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Person hält einen Vortrag vor Publikum auf einer Konferenzbühne.
© Marie Staggat

27.08.2026 | Lesezeit: 4 Minuten

Finanzielle Freiheit ist kein Zufall: Wie Frauen in ihre Zukunft investieren

Wie gelingt finanzielle Freiheit? Beim SALON F der Berliner Volksbank sprechen Souâd Benkredda und Martina Palte darüber, warum Frauen ihre Finanzen aktiv gestalten, investieren und vorsorgen sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Finanzielle Freiheit beginnt mit Wissen, Mut zum Investieren und einer aktiven Auseinandersetzung mit der eigenen Vorsorge.
  • Der SALON F der Berliner Volksbank zeigt, wie Netzwerke und offene Gespräche über Geld Frauen stärken können.
  • Finanzbildung in der Familie legt den Grundstein für einen selbstbewussten Umgang mit Geld.

Frauen haben heute so viele Möglichkeiten wie nie zuvor, ihre finanzielle Zukunft selbst zu gestalten. Trotzdem sind sie beim Investieren und bei der Altersvorsorge oft noch unterrepräsentiert. Beim SALON F der Berliner Volksbank zeigen zwei Bankvorständinnen, wie Frauen genau das gelingen kann – mit Wissen, starken Netzwerken und der Bereitschaft, offen über Geld zu reden.

Eine Familiengeschichte über Mut, Geld und Unabhängigkeit

Auf der Leinwand flimmert kein trockener Börsenchart, sondern das Foto eines Wohnzimmers aus den 1950er-Jahren. In der Mitte sitzt Souâd Benkreddas Großmutter, umringt von Kindern, um den Hals eine Kette aus kleinen Golddukaten. Von genau diesen Münzen lebt die Familie, als der Großvater aus dem algerischen Unabhängigkeitskrieg nicht zurückkehrt. Mehr Vermögen gibt es nicht. „Das war die erste bewusste Investitionsentscheidung dieser mutigen Frauen“, erzählt Benkredda. Ihre Familiengeschichte bringt das Thema Frauen und Finanzen auf den Punkt: Es geht um Sicherheit, Unabhängigkeit – und darum, sich nicht in eine Rolle drängen zu lassen, die andere vorgesehen haben.

Drei Personen machen ein Gruppenfoto vor Publikum bei einer Veranstaltung.
v.l.n.r.: Frauke van Bevern, Martina Palte und Souâd Benkredda

Berliner Volksbank setzt mit SALON F auf Female Empowerment und Finanzbildung

Der Abend findet im Rahmen des SALON F statt, eines Netzwerkformats der Berliner Volksbank von Frauen für Frauen. Das Format bringt Frauen bewusst zusammen und macht Themen sichtbar, die sonst oft unter dem Radar bleiben. Damit zeigt die Bank bewusst Flagge. Unter dem Motto „Geld. Selbstbestimmung. Freiheit – Frauen investieren anders“ diskutieren Souâd Benkredda, seit dem 1. Juli 2026 stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DZ Bank, und Martina Palte, Vorständin der Berliner Volksbank, mit Moderatorin Frauke van Bevern darüber, wie finanzielle Freiheit im Alltag konkret aussehen kann. Van Bevern leitet den Bereich Marke und Unternehmenskommunikation der Berliner Volksbank und hat den SALON F 2023 initiiert – aus der Überzeugung, dass Sichtbarkeit und Female Empowerment kein Zufall sind, sondern Räume und echte Verbündete brauchen.

Finanzielle Freiheit: Mit kleinen Schritten ins Investieren starten

„Die Realität ist: Frauen haben im Alter oft weniger zur Verfügung“, sagt Benkredda. „Gerade deshalb sollten wir das Thema selbstbewusst angehen, statt es zu verdrängen.“ 

Für beide ist Pragmatismus entscheidender als Perspektivwechsel: „Es beginnt sehr früh mit der Frage: Was traue ich mir zu, was darf ich mir nehmen?“ Finanzielle Unabhängigkeit heißt für Palte, eigene Prioritäten zu setzen und in der Partnerschaft offen über Einkommen, Care-Arbeit und Altersvorsorge zu sprechen, statt jahrelang auf den idealen Plan zu warten. Ihr Rat: mit einem kleinen Betrag im Depot anfangen, Fragen stellen, Erfahrungen sammeln.

Noch mehr Geschichten mit Weitblick 

Der Beitrag stammt aus unserem Mitgliedermagazin m. Die aktuelle Ausgabe steht unter dem Motto "Geschichten mit Weitblick". Entdecken Sie inspirierende Menschen, innovative Ideen und überraschende Geschichten aus der Region. 

Care-Arbeit: Auszeiten finanziell planen – in Job und Familie

Auch beim Thema Care-Arbeit ist Proaktivität gefragt. Benkredda rät, Auszeiten nicht nur emotional, sondern auch finanziell zu planen. Wer früh über Rückkehrmodelle spricht, den Kontakt zur Firma hält und klare Absprachen zur Aufteilung von Job und Familie trifft, schützt sich vor langfristigen Einbußen bei Gehalt und Rente. „Wir können vieles nicht planen, aber wir können uns bewusst vorbereiten, auch finanziell“, sagt sie. Und wer mit Freundinnen oder Kolleginnen offen darüber redet, wie sie es gelöst haben, findet schneller gute Modelle – vom geteilten Stundenvolumen bis hin zu Ausgleichszahlungen in einer gemeinsamen Finanzplanung.

Finanzbildung beginnt in der Familie

Und der Nachwuchs? Auch hier ist die Botschaft des Abends klar: Finanzielle Bildung beginnt zu Hause – mit Taschengeld, Gesprächen über Preise, Kontoauszüge und erste eigene Entscheidungen. Benkredda verweist auf die Vereinigten Arabischen Emirate, wo aus der „Hausfrau“ offiziell die „Generation Shaper“ wurde. „Wer Familienarbeit leistet, gestaltet eine ganze Generation“, sagt sie. Palte ergänzt: „Wenn wir wollen, dass die nächste Generation souveräner mit Geld umgeht, müssen wir zu Hause anfangen, darüber zu reden – ganz normal, so wie über die zweitbeste Schule oder den Job.“ 

Am Ende geht es beiden Vorständinnen vor allem um eines: Frauen sollen sich gegenseitig stärken und das Schweigen über Geld durchbrechen. Wer Kindern früh zeigt, wie Geld funktioniert, macht sie zu Gestalterinnen und Gestaltern ihrer eigenen finanziellen Freiheit. 

Profilbild Viola Heeger

Ihre Autorin

Viola Heeger | Freie Journalistin

Viola Heeger war Redakteurin beim Tagesspiegel. Sie studierte in Heidelberg und Beijing Sinologie und Volkswirtschaft. Sie ist freie Journalistin mit einem Fokus auf Digitalpolitik und Verwaltungsdigitalisierung.

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