„INTERACTION – für mehr Nachhaltigkeit im und durch Sport“

FC Internationale Berlin 1980 e.V. gewinnt den Großen Stern des Sports in Silber in Berlin

  • Siegprämie von 4.000 Euro
  • Verein qualifiziert sich fürs Finale auf Bundesebene
  • BSV "Friesen 1895" e.V. belegt mit „Sicherheit im Wasser“ den 2. Platz

Kurzporträts der Gewinner der „Sterne des Sports" in Silber 2022 in Berlin

Platz 1: FC Internationale Berlin 1980 e.V.

Der FC Internationale Berlin 1980 ist der erste nachhaltig zertifizierte Amateurverein Deutschlands. Der TÜV Rheinland hat dem Fußballverein aus Berlin-Schöneberg 2021 das ZNU-Siegel „Nachhaltiges Wirtschaften“ verliehen. Er selbst verpflichtet sich in seiner Satzung, alle Entscheidungen auf ihre ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit hin zu überprüfen. Mit der Initiative „INTERACTION – für mehr Nachhaltigkeit im und durch Sport“ will der Verein Bewusstsein für ganzheitliche Nachhaltigkeit schaffen, Strukturen ändern und Vorbild für andere sein, denen er gerne mit Rat und Tat zur Seite steht. Wesentlich zum Erfolg beigetragen hat das große ehrenamtliche Engagement der AG Nachhaltigkeit. Das Catering wurde auf ökologische, regionale, vegetarische oder vegane Lebensmittel umgestellt. Auch bei Vereinstrikots und Fanartikeln achten alle auf faire und nachhaltige Produktion. Einmal im Jahr lädt der FC Internationale zum Nachhaltigkeitstag ein, zu dem eine Kleider- und Schuhtauschaktion gehören, aber auch Infos zu Themen wie Recycling oder Upcycling, Podiumsdiskussionen und Vernetzungsangebote.


Platz 2: BSV "Friesen 1895" e.V.

„Sicherheit im Wasser“ spielt beim Berliner Schwimmverein Friesen 1895 eine entscheidende Rolle. Weil in der Corona-Pandemie viele Schwimmbäder zublieben und Kinder weder schwimmen lernen noch trainieren konnten, hat der Verein aus Berlin-Mariendorf dieses Jahr zwei neue Elemente in sein Schwimmtraining integriert: Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren können sich während des Trainings im Rettungsschwimmen ausbilden lassen und um das Schwimmen im Freiwasser zu üben, gibt es regelmäßig Exkursionen zum Strandbad Wannsee. Eine doppelt gute Idee: Alle Teilnehmenden lernen, ihre Schwimmfähigkeit im Freiwasser realistisch einzuschätzen. Gleichzeitig sorgt der Verein für Nachwuchs im Rettungsschwimmen.


Platz 3: Spreewölfe Berlin e. V.

Freunde sind füreinander da – das zeigen die Spreewölfe Berlin mit ihrer Aktion „Ukrainehilfe über den Sporverein“. Seit Jahren pflegt der Klub aus Berlin-Kreuzberg enge Beziehungen zum ukrainischen Skaterhockeyverband. Als Russland die Ukraine angriff, war es für die Spreewölfe eine Herzensangelegenheit, Geflüchteten aktiv zu helfen. Zusammen mit dem ukrainischen Verbandspräsidenten bauten sie eine Hilfsinitiative mit drei Kernbereichen auf: Unterkunft, Begleitung, Integration. Dabei erwies sich die Kombination von Wohnen und Freizeitgestaltung als Erfolgsmodell. Durch persönliche Kontakte konnten zum Beispiel bis zu 60 Menschen im früheren Amtsgericht in Jüterbog unterkommen. Vereinsmitglieder unterstützen Geflüchtete auch bei Behördengängen. Das Wichtigste ist aber für beide Seiten, die Hockeyspieler:innen aus der Ukraine ins Training und in den Spielbetrieb einzubeziehen. Geflüchtete Kinder, Jugendliche und Erwachsene können hier beim Sport ihre Sorgen vergessen und gesellschaftliche Kontakte knüpfen. Ein tolles Beispiel für einen ganzheitlichen Ansatz von Integration.


Platz 4: Seitenwechsel ‑ Sportverein für FrauenLesbenTrans*Inter* und Mädchen e.V.

Personen, die sich weder als weiblich noch als männlich empfinden, tun sich oft schwer, einen geeigneten Sportverein zu finden und verzichten oft ganz auf Sport. Bei Seitenwechsel – Sportverein für FrauenLesbenTrans*Inter* und Mädchen gibt es für sie ein einzigartiges Angebot. Sie können sich in geschützten Räumen kostenfrei sportlich ausprobieren. „Fünf Jahre OUT*side – Bewegungs- und Sportangebote von und für Trans* Inter* und nicht-binäre Menschen“– ist für den Verein aus Berlin-Kreuzberg ein Grund zum Feiern. Die Kurse, die in Parks, Hallen oder online angeboten werden, sind mit öffentlichen Mitteln finanziert und werden von Personen aus der TIN-community trainiert und konzipiert. Mehr als 900 Menschen haben in den vergangenen fünf Jahren eines der Angebote genutzt, viele sind in den Verein eingetreten. Ein Beweis dafür, dass hier der schwierige Spagat zwischen Sichtbarkeit und Schutz durch Anonymität gelingt, wo alle sich gut aufgehoben fühlen.


Platz 4: Pfeffersport e.V.

Die Corona-Pandemie hat Pfeffersport wie viele andere Sportvereine ins Grübeln gebracht: Wie lässt sich das eigene Sportangebot so ausbauen, dass es in Zukunft auch dann noch Kurse gibt, wenn Sporthallen geschlossen werden? „Discgolf Unlimited“ heißt die Antwort des Vereins aus Berlin-Prenzlauer Berg. Die neue Sportart wird vom Start an als inklusives Sportangebot für alle entwickelt. Ziel ist es, möglichst viele verschiedene Menschen anzusprechen, und sie für Sport und Bewegung zu begeistern. Discgolf entstand in den 1970er-Jahren in den USA. Die Regeln sind ähnlich wie beim Golf, nur dass eine Frisbeescheibe den Ball ersetzt. Sie muss am Ende in einem Fangkorb aus Metall landen. Gewonnen hat, wer den Kurs mit meist 18 Bahnen mit den wenigsten Würfen absolviert. Die Outdoor-Sportart ist in Berlin zwar noch nicht sehr bekannt, punktet aber mit einem extrem niedrigschwelligen Ansatz. Discgolf verursacht keine hohen Kosten und ist nachhaltig: Die Sportart passt sich an die Umwelt an, statt sie zu verändern.


Platz 4: Bogensportfreunde Berlin e.V.

„Aufbruch in eine neue Zeit“ heißt das Motto der Bogensportfreunde Berlin, die sich im Dezember 2020 mitten in der Coronakrise neu gegründet haben. Das erklärte Ziel war es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein sportliches Zuhause zu bieten. Dabei geht der Verein mit sozialem Anspruch aus Berlin-Pankow bewusst neue Wege: Den Vorsitz im Vorstand haben zwei Frauen, er trägt als einer der ersten das Kinderschutzsiegel des Landessportbundes Berlin und setzt in allen Bereichen auf Kooperationen. Die Entwicklungskurve zeigt steil nach oben. Mit seinem vielfältigen Sportangebot und durch den spürbar großen Zusammenhalt hat der junge Verein innerhalb kürzester Zeit rund 100 Mitglieder gewonnen. Er ist auf dem besten Weg in Berlin zur „Familie des Bogensports“ zu werden.

Honorarfreie Verwendung, Credit: Marcel Schwickerath / Berliner Volksbank