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18.06.2026 | Lesezeit: 4 Minuten

Der neue Schufa-Score 2026: So funktioniert das Bonitätsrating

Klare Kriterien und ein einfaches Punktesystem – der Schufa-Score wurde vollständig überarbeitet. Er ist nun online einsehbar und macht Bonität transparent. Wie funktioniert das NextGen-System? Und was ändert sich für Bankkunden? Die wichtigsten Fragen in der Übersicht. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Transparenz im Fokus: Verbraucher können den neuen Schufa-Score selbst nachrechnen und jederzeit einsehen.
  • Score verbessern: Transparente Kriterien und Daten machen es leichter, die eigene Bonität zu optimieren. 
  • Übergangsfrist bis 2028: Die Berliner Volksbank stellt ihre Systeme auf den neuen Schufa-Score um. Für die meisten Kunden ändert sich nichts.

Ob Miet- oder Handyvertrag, Immobilienkredit oder Online-Shopping – im Alltag kommt es oft auf den Schufa-Score an. Er hilft den Vertragspartnern der SCHUFA, die Bonität ihrer Kunden und Geschäftspartner einzuschätzen. Doch welche Faktoren ihn beeinflussen und wie sie verrechnet werden, war für Verbraucher lange unklar. Die eigene Bonität: eine Blackbox. Das ändert sich nun. Am 17. März 2026 hat die Schufa ihren neuen Schufa-Score NextGen eingeführt.

Was ist der neue Schufa-Score 2026?  

Die Schufa hat ihr Bewertungssystem für Kreditwürdigkeit grundlegend neu aufgestellt. Der Schufa-Score NextGen betont Transparenz und einfache Zugänglichkeit. Er nutzt ein Punktesystem von 100 bis 999, das auf zwölf klar definierten Kriterien basiert. Der alte Basisscore (0 bis 100 %) zog bis zu 100 Faktoren heran, die nicht offengelegt wurden. Er wurde vollständig abgeschafft. Ebenso einzelne Branchenscores, die untereinander abweichen konnten.

Wo kann ich meinen Schufa-Score 2026 einsehen? 

Der Zugriff auf den eigenen Schufa-Score wurde deutlich vereinfacht. Verbraucher können ihn jetzt jederzeit kostenlos auf der Schufa-Website oder über die Bonify-App.

Ein Erklärtool der Schufa erlaubt es zudem, den Score selbst nachzurechnen. Es zeigt auf, wie sich die Bewertung aus den zwölf Kriterien zusammensetzt. Auf dem Weg sind auch fehlerhafte Einträge leicht zu erkennen und zu monieren. Der Score wird vierteljährlich neu berechnet., Änderungen des Scores sind entsprechend nachvollziehbar. 

Welche Kriterien bestimmen den neuen Schufa-Score? 

Verbraucher erhalten für jedes der zwölf Kriterien eine Punktzahl. Die Minimal- und Maximalwerte pro Kriterium unterscheiden sich dabei. Je wichtiger ein Faktor, desto höher die maximal mögliche Punktzahl. Sie spiegelt also wider, wie stark ein Kriterium im Gesamtscore gewichtet wird. Die Kriterien im Einzelnen:

  1. Zahlungsstörungen (100 bis 264 Punkte)
  2. Alter des ältesten Bankvertrags (0 bis 69 Punkte)
  3. Alter der ältesten Kreditkarte (0 bis 81 Punkte)
  4. Alter der aktuellen Adresse (0 bis 94 Punkte)
  5. Alter des jüngsten Rahmenkredits (0 bis 36 Punkte)
  6. Anfragen & Abschlüsse bei Banken in den letzten 12 Monaten (0 bis 117 Punkte)
  7. Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den letzten 12 Monaten (0 bis 99 Punkte)
  8. Neu aufgenommene Ratenkredite in den letzten 12 Monaten (0 bis 66 Punkte)
  9. Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite (0 bis 61 Punkte)
  10. Kreditstatus (0 bis 19 Punkte)
  11. Immobilienkredit (0 bis 55 Punkte)
  12. Vorliegen einer Identitätsprüfung (0 bis 38 Punkte)

Was ist ein guter Schufa-Score und was bedeuten die fünf Score-Klassen? 

Der Gesamtscore wird im neuen System der Schufa in eine von fünf Klassen eingeteilt, abhängig von der Risikobewertung. Laut Schufa fallen 62 Prozent aller Personen in die beste Risikoklasse.

  • Hervorragend: 776 - 999 Punkte (geringes Risiko für Zahlungsausfälle)
  • Gut: 709 - 775 Punkte (durchschnittliches Risiko)
  • Akzeptabel: 642 - 708 Punkte (leicht erhöhtes Risiko)
  • Ausreichend: 100 - 641 Punkte (erhöhtes bis deutlich erhöhtes Risiko)
  • Ungenügend: kein Score (vorhandene Zahlungsausfälle)

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Wie kann ich meinen Schufa-Score verbessern? 

Pünktliche Zahlungen und Konstanz – das ist die kurze Antwort. Eine gute Bonität hängt besonders stark davon ab, dass es keine offenen Forderungen, Mahnungen oder Inkassoverfahren gegen eine Person gibt. Liegt erstmalig eine Zahlungsstörung vor, wird diese nach 18 Monaten gelöscht, sofern der Betrag innerhalb von 100 Tagen ausgeglichen wird. Positiv bewertet wird es, wenn man Bankkonten und Kreditkarten über lange Zeiträume hält und dauerhaft an derselben Adresse wohnt. Vermeiden sollte man es, häufig neue Kreditkarten oder Girokonten anzufragen. Ein laufender Immobilienkredit hingegen erhöht die Kreditwürdigkeit.

Wo kann ich mich über meinen Schufa-Score beschweren, wenn ich ihn nicht richtig finde?

Es ist sinnvoll, regelmäßig im Schufa-Account die eigenen Daten zu prüfen, um gegebenenfalls fehlerhafte Einträge zu finden. Diese sollten direkt beim Schufa-Privatkunden ServiceCenter gemeldet werden: über das Schufa-Hilfeportal, per E-Mail oder postalisch. Sollte das Anliegen hier nicht geklärt werden können, können Verbraucher sich an die Ombudsfrau der Schufa wenden, eine unabhängige Schlichtungsstelle. Wird auch hier keine Löschung der falschen Daten erreicht, kann die zuständige Datenschutzbehörde eingeschaltet werden.

Wer kann auf den Schufa-Score zugreifen? 

Neben dem Verbraucher können alle Vertragspartner der Schufa den Score einsehen, sofern ein berechtigtes Interesse besteht. Dies ist der Fall, wenn ein Vertragsabschluss mit einer Person ansteht. Zu den Unternehmen, die Schufa-Scores abfragen, gehören Banken und Sparkassen, Handy-Anbieter, Online-Händler, Versicherungen und Energieversorger. Wer eine neue Wohnung mieten möchte, muss dem Vermieter in der Regel ebenfalls eine Bonitätsauskunft vorlegen.

Wie nutzt die Berliner Volksbank den neuen Schufa-Score? 

Der Schufa-Score dient der Volksbank grundsätzlich als ergänzende Informationsquelle innerhalb ihres eigenen Bonitätsratings. Das gilt auch weiterhin mit der Einführung des Schufa-Score Next Gen. Er wird nach Anpassung der hausinternen Bewertungsverfahren und der zugehörigen IT-Infrastruktur vollumfänglich in den Bewertungsprozess der Bank integriert. Sie nutzt dabei eine Übergangsfrist der Schufa, die eine Umstellung bis Ende 2028 vorsieht. So lange können beide Systeme genutzt werden.

Was bedeutet der neue Schufa-Score für mich als Kunden? 

 Für Kunden der Berliner Volksbank ändert sich durch die Einführung des neuen Schufa-Scores nichts. Im Rahmen von Konto- oder Kreditanträgen wird auch nach Umstellung auf das neue System standardmäßig eine Schufa-Abfrage gemacht. Der Score fließt als ein Kriterium in die Bonitätsprüfung ein. Carsten Rossow, Prozessmanager Prozessorganisation bei der Volksbank, erklärt: „Für den allergrößten Teil unserer Kunden wird sich der Score nicht ändern. Dramatische Verschlechterungen oder Verbesserungen sind nach den Auswirkungsanalysen der SCHUFA unwahrscheinlich.“

Profilbild Philipp Nagels

Ihre Autorin

Philipp Nagels | Freier Journalist

Philipp Nagels ist Diplom-Psychologe und arbeitet als freier Journalist und Kommunikationsberater in Berlin. Er schreibt für diverse Medien (AufRuhr Magazin, SCHUB Magazin, ZEIT, WELT) und ist für Agenturen (Studio ZX/ZEIT) und Unternehmen (Deutsche Bahn) tätig.

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