Siebzig Nationen, ein Team

FC Internationale gewinnt "Silbernen Stern des Sports" für interkulturelle Arbeit

16.11.2016

  • Olympia-Champion Marcus Groß überreicht Siegerprämie von 4.000 Euro
  • Verein qualifiziert sich für bundesweite Finalrunde mit 16 Vereinen
  • Paddler aus Heiligensee belegen 2. Platz

In seinen Reihen kicken mehr als 100 Flüchtlingskinder: Für sein Engagement für Migranten und Flüchtlinge erhielt der FC Internationale Berlin 1980 e.V. am Mittwochabend den "Großen Stern des Sports in Silber" für das Land Berlin. Der Verein gewann den Preis, der jährlich von der Berliner Volksbank und dem Landessportbund Berlin vergeben wird, zusammen mit einer Siegerprämie von 4.000 Euro auf einer feierlichen Preisverleihung mit Olympiasieger Marcus Groß und Bernd Krömer, Berliner Staatssekretär für Inneres und Sport.

Mit dem Gewinn qualifizierte sich der Verein als Kandidat in der bundesweiten Endrunde um den "Großen Stern des Sports in Gold", der am 23. Januar 2017 von Bundespräsident Joachim Gauck verliehen wird. Den zweiten Platz mit einem Preisgeld von 2.500 Euro belegte am Mittwoch der Wander-Paddler-Havel e.V., der als erster Berliner Kanuverein Stand Up Paddling anbietet. Den dritten Preis und 1.500 Euro gewann der Steglitzer Tischtennis Klub Berlin e.V. für sein Engagement zur Integration von geflüchteten Menschen. Den vierten Platz teilten sich der SG NARVA Berlin e.V., die Sportfreunde Kladow e.V. und der VfL Tegel 1891 e.V..

"Die Hilfe zur Selbsthilfe und das Engagement für die Region gehören zu den wichtigsten Grundsätzen der Berliner Volksbank als Genossenschaftsbank. Wir wollen gemeinsam etwas bewegen, Dinge verändern und guten Ideen Raum geben", sagte Marija Kolak, Mitglied des Vorstandes der Berliner Volksbank. "Deshalb unterstützen wir sehr gerne die engagierte Arbeit dieser herausragenden Vereine in unserer Region."

Die Berliner Volksbank, die den Preis zum elften Mal zusammen mit dem Landessportbund Berlin auslobt, stellte in diesem Jahr insgesamt 9.500 Euro für die Auszeichnungen der "Sterne des Sports" in Berlin zur Verfügung. Der Wettbewerb prämiert innovative und kreative Angebote, mit denen Sportvereine z.B. Kinder und Jugendliche motivieren, Senioren aktivieren, behinderte Menschen integrieren oder in sozialen Brennpunkten ausgleichend und leistungsfördernd wirken.

Gesamtgewinner Sterne des Sports 2016 in Silber

Kurzporträts der Sieger "Sterne des Sports in Silber" des Landes Berlin

Platz 1: FC Internationale Berlin 1980 e.V.

Der Name ist Programm: Seit fast 40 Jahren spielen Mädchen und Jungen, Frauen und Männer mit Wurzeln in 70 Nationen Fußball beim FC Internationale. Oberstes Gebot: Kein Rassismus. Diskriminierungen jeder Art sind tabu. Auch die Unterstützung von Flüchtlingen hat Tradition. Schon seit mehr als zehn Jahren engagiert sich der  Fußballklub aus Schöneberg in diesem Bereich. Rund 100 Flüchtlinge spielen und trainieren momentan beim Verein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Sportangeboten für Jugendliche, die ohne Familienangehörige nach Deutschland gekommen sind. Für die "Sterne des Sports" 2016 hat sich der FC Internationale mit seiner Initiative "Internationale Kompetenz" und dem Turnier "Inter-Kultur-Cup" beworben.

www.fc-inter.de

Platz 2: Wander-Paddler-Havel e.V.

Stand Up Paddling ist der neueste Schrei beim Wander-Paddler-Havel e.V.. Als erster Berliner Kanuverein hat der Traditionsklub aus Heiligensee (Reinickendorf) die neue Sparte eingeführt, bei der man auf einer Art Surfbrett steht und sich mit einem Stechpaddel fortbewegt. Das Angebot kommt vor allem bei Kindern und Jugendlichen an: Seit dem Start 2015 hat der Verein über 40 neue Mitglieder gewonnen. An Projekttagen und mit Schul-AGs wirbt der Verein für das neue Angebot, engagiert sich bei der Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern und konnte schon erste Erfolge bei Wettkämpfen feiern. Nächstes Ziel: ein eigenes Stand-Up-Polo-Team.

www.wander-paddler-havel.de

Platz 3: Steglitzer Tischtennis Klub Berlin e.V.

Die schwierige Situation Geflüchteter, die in Berlin eine neue Heimat suchen, veranlasste den Steglitzer Tischtennis Klub Ende 2015, insbesondere diesen Menschen den Zugang zu Sportmöglichkeiten zu vereinfachen. Mit Erfolg: Nach einem zaghaften Start kommen inzwischen immer mehr geflüchtete Menschen zum Verein und bringen wiederum andere Menschen aus ihrem Umfeld mit.  Die Tischtennis-Gruppe ist aus dem Gesundheitssportprogramm des Vereins hervorgegangen. Gefördert wird sie durch das Projekt „Zugewandert und Geblieben“ (ZuG), das der Deutsche Olympische Sportbund und das Bundesgesundheitsministerium ins Leben gerufen haben. So fliegen beim Steglitzer Tischtennis Klub die kleinen Bälle hin und her - zwischen ehemaligen Migranten, Geflüchteten und Deutschen - entsprechend der Kampagne des Deutschen Tischtennis Bundes "One Game. One World.

www.sttkberlin.de

Platz 4: SG NARVA Berlin e.V. (Abteilung Handball)

"Schnelligkeit beginnt im Kopf" heißt das Jugendkonzept der Abteilung Handball der Sportgemeinschaft NARVA. Wer im Handball gut sein will, braucht nicht nur Talent und Trainingsfleiß, sondern auch soziale und kognitive Fähigkeiten. Seit Jahren arbeitet die Handballabteilung des Vereins aus Friedrichshain deshalb mit Grundschulen zusammen, veranstaltet Handball-AGs, Schul-Cups und Sommercamps. Außerdem bietet der Verein dem Nachwuchs qualifiziertes Coaching bei Schulproblemen und bei der Prüfungsvorbereitung an. Ein eigenes Mentoren-Programm soll die Jugendlichen motivieren, sich bei der täglichen Vereinsarbeit zu engagieren und etwa beim Training zu helfen.

www.sg-narva.de

Platz 4: Sportfreunde Kladow e.V.

Im Januar 2016 haben die Sportfreunde Kladow eine eigene Leichtathletikabteilung gegründet. Das TEAM Leichtathletik unter dem Motto „GO! Leichtathletik – Laufen-Springen-Werfen“ ist das i-Tüpfelchen für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit. Der Breitensportverein aus dem Spandauer Süden konnte die Mitgliederzahl im Bereich Leichtathletik in den letzten beiden Jahren mehr als verdoppeln. Vor allem Kinder treten ein, weil Leichtathletik-Events wie der „KIDS SPORTS DAY“ und andere Wettbewerbe sie für die Sportart begeistern. Als nächstes will der Verein sein Angebot für Jugendliche ausbauen.

www.sf-kladow.de

Platz 4: VfL Tegel 1891 e.V.

Ringen ist als Sport nicht bei allen Menschen populär. In Reinickendorf und Wedding, wo sich der VfL Tegel seit rund drei Jahren fürs Ringen stark macht, sieht dies anders aus. "Ringen und Raufen nach Regeln" heißt das Programm, das sich an Schülerinnen und Schüler der zweiten Klassen richtet. Drei Monate lang trainieren Übungsleiterinnen und Übungsleiter des Vereins mit den Kindern. Zum Abschluss treten alle Klassen bei den Reinickendorfer Schulmeisterschaften gegeneinander an. Die Kinder können sich austoben, lernen aber auch Disziplin, Fairness und den Umgang mit Gewinn oder Niederlage. Ein Erfolgsrezept, für das der Verein in diesem Jahr mit dem "Zukunftspreis des Berliner Sports" ausgezeichnet wurde.

www.vfl-tegel.de