämpfen und Festen. Das Motto des Vereins ist: "BCB, we are Family" und das leben sie auch!

Das Urteil der Jury: "Eine großartige Initiative, die in einem sozial schwierigen Bezirk ein 'mädchengerechtes' Angebot macht und es bereits in kurzer Zeit geschafft hat, den Verein zu etablieren." (http://bcberlin.wordpress.com)

4.Platz: Sporttreff Karower Dachse e.V. (Pankow)

Sporttreff Karower Dachse e.V. mit dem Projekt "1.Pankower Sportfest der Inklusion"

Der Sporttreff Karower Dachse ist 1999 von sieben Familien aus Karow gegründet worden. Heute hat der Verein über 1.700 Mitglieder, die in über 50 Sportarten und 14 Musikgruppen aktiv sind. Um den Inklusionsgedanken in Berlin voranzubringen engagieren sich die Karower Dachse im Netzwerk "Inklusion und Sport" und haben eine eigene Arbeitsgruppe zum Thema gebildet. Im September 2014 hat der Verein zum "1. Pankower Sportfest der Inklusion" eingeladen, gekoppelt mit einer Kreativ-Konferenz. Ziel war es, Berührungsängste und Barrieren abzubauen, die Inklusion zu fördern und umzusetzen. Dabei haben die Karower Dachse mit vielen verschiedenen Partnern zusammengearbeitet, z.B. den ALBA Rollis und der Deutschen Diabetes Hilfe.

Die Jury meint: "Ein vorbildlicher Verein, der sich mit vielfältigen Maßnahmen gesellschaftlich engagiert. Durch das Sportfest wird einer breiten Öffentlichkeit deutlich gemacht, wie wichtig es ist, offen und unverkrampft auf Menschen mit Behinderung zuzugehen." (http://www.karower-dachse.de)

4.Platz: Tauchclub fez e.V. (Treptow-Köpenick)

Tauchclub fez e.V. mit dem Projekt "TEAMWORK"

Wie viele andere kleine, aktive und erfolgreiche Vereine steht auch der Tauchclub fez e.V. Berlin vor der Herausforderung, für das Vereinsmanagement Nachwuchs zu gewinnen. Um die Belastung durch die ehrenamtliche Arbeit für die einzelnen Vorstandsmitglieder auf ein gesundes Maß einzugrenzen, hat der Verein vor gut einem Jahr die Idee zu TEAMWORK entwickelt: Vorstandsmitglieder suchen sich Partner, um als Tandem, Trio oder Team die mit der Funktion verbundenen Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen und Ressourcen zu bündeln.

Die Jury sagt dazu: "Eine der raren Bewerbungen in der Kategorie 'Vereinsmanagement' – sehr lobenswert, weil insbesondere für das ehrenamtliche Engagement eine Lanze gebrochen wird, ohne das im Vereinsleben nichts geht." (http://www.tcfez.de)

Bildnachweise: Jürgen Rocholl (FACE)