Führung heißt: Vorbild sein – auch beim Geld
Unternehmer*innen prägen Strukturen und Entscheidungen. Und sie prägen Kultur.
Wenn private Finanzthemen verdrängt werden, wirkt sich das indirekt auch auf die Organisation aus. „Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben hier eine Verantwortung“, sagt Turner. „In der Schule lernen wir nichts über Sparen, Geld anlegen oder fürs Alter absichern. Wo verbringen Menschen dann die meiste Zeit? Bei der Arbeit.“
Finanzielle Bildung sei deshalb kein Extra, sondern eine Form der Fürsorge – vergleichbar mit der Gesundheitsprävention.
Im internationalen Vergleich ist Deutschland da eher spät dran. „In den USA ist es völlig normal, über Geld zu sprechen“, so Turner. „Finanzielle Bildung ist dort Bestandteil von Benefits. Bei einem Jobwechsel fragt man: Was bietet ihr beim Financial Wellbeing?", berichtet sie. Der Begriff beschreibt das Maß an finanzieller Kontrolle, Resilienz und Planungssicherheit, also die Fähigkeit, den Alltag finanziell zu bewältigen und zugleich für die Zukunft vorzusorgen. Financial Wellbeing baut auf finanzieller Bildung auf, denn Wissen über Geld ist das Fundament für finanzielles Wohlbefinden. Auch der Begriff finanzielles Wohlbefinden sei in Deutschland vielen nicht mal bekannt, aber– das ändere sich gerade, so Turner. Und Unternehmen, die schon vorbereitet sind, haben einen Wettbewerbsvorteil.