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Wocheninfo vom 02.02.2026

Aktuelles zu Finanzmärkten und Konjunktur

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Fed lässt Leitzins unverändert
  • EZB in Sorge wegen Euro-Aufwertung
  • Aktien: Woche mit Verlusten
  • Anleihen: Wenig Bewegung
  • Devisen: US-Dollar mit deutlichen Verlusten
  • Rohstoffe: Iran-Sorgen treiben Ölpreis
  • BIP im 4. Quartal um 0,3 % gestiegen
  • Unverändertes Geschäftsklima
  • Wieder über 3 Mio. Arbeitslose
  • Höhere Inflationsrate im Januar

Fed lässt Leitzins unverändert

Die amerikanische Notenbank Fed hat – wie erwartet – den Leitzins in einer Zinsspanne von 3,5 bis 3,75 % unverändert belassen. Die Fed befindet sich mit ihrem dualen Mandat zwischen Preisstabilität und Vollbeschäftigung in einem Spannungsfeld. Die Inflation in den USA ist weiterhin erhöht, gleichzeitig zeigt der Arbeitsmarkt Schwächezeichen. Bei den letzten geldpolitischen Sitzungen wurde dem Arbeitsmarkt ein höheres Gewicht beigemessen und die Zinsen wurden gesenkt. Laut Fed-Präsident Powell hätte sich das Spannungsverhältnis zwischen den Zielgrößen nun jedoch verkleinert, der Arbeitsmarkt zeigt Anzeichen einer Stabilisierung. Der Entscheidung folgte dann die Nominierung von Kevin Warsh als neuer Fed-Präsidenten ab Mai 2026. Er gilt als kompetent, steht aber auch hinter den Zinsforderungen des US-Präsidenten.

EZB in Sorge wegen Euro-Aufwertung

Das Gegenstück zur US-Dollar-Abwertung ist die Aufwertung des Euros. Mit über 1,20 US-Dollar pro Euro erreichte die Gemeinschaftswährung vorübergehend den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Ein nachhaltiges Überschreiten dieser Schwelle wurde bereits im vergangenen Sommer von EZB-Vertretern als kritisch eingestuft. Zwar ist der Euro- Wechselkurs traditionell keine Zielgröße der EZB, jedoch führt die starke Aufwertung zu einer Verbilligung von Importen und belastet die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen. Insgesamt kann sich dies dämpfend auf das Wachstum und die Inflation auswirken und damit auch die geldpolitische Transmission beeinflussen. Entsprechend äußerten sich in der vergangenen Woche Vertreter der EZB, die bei einer weiteren Aufwertung eine geldpolitische Reaktion – also eine Zinssenkung – als erforderlich ansehen. Die Aufwertung der Gemeinschaftswährung sei ein wichtiger Faktor für die geldpolitischen Entscheidungen der kommenden Monate. Die Stärke des Euro ist dabei die Konsequenz eines gesunkenen Vertrauens in den US-Dollar angesichts der unvorhersehbaren US-Wirtschaftspolitik.

Aktien: Woche mit Verlusten

Zum Wochenstart drohten die USA Kanada mit 100 % Importzöllen, was in der vergangenen Woche aber eher zu einer Randnotiz verkam. Der amerikanische S&P 500 erreichte am darauffolgenden Tag ein neues Allzeithoch. Ein drohender erneuter Regierungsstillstand in den USA sorgt für zusätzliche Verunsicherung, zum Wochenschluss mehren sich jedoch die Anzeichen, dass ein Deal möglich werden kann. Während die Devisenmärkte der „Sell America“-Logik folgten, scheint dies für den Aktienmarkt nicht die Strategie der Wahl zu sein. Der DAX hingegen gerät doppelt unter Druck: Zwar deuten sich konjunkturelle Erholungszeichen in Deutschland an, die deutsche Exportwirtschaft leidet aber besonders unter der starken Euro-Aufwertung. Ein Absturz der SAP-Aktie durch schwächer als erwartete Zahlen drückte den DAX zusätzlich. Der DAX beendet die Woche mit knapp 1,5 % Minus bei 24.539 Punkten, die amerikanischen und europäischen Märkte schließen fast unverändert.

Anleihen: Wenig Bewegung

Kaum Reaktionen gab es an den Rentenmärkten. Die US-Renditen stiegen leicht auf 4,26 %, getrieben von der Unsicherheit an den Märkten. Bundesanleihen profitieren hingegen, die Renditen sinken leicht auf 2,84 %.

Devisen: US-Dollar mit deutlichen Verlusten

Der US-Dollar hat in der vergangenen Woche deutlich abgewertet. Neben politischen Unsicherheiten aus den USA trugen auch Ankündigungen gemeinsamer Devisenmarktinterventionen der USA und Japans dazu bei. Davon profitierte der Euro, der deutlich aufwertete, wodurch jedoch die preisliche Wettbewerbsfähigkeit im Euroraum sank. Zum Wochenschluss notiert der Euro bei 1,1897 USD.

Rohstoffe: Iran-Sorgen treiben Ölpreis

Große Profiteure der Verunsicherung und des schwachen Dollars sind erneut die Edelmetalle. Der Goldpreis hat die Marke von 5.000 US-Dollar deutlich überschritten. Zum Wochenschluss kam es aber einheitlich zu Gewinnmitnahmen. Ebenfalls stark gestiegen sind die Ölpreise. Hier dominieren Sorgen vor einer US-Intervention im Iran. Die Sorte Brent notiert zum Wochenschluss bei 70,73 USD. Die Deeskalationen übers Wochenende sorgen aber bereits für Entspannung und Rückgänge.

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BIP im 4. Quartal um 0,3 % gestiegen

Zum Jahresende 2025 hat sich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland etwas stärker belebt als zuvor gedacht. Laut der vor-läufigen Schnellschätzung des Statistischen Bundesamtes ist das preis-, kalender- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 4. Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3% gestiegen. Erste amtliche Angaben von Mitte Januar hatten einen Zuwachs um 0,2 % erwarten lassen. Im 3. Quartal hatte die Wirtschaftsleistung noch stagniert.

Der BIP-Zuwachs fiel damit in etwa so stark aus wie im langjährigen Durchschnitt seit der Wiedervereinigung. Auch im Euroraum expandierte das BIP nach ersten Schätzungen von Eurostat im 4. Quartal um 0,3 %. Allerdings hatte die Wirtschaftsleistung hier bereits in den Vorquartalen zugenommen.

Den bislang vorliegenden amtlichen Daten zufolge legten in Deutschland zum Jahresende vor allem die privaten und staatlichen Konsumausgaben zu. Hinsichtlich des Privatkonsums ist dies überraschend, da Umfrageergebnisse auf ein verhaltenes Weihnachtsgeschäft hindeuteten. Auch die Bau- und die Ausrüstungsinvestitionen dürften zum BIP-Anstieg beigetragen haben; letztere wurden durch die Mitte Juli wirksam gewordene Förderung von betrieblich genutzten Elektrofahrzeugen weiter begünstigt. Die Exporte haben das BIP-Wachstum hingegen vermutlich verringert, da sie angesichts der gestiegenen US-Importzölle, der Euro-Aufwertung und der zunehmenden internationalen Konkurrenz zurückgegangen sein dürften.

Erste detaillierte Angaben zur Entwicklung der BIP-Verwendungskomponenten (Konsum, Investitionen, Außenhandel) im 4. Quartal werden vom Statistische Bundesamt am 25. und von Eurostat am 6. März veröffentlicht.

Unverändertes Geschäftsklima

Im Januar ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft unverändert geblieben. Der ifo Geschäftsklimaindex verharrte auf seinem niedrigen Vormonatswert von 87,6 Punkten.

Seine Komponenten zeigten aber unterschiedliche Tendenzen. Während sich die Erwartungen leicht eintrübten – wozu auch die vorübergehend angedrohten Grönland-Zölle beigetragen haben dürften –, wurde die aktuelle Geschäftslage von den befragten Unternehmen etwas besser bewertet als zuvor.

Insgesamt legen die jüngsten Umfrageergebnisse nahe, dass die Konjunktur in Deutschland auch zu Jahresbeginn noch keine große Dynamik entwickeln wird.

Wieder über 3 Mio. Arbeitslose

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich zum Jahresbeginn weiterhin kraftlos. Nach aktuellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Arbeitslosenzahl im Januar gegenüber dem Vormonat um 177.000 Menschen gestiegen. Sie befindet sich mit 3,085 Mio. wieder über der Marke von 3 Mio. Menschen, die bereits im August 2025 vorübergehend übertroffen wurde.

Maßgeblich für den Anstieg waren saisonale Gründe, da die Arbeit in vielen Außenberufen ruht, viele Arbeitsverhältnisse zum Jahresende enden und Neueinstellungen erst nach der Winterpause erfolgen. In saisonbereinigter Rechnung stagnierte die Arbeitslosenzahl, ebenso wie Arbeitslosenquote.

Die kraftlose Arbeitsmarktlage spiegelt sich auch in den Erwerbstätigenzahlen wider. So ist die saisonbereinigte Erwerbstätigenzahl im Dezember gegenüber dem Vormonat um 6.000 auf 45,935 Mio. gesunken.

Höhere Inflationsrate im Januar

Die allgemeine Teuerung hat im Januar angezogen. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Berechnungen mitteilte, übertraf der Verbraucherpreisindex (VPI) seinen entsprechenden Vorjahresmonatswert um 2,1 %. Im Dezember hatte die Inflationsrate noch bei 1,8 % gelegen.

Während die Preisdynamik bei Dienstleistungen abnahm (+3,2 % im Januar nach +3,5 % im Dezember), trotz der preistreibenden Effekte der Mindestlohnanhebung und der Deutschlandticket-Preiserhöhung, mussten die Verbraucher für Waren mehr Geld auf-wenden (+1,0 % nach +0,4 %). Unter anderem Nahrungsmittel verteuerten sich deutlich stärker als zuvor (+2,1 % nach +0,8 %).

Quelle: Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken – BVR