Szenario 2: Andauernde Spannungen belasten die Konjunktur
Der Krieg mag offiziell beendet sein, doch zu merken ist davon wenig. Immer wieder kommt es zu Übergriffen, ein Aufflackern des Kriegs scheint jederzeit möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Szenario eintritt, beziffert Holthusen auf 30 Prozent. Bei einem Preis von 80 Dollar für ein Barrel Brent-Öl müsste die EZB schon dieses Jahr über eine Erhöhung des Leitzinses nachdenken und die Fed sich fragen, ob es tatsächlich sinnvoll ist, den Leitzins zu senken.
Das Wirtschaftswachstum in Deutschland würde in diesem Szenario auf 1,0 Prozent sinken und sich erst im kommenden Jahr auf 1,4 Prozent berappeln. Auch die Inflation würde steigen, auf 2,3 Prozent in diesem und 2,4 Prozent im nächsten Jahr. Das wäre laut Holthusen zwar „verkraftbar“, doch müsse die EZB aktiv werden, um ihr Ziel zu erreichen, die Inflationsrate europaweit möglichst unter 2,0 Prozent zu halten.