Herkunft - Eine Zeitreise in Bildern

Als erstes privates Geldinstitut Berlins durfte die Berliner Volksbank 1946 wieder ihren Geschäftsbetrieb aufnehmen. Aus dem Archiv der Bank zeigen wir Momentaufnahmen eines aufregenden Dreivierteljahrhunderts.

Anfangsjahre

Am 29. Januar 1946 berichtete die Tageszeitung „Der Morgen“, dass die Berliner Volksbank ihre Geschäfte wieder aufnehmen durfte. Schon im selben Jahr zählte das erste private Geldinstitut Berlins 18 Filialen „in allen Stadtteilen“, sechs weitere waren in Planung. Kaum der turbulenten Gründungszeit entwachsen, stand die Bank vor der nächsten Herausforderung, die Währungsreform 1948. Die Folge: zwei Währungen in einer Stadt. Unser Bild (links) zeigt die Kassenhalle der Filiale Mitte in diesem Jahr.

Filiale Mitte, 1948 | Zeitungsausschnitt „Der Morgen“ vom 29.01.46 | Darstellung Filialnetz aus dem Jahr 1946
Filiale Mitte, 1948 | Zeitungsausschnitt „Der Morgen“ vom 29.01.46 | Darstellung Filialnetz aus dem Jahr 1946

Foto aus „Meilensteine der Partnerschaft“
Fotos vom Abzug: Marcel Schwickerath

Wirtschaftswunder

Bankalltag in der Filiale Steglitz: In der Kassenhalle hat die Angestellt vorne links eine Schublade geöffnet, in der sich Kontotaschen befanden. Sie enthielten die aktuellen Kontoauszüge sowie Unterschriftskarten, anhand derer die Identität der Kunden geprüft wurde. Um die Auszahlung zu erhalten, bekamen die Kunden Wartenummern (zu sehen hinten an der Wand), die der Kassierer aufrief.

„Dieser Kundendienst macht zeitraubendes Suchen nach einem Parkplatz überflüssig“, hieß es in einer dpa-Meldung 1963 zu Berlins erstem Bank-Autoschalter an der neuen Filiale Steglitz: „Der Autofahrer hält kurz an, gibt seine Unterlagen ab und kann gleich danach weiterfahren.“

Der puristische Neubau in Steglitz entstand in Rekordzeit. Richtfest war am 17. Mai 1963. Einweihung am 16. Dezember - desselben Jahres.

Kassenhalle Filiale Steglitz, 1963 | Autoschalter an der Filiale Steglitz, 1963 | Neubau Filiale Steglitz, 1963
Kassenhalle Filiale Steglitz, 1963 | Autoschalter an der Filiale Steglitz, 1963 | Neubau Filiale Steglitz, 1963

Foto: © Heinz O. Jurisch
Foto vom Abzug: Marcel Schwickerath
Foto: © Hans-Joachim Bartsch, Fotowerkstatt
Foto vom Abzug: Marcel Schwickerath

Seventies

Gediegen elegant präsentierte sich die Berliner Volksbank in den 70er-Jahren. Teppichboden, das Interieur in Oliv-Esche, offene Tresen, der Kassenbereich aus Sicherheitsgründen verglast. „Sachliche Zweckmäßigkeit und freundliche Atmosphäre“ zeichneten laut Geschäftsbericht die neu gestalteten Filialen Charlottenburg (links oben) und Bismarckstraße (rechts unten) aus. Hippie-Flair brachten offensichtlich die Kundinnen mit.

Eröffnung Filiale Charlottenburg am 16.03.1977 | Filiale Bismarckstraße
Eröffnung Filiale Charlottenburg am 16.03.1977 | Filiale Bismarckstraße

Foto: © Heinz O. Jurisch
Foto vom Abzug: Marcel Schwickerath
Foto: © Pavel Sticha, Berliner Morgenpost
Foto: © Horst Urbschat, Fotostudio
Fotos von den Abzügen: Marcel Schwickerath

Die 1980er-Jahre

Schön bunt: Unübersehbar warb Anfang der 80er-Jahre der Linienbus 24 der BVG für "primagiro, das junge Bankkonto für Leute zwischen 12 und 18“. Eine ganze Flotte von Bussen verhieß zwischen 1977 und 1980 „… mehr als Geld und Zinsen“. Der Slogan der Volksbanken und Raiffeisenbanken wurde 1973 eingeführt und hielt sich bis 1988, als er abgelöst wurde durch „Wir machen den Weg frei“.

Kleinere Hingucker, mit denen die Berliner Volksbank über die Jahrzehnte auf sich aufmerksam machte, waren unter anderem eine Stadtkarte zum Aufklappen oder Postkarten.

BVG-Bus, Linie 24, mit Werbung für primagiro | Bus-Flotte | Stadtkarte (aufklappbar) | Postkarte: Stiftung GIZ
BVG-Bus, Linie 24, mit Werbung für primagiro | Bus-Flotte | Stadtkarte (aufklappbar) | Postkarte: Stiftung GIZ

Foto: © BVG-Staudt, 1981 | Foto vom Abzug: Marcel Schwickerath
Foto Bus-Flotte: BVG-Kramann, Bild-Nr. 2076-01
Fotos von den Materialien: Marcel Schwickerath

Die 1980er-Jahre - Teil 2

Der Neubau der Zentrale der GrundkreditBank machte 1985 von sich reden. An prominenter Stelle in West-Berlin, vis-à-vis vom Aquarium und unweit der Gedächtniskirche, weckte das Gebäude allseits Aufmerksamkeit. 1999 fusionierte die Berliner Volksbank mit der GrundkreditBank-Köpenicker Bank.

Bau der Rotunde in der Budapester Straße 1985 / Neubau der Zentrale der Grundkreditbank | Grundsteinlegung und Richtfest Budapester Str.
Bau der Rotunde in der Budapester Straße 1985 / Neubau der Zentrale der Grundkreditbank | Grundsteinlegung und Richtfest Budapester Str.

Foto: dpa
Fotos: Fotoalbum von Claudia Kube
Foto vom Abzug: Marcel Schwickerath

1989 / 1990

Berliner Volksbank (West) und Berliner Volksbank (Ost) schlossen sich 1990 zusammen. Zugleich fusionierte die Volksbank Falkensee mit der Berliner Volksbank (West). Das war für die Bank der Schritt aus dem Berliner Stadtgebiet hinaus nach Brandenburg. Ein Expansionskurs setzte ein, im Zuge dessen sich bis 1992 10 bis dahin selbstständige Banken in Berlin und im Umland anschlossen, darunter auch die in Kyritz. Das historische Jugendstil-Gebäude aus dem Jahr 1912 wurde liebevoll renoviert und 1994 wiedereröffnet.

2 x Unbekannte Filiale (Mitte 1990) - Schlange stehen zur Währungsunion | Filiale Kyritz
2 x Unbekannte Filiale (Mitte 1990) - Schlange stehen zur Währungsunion | Filiale Kyritz

Foto aus: „Meilensteine der Partnerschaft“
Foto vom Bild: Marcel Schwickerath
Foto aus Broschüre: Der Weg … gemeinsam in eine neue Zukunft, Berliner Volksbank 1990/91 (Bildnachweis: VB-Bildarchiv)
Foto: Jürgen Rocholl

Nullerjahre

Budapester Straße 35. Von 2002 bis 2016 navigierte die Berliner Volksbank von hier aus durch bewegte Zeiten, geprägt durch die eigene Sanierung, aber auch durch die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise, auf die wiederum ein langer Aufschwung folgte. Unsere Bank bewältigte die großen Herausforderungen – und noch mehr: Sie etablierte an diesem Ort das Kunstforum, das sich weit über die Grenzen der Stadt hinaus einen Namen machte.

Das gesellschaftliche Engagement der Bank entfaltete sich auch an anderer Stelle. So konnten herausragende Initiativen des Zoo Berlin wie die Leihgabe der Großen Pandas realisiert werden. 2017 war die Berliner Volksbank Sponsor der Internationalen Gartenschau IGA. Dort leuchteten nicht nur die Kabinen der Seilbahn im orange-blauen Blumendekor, sondern auch der mobile Geldautomat ZasterLaster.

Zwei Piaggio APE waren von 2006 bis 2018 auf Messen und Festen im Einsatz. Seitdem rollt ein Piaggio Porter Chassis auf vier Rädern dorthin, wo die Kunden sind.

Zentrale der Berliner Volksbank, Budapester Str. 35 beim Festival of Lights 2015 | Gondel in den "Gärten der Welt" | Zasterlaster
Zentrale der Berliner Volksbank, Budapester Str. 35 beim Festival of Lights 2015 | Gondel in den "Gärten der Welt" | Zasterlaster

Fotos: Monique Wüstenhagen

Morgen

Mit Zepter und Mondsichel nahmen „Europa“ und „Asien“ Platz auf dem Dach des 2016 neu erbauten Finanzcenters in Potsdam. Und auch in Berlin ging der Blick nach oben. Am 29. Mai 2019 verfolgten der Vorstandsvorsitzende der Berliner Volksbank Carsten Jung, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan Schwarz (Bild oben rechts im Vordergrund, v. li.) den Richtkranz, der am Rohbau des „Quartier Berliner Volksbank“ emporschwebt. Eine Immobilie mit Signalwirkung: Wir freuen uns auf die Zukunft in unserer Region!

Aufstellung der Sandsteinfiguren 2016 auf dem Neubau in Potsdam | Richtfest Quartier Berliner Volksbank am 29. Mai 2019
Aufstellung der Sandsteinfiguren 2016 auf dem Neubau in Potsdam | Richtfest Quartier Berliner Volksbank am 29. Mai 2019

Foto: Franz-Michael Rohm
Foto: Marcel Schwickerath