Berliner Biotech-Startup gewinnt Gründerpreis der Berliner Volksbank

Fünf Finalisten am Centre for Entrepreneurship der TU Berlin gefördert

14.09.2016

  • Siegerteam „Cellbricks“ präsentiert 3D-Gewebedrucker für die Arzneimittelherstellung
  • Berliner Volksbank fördert innovative Gründer mit Preisen von insgesamt 9.000 Euro
  • Keynote Speaker: Stefan Heilmann, IEG Internet & Technology Desk

Im Rahmen ihres Förderengagements für Unternehmer und Gründer zeichnete die Berliner Volksbank am Dienstagabend fünf Berliner Startups aus, die Innovationen für die Bereiche Biotechnologie, Logistik sowie im Daten- und Qualitätsmanagement entwickelt haben.

Die Start-ups stellten ihre Projekte auf der Herbstbeiratssitzung der Berliner Volksbank auf dem Campus der TU Berlin vor.  Gewinner des mit 5.000 Euro dotierten Gründerpreises, der von mehr als 50 Beiräten gewählt wurde, war das Team Cellbricks.

Das junge Team von vier Biotechnologen und einem Controlling-Spezialisten aus Berlin stellte einen 3D-Gewebedrucker vor, mit dem Miniorgane auf der Basis von lebenden Zellen hergestellt werden können. Cellbricks hat bereits eine Prototyp-Minileber und eine Prototyp-Miniplacenta unter realen Bedingungen für Forschungspartner in der Region entwickelt. Die neue Technologie kann Tierversuche in der Arzneimittelherstellung ersetzen.

Die Berliner Volksbank vergab die Auszeichnungen bereits zum zweiten Mal. Sie kooperiert dazu mit dem Centre for Entrepreneurship (CfE) der TU Berlin, das die Gewinnerteams für die Auszeichnung nominiert hatte. Vier Startups – Mima.io, NUU analytics, Pushpass und qmBase – erhielten für ihre Projekte Preisgelder von jeweils 1.000 Euro. Alle Teams hatten ein einjähriges Programm zur Gründungsförderung am CfE absolviert.

Dr. Holger Hatje, Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank, sagte im Rahmen der Preisverleihung: "Wir kooperieren seit Jahren mit dem Centre for Entrepreneurship und anderen Fördereinrichtungen und -initiativen, um den digitalen Wandel aktiv und zukunftsorientiert mitgestalten zu können. Das sehen wir als unseren genossenschaftlichen Förderauftrag im Hier und Heute".

In seiner Keynote erläuterte Stefan Heilmann, Global Head des IEG Internet und Technology Desk, der digitale Umbruch verändere die Erwartungen von Kunden in jeder Branche: Kernwerte der digitalen Generation der 14- bis 25-Jährigen seien etwa der Wunsch nach verstärkter Kollaboration und Teilhabe, eine möglichst passgenaue Ausrichtung auf die individuellen Wünsche von Kunden sowie selbsterklärende Produkte. Immer beliebter sei auch der Einsatz digitaler Tools zur Förderung der eigenen Gesundheit. An diese neuen Erlebniswelten müssten sich alle Branchen anpassen.

© Stephanie Pilick | v.l.n.r. Dr. Holger Hatje, Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank; die Gründer des Siegerteams von Cellbricks, Dr. Lutz Kloke, Tobias Grix, Anna Kreuder und Alexander Thomas; Carsten Jung, stellvertr. Vorstandsvorsitzender der Berliner Volksbank.

Die Siegerteams des Gründerpreises der Berliner Volksbank

Cellbricks GmbH (Gründerpreis 2016)

Bioprinting ist eine Technologie zur Erzeugung künstlicher lebender Gewebe. Dabei werden Zellen in einer natürlichen Umgebung ähnlich wie in einem Organ eingebettet. Cellbricks hat einen 3D-Gewebedrucker entwickelt, mit dem Organmodelle hergestellt werden können, die in Zukunft Tierversuche in der Arzneimittelentwicklung ersetzen können. Die Modelle können außerdem in der Regenerativen Medizin verwendet werden.

Mima.io

Mima.io ist ein Transaktionsdienstleister, der kleinen und mittleren Firmen in Deutschland hilft, ihre Produkte in China zu vertreiben, auch wenn sie vor Ort keinen eigenen Vertriebspartner haben. Die Bestellungen aus China gehen dabei online direkt vom Endkunden an den jeweiligen Hersteller in Deutschland. Die Hersteller schicken die online bestellte Ware im Anschluss an einen Logistikstandort in Deutschland. Mima.io organisiert die weitere Abwicklung. Zwei der drei Teammitglieder von Mim.io haben Chinesisch und BWL studiert und zwei Jahre in China gearbeitet. Mit Mima.io reagierten sie auf die Nachfrage chinesischer Konsumenten nach deutscher Qualitätsware  auch von kleinen und mittleren Produzenten. Mima.io hat als Partner den größten chinesischen Zahlungsanbieter gewonnen.

Mima.io

NUU analytics

NUU analytics ermöglicht es, große Textmengen intelligent auszuwerten. Es kombiniert dabei Technologien aus dem Maschinellen Lernen, der Computerlinguistik und der Visualisierung von Informationen. Damit gelingt es, große Datenmengen nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ und auf unterschiedliche individuelle Bedürfnisse hin zu analysieren. So können Trends schneller erkannt werden und neue Geschäftsfelder und Innovationen leichter identifiziert werden. Hilfreich ist das vor allem für Branchen, die von schnellem Wandel geprägt sind, wie z.B. die Biotechnologie und die Pharmabranche. NUU analytics hat bereits Kunden und Partner. Das Startup finanziert sich komplett selbst.

NUU analytics

Pushpass

Pushpass hat den ersten Passwortmanager entwickelt, der die Sicherheit einer Hardware-Authentifizierung - z.B. per Fingerabdruck auf dem iphone – in einer App mit einem innovativen Passwort-Management vereint. So können nicht nur viele verschiedene Passwörter für Logins aller möglichen Endgeräte gebündelt werden; die App ist vor allem ein digitaler Schlüssel, der alle Passwörter schützt. Da sie auch offline funktioniert, ist sie jederzeit einsetzbar.

Pushpass

qmBase

qmBase ist eine innovative WebApp für kleine und mittlere Gewerbebetriebe und Unternehmen insbesondere aus der Baubranche, die bisher eigene Qualitätsmanagement-systeme nutzen. Die App baut auf dem weltweit verbreiteten Standard ISO9001 auf, ist jedoch nutzerfreundlicher und spezifischer auf die konkreten Bedürfnisse der jeweiligen Unternehmen angepasst. Automatische Analysen und Auswertungen liefern regelmäßig relevante Informationen und sorgen am Ende – quasi per Knopfdruck – für die ISO 9001-Zertifizierung.

qmBase