Vertreterversammlung

Die Berliner Volksbank ist eine Genossenschaft, deren Zweck die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder ist. Die Vertreterversammlung beschließt über die im Genossenschaftsgesetz und in der Satzung bezeichneten Angelegenheiten.

Die Rechte der Mitglieder in den Angelegenheiten der Genossenschaft werden von gewählten Vertretern der Mitglieder in der Vertreterversammlung ausgeübt. Jeder Vertreter hat eine Stimme, die er nicht übertragen kann. Vertreter können nur natürliche, unbeschränkt geschäftsfähige Personen sein. Bei juristischen Personen oder Personengesellschaften wird das Vertreteramt durch die natürliche Person ausgeübt, die zur gesetzlichen Vertretung befugt ist. Ein Vertreter nimmt gegenwärtig die Interessen von jeweils 400 Mitgliedern wahr. Die Berliner Volksbank verzeichnet derzeit mehr als 205.000 Mitglieder bzw. 428 Vertreter.

Die Vertreterversammlung wird durch den Vorstand unter Bekanntgabe der Tagesordnung einberufen. Den Vorsitz in der Vertreterversammlung führt der Vorsitzende des Aufsichtsrates oder sein Stellvertreter (Versammlungsleiter). Nähere Einzelheiten regelt die Satzung.


Außerordentliche Vertreterversammlung 2020

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr kamen die Vertreterinnen und Vertreter der Berliner Volksbank am 3. Dezember 2020 zu einer – dieses Mal außerordentlichen – Vertreterversammlung zusammen. Das war notwendig, denn aufgrund ausdrücklicher behördlicher Empfehlung wurde die Entscheidung über die Gewinnverwendung für das Geschäftsjahr 2019 und damit auch über die Dividendenzahlung verschoben und nicht auf der ordentlichen Vertreterversammlung am 23. Juni 2020 behandelt.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie und zum Schutz aller Teilnehmenden konnten die Vertreterinnen und Vertreter erneut über das Internet an der Versammlung teilnehmen. Übertragen wurde die Vertreterversammlung aus der Zentrale der Berliner Volksbank in Berlin-Tegel. Abstimmungen erfolgten ebenfalls über das digitale Versammlungsportal.

Ermöglicht wurde die digitale Durchführung durch die weiterhin geltende Regelung des Gesetzes zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht, mit dem es u.a. Genossenschaften erlaubt ist, Vertreterversammlungen auf elektronischem Wege durchzuführen.

Insgesamt 195 Vertreterinnen und Vertreter haben an der Versammlung teilgenommen und ihr Stimmrecht für die mehr als 205.000 Mitglieder unserer Genossenschaft ausgeübt.

Ablauf

Nach der Eröffnung der außerordentlichen Vertreterversammlung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates Stephan Schwarz stellte der Vorstandsvorsitzende Carsten Jung den Bericht des Vorstandes zur Geschäftsentwicklung per September 2020 vor. Der Bericht über das Geschäftsjahr 2019 wurde nicht erneut vorgestellt, da dieser bereits auf der ordentlichen Vertreterversammlung behandelt wurde.

Carsten Jung begann mit einem Überblick über den Umgang der Berliner Volksbank mit der Coronavirus-Pandemie. Er berichtete vom mitunter regelmäßig tagenden Krisenstab, der aufgrund eines Lagebilds notwendige Ableitungen aus dem Pandemiegeschehen für die Bank getroffen hat. Zudem hat die Bank verschiedene Hygienemaßnahmen an den einzelnen Standorten eingeführt und vielen Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause aus ermöglicht. Für die schnelle Bearbeitung von Kundenanliegen richtete die Bank eine Task-Force Kredit bzw. Liquidität ein. Insgesamt wurden bislang 1.750 Anträge auf Liquiditätshilfen bearbeitet. Genehmigt wurden Leistungen im Umfang von 457 Mio. Euro, von denen mehr als die Hälfte aus den Hilfsprogrammen der Länder Berlin und Brandenburg kommen. Ihren Firmenkunden räumte die Berliner Volksbank Tilgungs- und Zinsstundungen in Höhe von 7,2 Mio. Euro ein.

Vor allem zurückzuführen auf das Wachstum der Bank im Kreditgeschäft stieg die Bilanzsumme gegenüber Dezember 2019 um 1,2 Mrd. Euro auf nun 15,9 Mrd. Euro. Der Rohüberschuss legte gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt um 2,5 % auf 255 Mio. Euro zu. Weiterhin führte Carsten Jung aus, dass sich die Geschäftsguthaben um 1,1 % auf insgesamt 768 Mio. Euro erhöht haben.

Anschließend erläuterte der Vorstandsvorsitzende ausführlich den Beschlussvorschlag zur Gewinnverwendung für das Geschäftsjahr 2019 (Dividende i.H.v. 1,75 %). Zudem legte er dar, warum der Beschluss dazu auf eine außerordentliche Vertreterversammlung verschoben werden musste. Neben einer Dividende von 1,75 % beinhaltete der Beschlussvorschlag eine Stärkung der gesetzlichen und anderen Rücklagen um je 2,7 Mio. Euro. Carsten Jung begründete dies damit, dass die zusätzlichen Reserven Sicherheit für etwaige Risiken aus dem Kreditgeschäft bieten und gleichzeitig weiter die Grundlage für das zukünftige Wachstum der Bank stärken sollen.

Beschlüsse der Vertreter

Die Vertreterinnen und Vertreter stimmen für die folgenden Beschlussvorschläge:

  • Beschlussvorschlag zur Gewinnverwendung
  • 22 von 23 der von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Änderungen an Satzung und Wahlordnung

Die Satzungsänderung zur „Schärfung des Mitgliedergedankens“ hatte die erforderliche Zustimmung von 90 Prozent nicht erreicht und konnte somit nicht beschlossen werden. Etwas mehr als 80 Prozent der eingeloggten Vertreter haben dieser Änderung letztlich zugestimmt. Das Abstimmungsergebnis hat uns gezeigt, dass es hierzu noch gewissen Erörterungsbedarf gibt. Im Rahmen der nächsten Vertreterdialoge wollen wir folglich mit unseren Vertretern diesbezüglich Gespräche aufnehmen.

Ausblick

Die außerordentliche Vertreterversammlung endete mit einem Blick auf das kommende Jahr: Im nächsten Jahr sind alle Mitglieder der Genossenschaft dazu aufgerufen, neue Vertreterinnen und Vertreter zu wählen. Die Vertreterwahl findet im März statt. Die neu gewählten Vertreter, dann gewählt für vier Jahre, üben ihr Amt erstmals bei der nächsten ordentlichen Vertreterversammlung aus, die am 19. Mai 2021 stattfinden wird.


TOP 2 - Bericht des Vorstandes

Bericht des Vorstandes zur Geschäftsentwicklung per September 2020

TOP 3 - Beschlussfassung Gewinnverwendung

Beschlussfassung über die Gewinnverwendung für das Geschäftsjahr 2019

Die Vertreterversammlung hat der von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagenen Verwendung des nicht ausgeschütteten Bilanzgewinns des Geschäftsjahres 2019 zugestimmt.

TOP 4 - Beschlussfassung Änderungen von Satzung und Wahlordnung
TOP 5 - Verschiedenes

- zu diesem Tagesordnungspunkt liegen derzeit keine weiteren Informationen vor -