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Ein Frau mit aufgesetzter VR Brille steht vor einem orangenem Hintergrund
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20.01.2026 | Lesezeit: 10 Minuten

2026: Zehn Trends für Unternehmer*innen

Die Zeiten werden nicht leichter für die deutsche Wirtschaft, gleichwohl gibt es auch positive Entwicklungen. Wir stellen zehn Trends vor, die das Jahr 2026 für Unternehmer*innen prägen werden. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit: Bundesregierung und EU entschlacken Gesetze und Richtlinien spürbar, um Unternehmen nicht unnötig mit Bürokratie auszubremsen.
  • Gen Z löst die Boomer ab: Nicht nur Beschäftigte, auch Unternehmer*innen verabschieden sich in den Ruhestand. Die Generation Z wird überall präsenter.
  • Künstliche und natürliche Intelligenz: Während KI vielerorts bereits standardisierte Aufgaben übernimmt, hadern andere Unternehmen noch mit dem Einstieg in die Digitalisierung.

1.  Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit: Balance statt Bürokratiemonster

Europa verfolgt das Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden – eine ambitionierte Transformation, die klare regulatorische Leitplanken erfordert. Vorgaben wie die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, CSRD, das Lieferkettengesetz oder der Emissionshandel sind zentrale Instrumente, um Transparenz und Verantwortung sicherzustellen. Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass übermäßige Komplexität die Wettbewerbsfähigkeit gefährden kann.

Die EU reagiert darauf mit den sogenannten Omnibus-Paketen, die Verfahren vereinfachen und Unternehmen bei administrativen Pflichten entlasten sollen. Auch die deutsche „Modernisierungsagenda“ zielt darauf ab, Bürokratiekosten um 25 % zu senken. Dennoch bleibt die Herausforderung: Nachhaltigkeit ist kein reines Compliance-Thema, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Unternehmen, die regulatorische Anforderungen nicht nur erfüllen, sondern aktiv in ihre Geschäftsmodelle integrieren, sichern sich langfristige Vorteile – ökonomisch wie ökologisch.

2. Konjunktur 2026: Die Wachstumsbooster wirken

Im Juli 2025 das Investitionssofortprogramm zur Stärkung der Wirtschaft, zwei Monate später 500 Milliarden Euro für das Sondervermögen für Infrastruktur und kurz vor Weihnachten der Deutschlandfonds: Die deutsche Regierung will der deutschen Konjunktur nach vier schwächelnden Jahren wieder Schwung verleihen. Das könnte klappen. Die Ökonomen prognostizieren für das neue Jahr ein Wachstum von 1,0 Prozent (DZ Bank, OECD und IW), 1,2 Prozent (EU-Kommission und IMK-Institut) oder 1,3 Prozent (Ifo-Institut und Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung). Das KfW-Research geht optimistisch sogar von 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum aus. Es geht also – vorsichtig – aufwärts!

3. Freihandel: Tod auf Raten

Stärkt Freihandel wirklich den Wohlstand aller Teilnehmenden? Anders als die deutsche Regierung scheinen die US-amerikanische und die chinesische Führung nicht davon überzeugt zu sein. Für sie ist Wirtschaft – und damit auch Handel – ein machtpolitischer Hebel. Davon zeugen die Importzölle der USA ebenso wie der zurückhaltende Export von kritischen Rohstoffen durch China. Deutsche Unternehmen, die international tätig sind, müssen ihre Strategie hinterfragen: Mit wem können sie, mit wem wollen sie Geschäfte machen? Wie machen sie sich unabhängiger von Geschäftspartnern mit entgegengesetzten Interessen? In den Unternehmen wird nachjustiert. 

4. Demografischer Wandel: Tschüss, Boomer!

In diesem Jahr werden viele Frauen und Männer der Jahrgänge 1959 und 1960 die Regelaltersgrenze erreichen. Dazu kommen die Jahrgänge 1961 bis 1963 aus der Generation der Babyboomer, wenn sie die „Rente mit 63“ in Anspruch nehmen. Es werden daher in den kommenden zwölf Monaten fast eine Million „Boomer“ in den Ruhestand wechseln. Für jeweils drei Neu-Rentner kommen nur zwei junge Kräfte nach, hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ausgerechnet. Der Fachkräftemangel dürfte also noch schlimmer werden. Oder aber die Unternehmen setzen auf digitalisierte Prozesse, automatisierte Abläufe und vielleicht sogar auf Künstliche Intelligenz. 

5. Nachfolge: Wer führt den Betrieb weiter?

In hunderttausenden Firmen wird ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht. Die Babyboomer wollen ihr Lebenswerk weitergeben, aber an wen? Kinder oder Enkel winken häufig ab, ebenso interne Führungskräfte. Von potenziellen externen Käufern brechen laut Institut für Mittelstandsforschung (IfM) 40 Prozent den Prozess ab, weil sie von der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens nicht überzeugt sind. Ein Grund für die Schwierigkeit, die Nachfolge zu regeln: Unternehmer*innen beschäftigen sich zu spät mit diesen Fragen. „Idealerweise sollte es noch mehr als zehn Jahre dauern, bis das Thema ,Nachfolge‘ überhaupt akut wird“, sagt Wolfgang Köppe, Spezialist für Nachfolgeberatung bei der Berliner Volksbank. Diese Zeit nutzen Köppe und seine Kolleginnen im Zukunftsdialog, damit der Betrieb geordnet in die richtigen Hände übergeben werden kann. 

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6. Generation Z: Attraktive Arbeitgeber punkten

Die Jahrgänge zwischen 1995 und 2010 fühlen sich im Berufsleben oft unverstanden. Ihre Werte kollidieren mit denen älterer Kolleg*innen. Die hadern ebenfalls, etwa mit der ausbaufähigen Kritikfähigkeit der jungen Menschen. Es gibt also Potenzial zum Knirschen. Doch wer attraktiv für junge Fachkräfte sein will, muss sich auf deren Erwartungen einstellen, sonst suchen sie sich andere Arbeitgeber. Unser Vorschlag: Unternehmen könnten die Irritationen nutzen, um das eigene Selbstverständnis als Arbeitgeber zu hinterfragen – und die Generation Z aus vollem Herzen willkommen zu heißen!

7. Freiheitsenergien: Erneuerbare im Trend

Erneuerbare Energien seien „Freiheitsenergien“, sagte Christian Lindner als Finanzminister, denn sie „lösen uns von Abhängigkeiten“. Je forcierter die Energiewende vorangetrieben wird, desto weniger erpressbar macht sich Deutschland. Mit jedem neuen Wind- und Solarpark sinkt die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdgas oder Erdöl, die zu mehr als 95 Prozent importiert werden müssen (bei Steinkohle sind es sogar 100 Prozent). Umso erfreulicher, dass erneuerbare Energieträger 2024 bereits 57 Prozent des Stroms lieferten und verstärkt Solar- und Windparks gebaut werden. In diesem Jahr soll die 60-Prozent-Marke geknackt werden. Dazu kommen Batteriespeicher, die das Problem der Dunkelflaute erledigen: Gespeicherter Strom wird ins Netz eingespeist, auch wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht. 

8. Homeoffice: Die neue Work-Work-Balance

Für ein Viertel aller Angestellten ist der Wechsel zwischen Büro- und heimischen Schreibtisch längst selbstverständlich. Diese Zahlen haben sich in den vergangenen Jahren stabilisiert und werden auch 2026 nicht einbrechen. Was sich allerdings geändert hat: Unternehmen legen Wert darauf, dass sich ihre Mitarbeitenden regelmäßig vor Ort (sprich: im Büro) sehen. Das fördert nicht nur den kollegialen Austausch, sondern beschleunigt zugleich Absprachen und Prozesse. Um ein „Ja“ oder „Nein“ zum hybriden Arbeiten geht es daher 2026 nicht mehr, sondern um die optimale Balance.

9. Künstliche Intelligenz: Der Durchbruch der KI

Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert die Arbeit in den Unternehmen so stark wie seinerzeit der Einzug der Computer. 36 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen laut Bitkom-Umfrage im vergangenen Herbst bereits KI. Weitere 47 Prozent planen oder diskutieren ihren den Einsatz. Genutzt wird KI überwiegend in Kundenkontakt (88 Prozent) sowie in Marketing und Kommunikation (57 Prozent). „Der Einstieg in die KI ist für Unternehmen so günstig wie noch nie“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. Also werde geguckt, was so geht. Und es geht so einiges. 

10. Digitalisierung: Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen

Der Hype um die KI könnte den Blick auf suboptimale Abläufe in den Unternehmen verstellen. Die gibt es nämlich weiterhin. In jeder dritten Firma wird laut Bitkom-Umfrage rund die Hälfte der Verwaltungsprozesse mithilfe von Papier erledigt. Wer so Ressourcen verschwendet, weiß: Das kostet Zeit und Geld. Prozesse zu digitalisieren, schafft Abhilfe. „Die Betriebe müssen ihr Anpassungsvermögen optimieren und Veränderungen konsequent mitgestalten“, fordert daher DIHK-Experte Torsten Wunderlich und schlussfolgert: „Wer schläft, wird verschwinden.“ 

Profilbild Thomas Killius

Ihr Autor

Thomas KilliusBereichsleiter Firmenkunden

Thomas R. Killius verantwortet seit 2013 den Bereich Firmenkunden der Berliner Volksbank mit rund 250 Mitarbeitenden. Täglich begeistert er sein Umfeld für die Kreativmetropole und die Dynamik der Wirtschaftsstandorte Berlin und Brandenburg.

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