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Team der "Aktiv Trocknung" posiert lachend vor ihrem Firmenwagen in einer grünen Parkanlage.
Felix Plogmaker (Autodach mitte) und sein Team. © Aktiv-Trocknungsservice GmbH

26.03.2026 | Lesezeit: 7 Minuten

„Nachfolge ist kein Alleingang“ – Wenn ein Unternehmen den Eigentümer wechselt

Die Übernahme der Aktiv‑Trocknungsservice GmbH zeigt: Erfolgreiche Unternehmensnachfolge ist das Zusammenspiel vieler Faktoren - persönlicher Reife, professioneller Begleitung und dem Mut, schwierige Themen anzusprechen.

Firmenkunden – Geschäftsstrategie – Referenz

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine zufällige Begegnung wurde zur Nachfolgechance: Für Felix Plogmaker entwickelte sich aus einem früheren Unternehmerkontakt Jahre später die Möglichkeit, die Aktiv-Trocknungsservice GmbH zu übernehmen.
  • Nachfolge bedeutet mehr als Eigentumsübertragung: Neben Finanzierung und Vertragsfragen spielen auch Unternehmenskultur, Teamdynamik und ein strukturierter Übergabeprozess eine entscheidende Rolle.
  • Erfahrene Begleitung schafft Sicherheit: Professionelle Beratung half, Kaufpreisverhandlungen zu strukturieren und eine tragfähige Finanzierung für die Übernahme aufzubauen.

Wenn aus Smalltalk eine Nachfolge-Chance wird

Der erste Impuls für Felix Plogmakers Weg in die Selbstständigkeit entstand bei einem Unternehmerfrühstück in Berlin. Als Handwerkersohn, der viele Jahre in der Automobilindustrie arbeitete, brachte er bereits früh Erfahrungen in Verantwortung und Führung mit. Der dort entstandene Kontakt zum Inhaber der Aktiv‑Trocknungsservice GmbH, dem späteren Übergeber, blieb zunächst unverbindlich. Erst Jahre später – nach persönlichen Veränderungen im Umfeld des Altgesellschafters – entwickelte sich aus dem damaligen Austausch eine konkrete Nachfolgechance.

Auf dem Nachfolgetag Berlin, bei dem auch die Berliner Volksbank als Partner vertreten war, erzählte Felix Plogmaker seine Geschichte – offen, nahbar und mit vielen wertvollen Einblicken für andere Unternehmer*innen.

Nachfolge gesucht: In Berlin sind tausende Unternehmen betroffen

Der Nachfolgetag machte sichtbar, wie relevant und drängend das Thema aktuell ist: Die Veranstaltung in der IHK Berlin war bis auf den letzten Platz gefüllt, zusätzlich wurde ins Foyer übertragen. Auch regional zeigt sich der Handlungsdruck deutlich. Allein in Berlin stehen in den kommenden Jahren über 8.000 Unternehmen vor der Herausforderung, eine geeignete Nachfolgelösung zu finden. Dabei sind klare Prozesse, realistische Erwartungen und professionelle Unterstützung das A und O, damit ein Lebenswerk erfolgreich in neue Hände gehen kann.

Unternehmensnachfolge heißt oft: Neustart und kultureller Wandel

Bevor eine Übernahme infrage kam, einigten sich Übergeber und Nachfolger auf eine einjährige Geschäftsführerphase. Für Plogmaker war dieser Schritt entscheidend, um das Unternehmen in seiner Tiefe zu verstehen: Prozesse, Kundenstruktur, Betriebsabläufe – und vor allem die Menschen dahinter.

Während vieles positiv verlief, zeigte sich jedoch bald, dass nicht alle internen Strukturen stabil waren. Der Wendepunkt kam, als eine langjährige Mitarbeiterin unerwartet kündigte. Ein offenes Gespräch machte klar: Die Ursache lag nicht in neuen Führungsimpulsen, sondern in einer seit Jahren schwelenden Konfliktsituation innerhalb der Belegschaft. Diese „unsichtbare Ebene“ zeigte sich erst, als Plogmaker Verantwortung übernahm.

Mit klaren Entscheidungen und offener Kommunikation gelang es Plogmaker, das Team zu stabilisieren und eine neue Vertrauenskultur aufzubauen. Seine Erkenntnis daraus: Nachfolge kann auch ein kultureller Neustart sein.

Von Gründung bis Nachfolge: Wir begleiten Sie.

Sie haben eine zündende Idee und möchten daraus ein eigenes Unternehmen machen? Unser Expertenteam begleitet Gründer*innen in Berlin und Brandenburg auf dem gesamten Weg dorthin.

Oder haben sie bereits ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut und überlegen, wie Ihr Lebenswerk langfristig fortgeführt werden soll? Unsere Nachfolgespezialist*innen denken den Nachfolgeprozess ganzheitlich und finden gemeinsam mit Ihnen den besten Weg.

Eine Geschäftsübernahme braucht erfahrene Beratung

Als der operative Einstieg gemeistert war, rückte die finanzielle und strategische Seite der Nachfolge in den Mittelpunkt. Die Abstimmung zwischen Käufer und Verkäufer, die Frage des Kaufpreises und die Finanzierung verlangten nach viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

Felix Plogmaker wandte sich daher an die Berliner Volksbank. Hier arbeiteten die Nachfolgespezialisten und das GründerCenter im Hintergrund eng zusammen. 

Kundenberater, Sebastian Gärtner, moderierte die Kaufpreisgespräche. Er führte beide Seiten durch komplexe Verhandlungsschritte. Dabei gelang es ihm, sowohl wirtschaftliche als auch emotionale Sichtweisen auszubalancieren. Er schaffte einen klaren Rahmen, in dem beide Seiten zu einer realistischen Einigung fanden. 

Parallel dazu entstand ein Finanzierungsmodell, das zur Struktur des Unternehmens und zur persönlichen Situation von Felix Plogmaker passte. Dazu prüften die Experten gemeinsam mit ihm die Tragfähigkeit und halfen, eine Liquiditäts- und Rentabilitätsvorschau zu entwickeln. Darauf basierend kombinierten sie die richtigen Finanzierungsbausteine - inklusive Sicherheiten und Fördermittel.

Aus der engen Zusammenarbeit wuchs eine solide Gesamtstruktur – fachlich, finanziell und menschlich.

Unternehmensnachfolge oder selber gründen? 

Plogmaker hatte Gründungserfahrung, bevor er die Aktiv-Trocknungsservice GmbH übernahm. Für sich selbst erkannte er jedoch, dass er lieber in ein bestehendes Unternehmen einsteigen wollte. Er hielt das für die nachhaltigere und stabilere Option. Die Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern gab ihm die Sicherheit, die er brauchte, um eine große unternehmerische Entscheidung zu treffen.

„Man kann nicht alles allein machen“, sagte er beim Nachfolgetag. „Man braucht Partner, die das große Ganze sehen – und auch mal unbequeme Fragen stellen.“

Für Felix Plogmaker war die Begleitung durch erfahrene und verlässliche Partner entscheidend – sie ebneten ihm den Weg in die eigene unternehmerische Zukunft.

Tipps für Nachfolgeinteressierte 

Aus seiner Erfahrung heraus rät Felix Plogmaker dazu, sich Zeit zu nehmen und nicht zu früh einfache Lösungen zu erwarten. Eine Nachfolge sei immer ein Prozess, der von Offenheit, Realismus und sorgfältiger Planung lebt. Externe Expertise – besonders im Bereich Bewertung, Finanzierung und Übergabestruktur – sei unverzichtbar. Und vor allem brauche es beidseitige Bereitschaft, aufeinander zuzugehen.

Profilbild Guido Wegner

Ihr Autor

Guido Wegner | Leiter Berliner Beratungscenter für Gründer- und Nachfolgefinanzierung

Guido Wegner leitet das Berliner Beratungscenter für Gründer- und Nachfolgefinanzierung der Berliner Volksbank. Er prüft mit seinem Team jährlich hunderte Businesspläne. Außerdem ist er als Juror und Mentor bei verschiedenen Gründungs-, Startup- und Nachfolgeformaten aktiv. Daher weiß er, worauf es ankommt und welche Fallstricke Gründer*innen mitunter übersehen.

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