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Laptop mit Präsentationsansicht zum Brandenburger Innovationspreis 2026.
Der diesjährige Brandenburger Innovationspreis stand unter dem Zeichen der Digitalisierung. © Marcel Schwickerath

08.10.2026 | Lesezeit: 6 Minuten

„Innovationen sind ein wichtiger Schlüssel für Brandenburgs Zukunft“

Hendrik Fischer im Interview

Welche Zukunftsfelder bieten Brandenburg besonders großes Innovationspotenzial? Warum spielt Digitalisierung eine Schlüsselrolle für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen? Und was macht eine Innovation erfolgreich? Darüber spricht Hendrik Fischer, Staatssekretär im brandenburgischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa und Vorsitzender der Jury des Brandenburger Innovationspreises, im Interview.

Das Wichtigste in Kürze

  • Brandenburg bietet große Innovationspotenziale in den Bereichen Energie, Mobilität, Gesundheit, KI und nachhaltige Produktion. 
  • Digitalisierung hilft Unternehmen, Prozesse zu optimieren, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und dem Fachkräftemangel zu begegnen. 
  • Innovationen stärken die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz von Unternehmen gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten.

Mit dem Brandenburger Innovationspreis würdigt das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg herausragende und zukunftsweisende Innovationen. Nach der Preisverleihung veranstaltete die Berliner Volksbank gemeinsam mit dem Ministerium einen Netzwerkabend für rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft. Im Mittelpunkt standen Austausch und Vernetzung. Neben Nominierten und Preisträgerinnen und Preisträgern war auch Staatssekretär Hendrik Fischer zu Gast, der den Jury-Vorsitz des Brandenburger Innovationspreises innehat. Im Interview spricht er über Zukunftsfelder, Digitalisierung und die Innovationskraft Brandenburgs.

Herr Fischer, in welchen Zukunftsfeldern sehen Sie für Brandenburg aktuell die größten Innovationspotenziale?

Ein großes Potenzial sehe ich aktuell im Bereich der intelligenten Energiesysteme. Brandenburg ist beispielsweise in der Wasserstoffwirtschaft und bei CO₂-armen Industrieprozessen bereits gut aufgestellt.

Auch im Bereich Mobilität gibt es große Innovationschancen, beispielsweise in der Luftfahrt. Brandenburg verfügt hier über zahlreiche leistungsfähige KMU und große Unternehmen, aber auch über eine starke Forschungs- und Wissenschaftslandschaft.

Ein weiteres wichtiges Zukunftsfeld ist der Gesundheitsbereich, insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung. Ein gutes Beispiel ist die MUL-CT, die als „Digitales Leitkrankenhaus“ fungieren und von Beginn an digital konzipiert werden soll. Hier zeigt sich, wie innovative digitale Lösungen unmittelbar in der Versorgung eingesetzt und gleichzeitig als Modell für weitere Einrichtungen genutzt werden können.

Darüber hinaus werden Künstliche Intelligenz und nachhaltige Produktion für Brandenburg zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Diese Themen spiegeln sich auch in der neuen gemeinsamen Innovationsstrategie mit Berlin (InnoBB 2035) wider. Mit ihr wollen wir die relevanten Zukunftsfelder gezielt weiterentwickeln, vorhandene Kompetenzen bündeln und vor allem den Transfer von Forschungsergebnissen in innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle stärken.

Was macht für Sie als Jury-Vorsitzender eine überzeugende Innovation aus?

Eine überzeugende Innovation zeichnet sich dadurch aus, dass sie einen konkreten Mehrwert schafft und ein reales Problem löst. Entscheidend ist, dass die Innovation auch in der Praxis umsetzbar ist. 

Eine Innovation sollte unser Leben oder unsere Arbeit einfacher, effizienter oder nachhaltiger machen. Sie kann dabei Unternehmen entlasten, neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen oder einen konkreten gesellschaftlichen Nutzen haben.

Als Jury-Mitglied schaue ich daher darauf, ob durch eine Innovation tatsächlich eine Lösung entsteht, die auch langfristig etwas zum Positiven verändern kann. 

Ihr Strategie-Partner in jeder Situation

Orientierung, egal wo Sie stehen. Begleitung, egal wo Sie hinwollen. Wir nehmen Beratung persönlich und begleiten Sie und Ihr Unternehmen als strategischer Partner. Wir hören genau zu und wollen verstehen, was Sie bewegt. Sie können sich auf unsere Branchenexpertise und unser starkes Netzwerk an Fähigkeiten verlassen. Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir passgenaue Lösungen für Ihren Erfolg.

Was brauchen Sie noch? Sprechen Sie mit uns. 

Warum liegt der Fokus des diesjährigen Wettbewerbs auf Digitalisierung?

Die Digitalisierung ist für unsere Unternehmen ein zentrales Thema und bietet große Chancen, beispielsweise um Prozesse effizienter zu gestalten, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder den Fachkräftemangel abzufedern. 

Damit diese Potenziale aber auch tatsächlich genutzt werden können, müssen Unternehmen wissen, wo Digitalisierung einen konkreten Mehrwert schafft und wie sie sinnvoll eingesetzt werden kann. Genau deshalb ist es wichtig, das Thema sichtbar zu machen und gute Beispiele aus der Praxis hervorzuheben. Der Innovationspreis bietet dafür eine gute Plattform. 

Was hat Sie an den diesjährigen Einreichungen besonders überrascht oder beeindruckt?

Was mich an den diesjährigen Einreichungen besonders beeindruckt hat, ist die Leidenschaft und der Ideenreichtum, mit denen Menschen an neuen Lösungen arbeiten. Dabei ist es besonders bemerkenswert, mit welcher Vision und Ausdauer geforscht, entwickelt und ausprobiert wird.

Denn Innovationen entstehen nicht von heute auf morgen. Es braucht Mut, Geduld und auch die Bereitschaft Rückschläge auszuhalten. 

Ich freue mich zu sehen wie viel Innovationskraft in unseren Unternehmen und Forschungseinrichtungen steckt. Das zeigen auch die ausgezeichneten Innovationen: 

„Sternenstaub“ für Quantencomputer: Die quantum grade materials [qgm] GmbH hat ein Verfahren patentiert, um aus einem auf dem Markt frei verfügbaren Ausgangsstoff reines Silizium-28 zu extrahieren und industriell nutzbar zu machen.

Aury – die KI-Plattform für mentale Gesundheit: Die Aury GmbH entwickelt eine der ersten EU-regulierten KI-Plattform für mentale Gesundheit, die Orientierung, Prävention und klinische Versorgung in einem Produkt vereint.

MineralCycle: Die Nehlsen Berlin-Brandenburg GmbH & Co.KG hat eine kompakte Recyclinganlage, die wässrig-mineralische Abfälle zu hochwertigen Recycling-Baustoffen (Sand/Kies) umwandelt. Das Verfahren ist rein mechanisch, ohne chemische Reaktionen und ohne Frischwasserverbrauch.

Teilnehmende eines Netzwerktreffens stehen bei Gesprächen in einem Veranstaltungsraum zusammen.
Staatssekretär Hendrik Fischer und Tilo Hönisch beim Netzwerkevent der Berliner Volksbank | © Marcel Schwickerath

Viele Unternehmen stehen aktuell unter Kosten- und Wettbewerbsdruck. Warum lohnt es sich gerade jetzt in Innovationen zu investieren?

Im Besten Fall helfen Innovationen dabei, in Krisen resilienter zu sein und diese zu bewältigen. Wir stehen weiterhin vor großen und langfristigen Herausforderungen, wie dem Klimawandel oder demographischem Wandel, aber leider auch vermehrt vor geopolitischen Herausforderungen. Hier ist es wichtig auf Innovationen zu setzen, um mitzuhalten. 

Gerade in herausfordernden Zeiten kann es sich besonders lohnen, in Innovationen zu investieren. Innovationen können Unternehmen resilienter und effizienter machen und dabei helfen sich langfristig im Wettbewerb zu behaupten. 

Deshalb dürfen wir trotz des aktuellen Kosten- und Wettbewerbsdrucks nicht nur kurzfristig denken. Gerade in diesen Zeiten sind Innovationen ein wichtiger Schlüssel, um wettbewerbsfähig und anpassungsfähig zu sein. 

Was möchten Sie den brandenburgischen Unternehmerinnen und Unternehmern mit auf den Weg geben?

Zunächst möchte ich mich bei allen Unternehmerinnen und Unternehmern für ihren Einsatz und ihren Mut bedanken, mit neuen Ideen unsere Wirtschaft und unser Leben ein Stück besser und moderner zu machen.

Gerade mit Blick auf die Digitalisierung möchte ich den Unternehmen mitgeben: Schauen Sie sich an, welche Möglichkeiten die Digitalisierung für Ihr eigenes Unternehmen bietet, und gehen Sie die ersten Schritte. Die digitale Transformation kann große Potenziale eröffnen, beispielsweise durch automatisierte Prozesse, neue Vertriebswege, eine bessere Vernetzung von Geschäftsbereichen oder auch durch den gezielten Einsatz von KI.

Das gilt gerade für die vielen KMUs in Brandenburg. Für sie kann die digitale Transformation aufgrund begrenzter personeller oder finanzieller Ressourcen eine besondere Herausforderung sein. Gleichzeitig können gerade kleinere Unternehmen sehr konkret von digitalen Lösungen profitieren. Das Wirtschaftsministerium unterstützt Unternehmen mit passenden Förderprogrammen wie dem BIG-Digital.

Daher möchte ich mitgeben, Digitalisierung als Chance anzusehen, um das eigene Unternehmen zukunftsfähig zu machen.

Experte Hendrik Fischer

Ihr Expert

Hendrik Fischer | Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg

Hendrik Fischer ist Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg. Für den Brandenburger Innovationspreis 2026 hat er den Vorsitz der achtköpfigen Jury übernommen, die die Nominierungen in drei Kategorien fachlich beurteilte. 

Portraitbild von Thilo Hönisch

Ihr Autor

Tilo Hönisch | Vertriebsleiter Marktgebiet Firmenkunden Brandenburg

Tilo Hönisch ist seit dem 01.04.2025 Vertriebsleiter für das Marktgebiet Brandenburg bei der Berliner Volksbank. Zuvor war er bei der Investitionsbank des Landes Brandenburg tätig und hat Unternehmen und Kommunen bei Investitionen begleitet. Er hat zudem Erfahrung als Unternehmer und kann daher auch diese Perspektive einnehmen. In seiner Heimat Brandenburg ist er stark verwurzelt und vernetzt.

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