Schulze-Delitzsch 2.0

Berliner Volksbank gründet eigene Venture Capital Gesellschaft

08.10.2015 - Die Berliner Volksbank steigt in den Markt der Beteiligungsfinanzierung von Startups ein und hat eine Venture Capital Gesellschaft gegründet: Die Berliner Volksbank Ventures beteiligt sich sowohl als Lead- oder auch Co-Investor an jungen Unternehmen, die innovative Technologien für den Mittelstand und die Finanzwirtschaft entwickeln. Das Beteiligungsvolumen je Investment ist zunächst auf 250.000 bis 1 Million Euro festgelegt und auf Startups fokussiert, die ihre Geschäftstätigkeit bereits aufgenommen haben. Folgeinvestitionen sind nicht ausgeschlossen.

Der wachsende Kapitalbedarf der Startup-Szene konnte von Banken bisher nicht ausreichend befriedigt werden. Die auf Ratingmodelle abgestellte Kreditfinanzierung, also die Bewertung von Unternehmenszahlen aus den Umsätzen, eignet sich nicht für die kostenintensive Forschungs- und Produktionsphase von Startups. Und auf Gründerseite kommt ein klassischer Bankkredit frühestens in der zweiten Wachstumsphase in Frage.

Der Finanzierungsmarkt und die Bedürfnisse der Kunden haben sich verändert. Wollen klassische Banken auch in Zukunft bestehen, müssen sie sich weiterentwickeln und neue Wege gehen. "Das erfordert unternehmerischen Mut und ist selbstverständlich auch mit gewissen Risiken verbunden", sagt Dr. Holger Hatje, Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank, und ergänzt: "Als Hermann Schulze–Delitzsch vor über 160 Jahren die erste genossenschaftliche Darlehenskasse gründete, war das ein großes Wagnis. Doch dieses Modell funktioniert bis heute. Und wir werden das neue Geschäftsfeld im Einklang mit unserer Risikophilosophie ganz behutsam entwickeln."

Auf dem Venture Markt ist die Berliner Volksbank keine Unbekannte. Erfahrungen hat die traditionelle Mittelstandsbank mit ihrer Beteiligung an der Crowdinvesting-Plattform Bergfürst im Jahr 2013 gemacht. Nach diesem strategischen Investment möchte sie sich im nächsten Schritt direkt an Unternehmen beteiligen, die den digitalen Wandel vorantreiben. Für die erforderliche Markt- und Unternehmensanalyse ist die Berliner Volksbank Ventures eine Partnerschaft mit Redstone Digital eingegangen. Das Berliner Unternehmen des Geschäftsführers Samuli Sirén besteht aus erfahrenen Unternehmern und Venture Capitalisten. Samuli Sirén: "Die Berliner Volksbank scheut den digitalen Wandel nicht, sondern erkennt die Zukunftschancen für ihre Kunden als auch für sich selbst und investiert in spannende Startups und neue Technologien. Wir sind sehr stolz, das Berliner Traditionsunternehmen als Partner gewonnen zu haben."

Weiterführende Informationen über die Beteiligungsgesellschaft und ihre Geschäftsführer Andreas Laule und Timo Fleig: www.volksbank-ventures.berlin

Das Team der Berliner Volksbank Ventures um die Geschäftsführer Timo Fleig (2.v.l.) und Andreas Laule (rechts)
Das Team der Berliner Volksbank Ventures um die Geschäftsführer Timo Fleig (2.v.l.) und Andreas Laule (rechts)

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