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Techniker mit Schutzhelm und Warnweste überprüft Klimaanlagen mit Laptop in einer modernen Industrieumgebung; Hinweis auf Investitionen (Teil 2/3)
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16.04.2026 | Lesezeit: 10 Minuten

Investieren in Energieeffizienz: 10 Tipps zum Kostensenken

Gegen hohe Energiepreise hilft kein Jammern. Was hingegen hilft: den eigenen Energieverbrauch und damit Kosten zu senken. Wir haben zehn Tipps für Unternehmen, die in Energieeffizienz investieren wollen.  

Firmenkunden - Investitionen - Artikel

Das Wichtigste in Kürze

  • Ungenutztes Potenzial: 30 bis 40 Prozent ihrer Energiekosten können Unternehmen durch Investitionen in Energieeffizienz einsparen.
  • Schnelle Amortisierung: Je höher die Energiepreise steigen, desto eher rechnen sich Investitionen in Energieeffizienz.
  • Verlässliche Fördermittel: Investitionen in Energieeffizienz werden durch staatliche Mittel gefördert, das lindert die finanzielle Last.

Wenn die Preise für Energie jederzeit unvermutet in die Höhe schießen können, werden Investitionen in Energieeffizienz immer wichtiger. Das zeigt der Krieg am Persischen Golf ebenso wie die Streitigkeiten um russisches Öl und Flüssiggas aus den USA. Der Preis für ein Barrel Brent-Öl lag beim Jahreswechsel noch bei 60 Dollar, im Frühjahr stieg er über 100 Dollar. Das betrifft auch deutsche Unternehmen, deshalb schiebt sich eine Frage wieder ins Zentrum der Überlegungen, die im Tagesgeschäft allzu oft in den Hintergrund rückt: Wie können wir Kosten senken, indem wir in Energieeffizienz investieren?

30 Prozent sparen durch Energieeffizienz

Das Potenzial ist gewaltig. 30 Prozent ihres Energieverbrauchs können Unternehmen durch entsprechende Maßnahmen einsparen, veranschlagt das Bundeswirtschaftsministerium. Für die deutsche Industrie liegt das Potenzial sogar bei 40 Prozent – vor allem bei der Prozessenergie. Es gebe dafür viele „marktnahe Maßnahmen“ mit Amortisationszeiten von höchstens drei Jahren, heißt es in der Studie „Volkswirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Bewertung der Energieeffizienz in der Industrie“. Als größten Hebel identifiziert die Studie die Prozesswärme und „Motion“, also Pumpen, Ventilatoren und Maschinen.

„Obwohl die Maßnahmen in vielen Unternehmen bekannt sind und wirtschaftlich attraktiv wären, gibt es erhebliche Hemmnisse“, konstatiert die Studie. Auf betrieblicher Ebene seien dies vor allem fehlende Personalkapazitäten, mangelnde Liquidität sowie die Präferenz für kurze Amortisationszeiten statt fundierter Kapitalwertbetrachtungen. Allerdings gebe es auch strukturelle Hemmnisse, insbesondere „der unstetige politische Regulierungsrahmen“. Trotzdem geht es voran, wie der Energieeffizienz-Index der Universität Stuttgart festhält. Alexander Sauer, Leiter des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion, sagt: „Deutsche Unternehmen investieren wieder mehr in Energieeffizienz.“

So schnell amortisieren sich Investitionen in Energieeffizienz

Nicht nur in der Produktion, auch im Büro gibt es Ansatzpunkte, um Energie effizienter zu nutzen. Allerdings sollte vor jeder Maßnahme berechnet werden, wann sich die Investition amortisiert. Viele Unternehmen schrecken vor Investitionen zurück, die sich erst in fünf oder acht Jahren rechnen. Das ist (im Wortsinne) zu kurzfristig gedacht und gehandelt. Die Ereignisse am Persischen Golf belegen eindrücklich, wie abrupt Energiepreise in die Höhe schießen können – niemand will kalt erwischt werden. Was sich laut Planung erst nach zwölf oder 15 Jahren amortisiert, kann sich bei steigenden Energiepreisen durchaus bereits locker innerhalb der nächsten zehn Jahre rechnen.

Investieren mit Förderung

Investitionen fallen leichter, wenn sie durch Fördermittel unterstützt werden. In nahezu allen Branchen gibt es weitaus mehr Fördermöglichkeiten, als vielen Unternehmerinnen und Unternehmer bewusst ist.

Unsere Fördermittelexpert*innen zeigen Ihnen, welche Optionen für Sie in Frage kommen und berechnen gern, wie Sie durch geförderte Investitionen profitieren können. Außerdem unterstützen wir Sie bei der Antragstellung – damit Sie sich ganz auf Ihr Geschäft konzentrieren können.

10 Tipps für mehr Energieeffizienz

Zehn Bereiche haben wir herausgegriffen, in denen sich Investitionen fast immer innerhalb weniger Jahren amortisieren: 

1. Gebäude sanieren

Zugegeben, ein erwartbarer erster Punkt , gleichwohl bleibt er zentral. Wer Wände oder Dach dämmt, zudem Fenster, Türen und die Heizung austauscht und nicht zuletzt Sonnenkollektoren auf dem Dach montiert, spart bis zu 60 Prozent an Energiekosten. 

2. IT updaten

Ohne Informationstechnologien geht heute wenig, allerdings ist die IT ein echter Stromfresser. Wer mit überdimensionierten IT-Systemen arbeitet oder energie-intensive Computer nutzt, merkt das an der Stromrechnung: Bis zu 70 Prozent lassen sich einsparen.

3. Prozesswärmebedarf senken

In der Chemie-, Lebensmittel- oder Papierindustrie und in vielen anderen Branchen verbraucht Prozesswärme am meisten Energie. Bis zu 30 Prozent an Energiekosten lassen sich einsparen, wenn die Abwärme der Prozesswärme genutzt oder zurückgewonnen wird. 

4. Druckluftsystem überprüfen 

Wer drehzahlgeregelte Kompressoren und eine zentrale Steuerung nutzt, kann den (mitunter unnötig hohen) Systemdruck an den tatsächlichen Bedarf anpassen. Abwärme kann über Wärmerückgewinnung genutzt werden. Das Einsparpotenzial liegt bei bis zu 50 Prozent der Energiekosten.

5. Kältetechnik optimieren 

Kälteanlagen arbeiten oft ineffizient, weil die Komponenten nicht aufeinander abgestimmt sind. Auch hier gilt: Wo Kälte erzeugt wird, entsteht Abwärme, die sich oft gut nutzen lässt. Das Einsparpotenzial liegt auch beim Einsatz effizienterer Kältetechnik bei 30 Prozent.

6. Lüftungstechnik überprüfen 

Lüftungssysteme verursachen oft hohe Kosten, vor allem bei veralteter Technik. Moderne Anlagen mit drehzahlgeregelten Ventilatoren und motorischen Volumenstromreglern passen sich flexibel dem Bedarf an. Auch hier kann die Abwärme zurückgewonnen werden. Einsparpotenzial: bis zu 25 Prozent.

7. Motoren austauschen 

Der Austausch von altgedienten Elektromotoren gegen energieeffizientere Modelle lohnt sich insbesondere in Kombination mit Frequenzumrichtern und intelligenter Steuerung. Auch bei Elektromotoren lassen sich die Energiekosten um bis zu 30 Prozent senken.

8. Pumpen modernisieren 

Überdimensionierte Pumpensysteme oder unnötig mitlaufende Bypässe bieten ein großes Einsparpotenzial. Hocheffizienzpumpen mit Drehzahlregelung passen Leistung und Fördermenge an den tatsächlichen Bedarf an – und sparen bis zu 30 Prozent an Energiekosten.

9. Beleuchtung anpassen

Die Kosten für Beleuchtung sind zwar nicht immens, wohl aber die Einsparmöglichkeiten. Wer auf LED-Leuchten umsteigt sowie Präsenzmelder und Lichtsensoren nutzt, kann die Kosten mehr als halbieren – nicht zuletzt aufgrund des sinkenden Wartungsaufwands. 

10. Energiemanagement einführen

Ein Energiemanagementsystem erfasst alle für den Energieverbrauch relevante Daten und wertet sie aus. Das erlaubt es, Schwachpunkte und daraus entstehenden Handlungsbedarf schnell zu erkennen und umzusetzen. Zugleich legt das Energiemanagementsystem die Basis für kontinuierliche Verbesserungen.

Fördermittel und Investitionskredite

Für das Energiemanagement gilt wie für alle anderen Investitionen, die zu einer besseren Energieeffizienz führen: Fast immer gibt es Fördermittel in Form zinsgünstiger Kredite oder direkter Zuschüsse von Bund und Ländern, vor allem über die staatliche Förderbank KfW und dem Bafa (Bundesamt für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft). 

Die Kredit- und Förderprogramme ändern sich allerdings ständig, sodass es aufwändig ist, den Überblick zu behalten und das jeweils optimal passende Programm zu finden. Mein Tipp: Sprechen Sie mit den Fördermittelberaterinnen und -beratern der Berliner Volksbank. Sie haben jederzeit den Überblick über alle relevanten Förderkredite und Zuschüsse der Förderinstitute. Unsere Expertinnen und Experten prüfen alle Förderprogramme daraufhin ab, welche sich am besten für Ihr Vorhaben eignen und begleiten Sie anschließend durch den gesamten Prozess. 

Rechenbeispiel: Austausch einer Druckluftanlage

Viele Unternehmen nutzen Druckluft und wissen daher: Diese Anlagen fressen viel Energie. Entsprechend schnell rechnen sich energieeffizientere Anlagen.

Ausgangslage 

Der alte Kompressor verbraucht 100.00 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr, das sorgt bei einem Strompreis von 30 Cent pro kWh für jährliche Kosten von 30.000 Euro.

Investition

Kauf und Einbau einer neuen Druckluftanlage werden mit 36.000 Euro veranschlagt. Der effizientere Kompressor verbraucht jährlich nur 60.000 kWh. Die Energiekosten fallen auf 18.000 Euro.

Amortisation

Die ausgetauschte Anlage senkt die jährlichen Energiekosten um 12.000 Euro. Damit amortisiert sich die neue Druckanlage (36.000 : 12.000 = 3.00) nach drei Jahren.

Der größte „Fehler“ bei diesem Rechenbeispiel: Sie unterschlägt, dass Investitionen in Energieeffizienz finanziell gefördert werden. Bei einem 30-Prozent-Zuschuss, also 10.800 Euro, betragen die Investitionskosten effektiv nur 25.200 Euro. Damit hat sich die Druckluftanlage bereits nach gut zwei Jahren amortisiert (25.200 : 12.000 = 2.10). Dabei sind die geringeren Wartungskosten und eventuell steigende Energiepreise nicht mal eingerechnet.

Quelle für das Rechenbeispiel: Bundesstelle für Energieeffizienz

Portrait Mandy Schmidtill

Ihre Autorin

Mandy Schmidtill

Seit 1998 gehört Mandy Schmidtill zur Berliner Volksbank, seit 20 Jahren liegt ihr beruflicher Schwerpunkt im Firmenkundengeschäft. Ihre besondere Leidenschaft gilt seit vier Jahren dem Thema Fördermittel: Sie begleitet Unternehmen dabei, Chancen zu erkennen und die richtigen Förderwege für ihre Vorhaben zu nutzen.

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