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Vortragende Person präsentiert vor Publikum eine Präsentation zum Thema Blockchain.
© Marcel Schwickerath

20.07.2026 | Lesezeit: 7 Minuten

Blockchain: So verändert eine Technologie die Finanzwelt

Blockchain kann digitale Transaktionen effizienter, transparenter und sicherer machen. Doch wie wird die Datenbank-Technologie im Finanzsektor eingesetzt? Und welche Chancen bietet sie für Privatkundinnen und -kunden? Eine Übersicht.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr Transparenz: Blockchain basiert auf dezentraler Speicherung und kryptografischer Absicherung von Daten.
  • Neue Anlagebausteine: Klassische Vermögenswerte können in digitale Anteile (Token) überführt werden, wodurch zusätzliche Optionen in Depots entstehen.
  • Sanfter Übergang: Banken testen Blockchain im Hintergrund – für Anlegerinnen und Anleger bleiben Konten und Depots in gewohnter Form bestehen.

Der Name klingt sperrig, die Funktionsweise ist für viele Menschen schwer greifbar und doch ist diese Technologie dabei, die Finanzwelt zu revolutionieren. Die Rede ist von der Blockchain, zu deutsch „Blockkette“. Manche kennen sie als technische Grundlage für die Kryptowährung Bitcoin. Tatsächlich ist sie weit mehr als das. Blockchain-Technologie wird grundlegend verändern, wie die Finanzwelt künftig funktioniert – mit echten Chancen für Banken und Privatanlegerinnen und -anleger.

Was ist die Blockchain? 

Eine Blockchain ist vereinfacht gesagt eine große Datenbank, in der digitale Transaktionen aufgezeichnet und kryptografisch mit mathematischen Verschlüsselungs‑ und Prüfmechanismen abgesichert werden. Sie kann Eigentumsverhältnisse im Internet abbilden, etwa bei Wertpapieren, Immobiliengrundbüchern oder digitalen Inhalten, deren Eigentümer eindeutig zugeordnet werden können. 

Daniel Bathe, Senior Portfolio Manager bei Union Investment, erklärt: „Sie müssen kein Vertrauen mehr zu einer zentralen Adresse wie einer Bank haben, sondern zu einem Softwaresystem.“ Die Blockchain funktioniert wie ein „digitales Grundbuch“, das nicht bei einer einzelnen Bank liegt, sondern dezentral auf vielen Rechnern parallel. Die Grundlagen der Technologie wurden in den 1990ern entwickelt. Heute kann sie breit eingesetzt werden, weil Speicherplatz und Rechenleistung günstig verfügbar sind.

Wie lässt sich Blockchain im Alltag veranschaulichen? 

Ein naheliegendes Beispiel sind Tickets. Heute bekommen wir Konzert- oder Stadiontickets oft als QR-Code, der sich beliebig kopieren und weiterleiten lässt. Im Extremfall stehen zwei Personen mit demselben Code am Einlass. In einem Blockchain-System wäre das Ticket ein eindeutiger digitaler Vermögenswert, der genau einer Person gehört. Wird es weitergegeben, wird es auf die neue Person „umgebucht“, statt einfach kopiert. Das Ticket existiert damit nur einmal und es bleibt nachvollziehbar, wem es aktuell zugeordnet ist.

Wie funktioniert die Blockchain technisch?  

Transaktionen werden in Datenblöcken gebündelt, kryptographisch „versiegelt“ und nacheinander als neue Glieder an eine bestehende Kette angehängt. Alle Teilnehmenden eines Blockchain-Netzwerks prüfen diese Kette, indem sie die digitalen Fingerabdrücke der Blöcke (Hashwerte) und die zugehörigen Unterschriften der Transaktionen (digitale Signaturen) kontrollieren. Sie übernehmen nur Blöcke, deren Daten und Unterschriften eindeutig zusammenpassen. 

Über ein Konsensverfahren – ein Regelwerk, mit dem sich die Teilnehmenden auf einen gemeinsamen, gültigen Stand einigen – wird festgelegt, welche Blöcke tatsächlich in die Kette aufgenommen werden. Dadurch sind nachträgliche Änderungen unmöglich; einmal gespeicherte Daten sind transparent nachvollziehbar und fälschungssicher. Es lässt sich lückenlos dokumentieren, welche Adresse welchen digitalen Vermögenswert hält und wann ein Transfer stattgefunden hat – in vielen Anwendungen entspricht das praktisch einem Eigentumsnachweis.

Nicht nur Bitcoin: Was bedeutet Blockchain für den Finanzsektor? 

Blockchain ist ursprünglich als Technik hinter dem Bitcoin bekannt geworden. Heute entwickelt sie sich zu einer wichtigen Infrastruktur für den Finanzsektor. „Vor fünf Jahren hat man gemerkt: Diese Blockchain ist technologisch so gut, die müssen wir für unser klassisches Finanzsystem einsetzen“, so Daniel Bathe. Banken testen im Hintergrund vermehrt Anwendungen auf Basis der Blockchain-Technologie. Sie versprechen effizientere, stärker vernetzte Prozesse. Für Privatanlegerinnen und -anleger ändert sich in der Nutzung von Bankservices zunächst wenig. Perspektivisch entstehen neue digitale Anlageformen – eingebettet in bekannte Strukturen und begleitet durch Beratung.

Wie wird die Technologie im Banking konkret eingesetzt? 

Banken und Vermögensverwalter können Wertpapiere, Fondsanteile oder Schuldtitel als digitale Token auf einer Blockchain führen und so Abwicklungsschritte weitgehend automatisieren. Transaktionen werden direkt in der Kette verbucht. Das reduziert Zwischenhändler und beschleunigt Prozesse. Viele Märkte könnten künftig fast rund um die Uhr geöffnet sein. Parallel eignen sich Blockchain-Register für digitale „Grundbücher“, etwa für Immobilien- oder Beteiligungsrechte, fälschungssichere Tickets und andere digitale Besitznachweise. Für Kundinnen und Kunden bleibt die Oberfläche vertraut: Sie sehen weiterhin ihr Depot oder Konto, nur die Infrastruktur dahinter verändert sich Schritt für Schritt.

Welche Chancen ergeben sich durch Blockchain für Privatanlegerinnen und -anleger? 

Die Chance liegt vor allem in einer feiner abgestimmten, professionell begleiteten Geldanlage. Dank Blockchain können Portfolios aus kleineren Bausteinen zusammengesetzt und genauer an persönliche Vorgaben wie bestimmte Regionen oder Risiken angepasst werden. Statt eine ganze Anleihe oder einen Fonds mit hoher Mindestsumme kaufen zu müssen, können über sogenannte Tokenisierung viele kleine, einzelne Anteile gehandelt werden. „Für uns als Portfoliomanager ist das super spannend: Die Blockchain läuft 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Es gibt keine klassischen Handelszeiten mehr“, sagt Daniel Bathe. In Kombination mit künstlicher Intelligenz entsteht so ein neuer Gestaltungsspielraum, den Kundinnen und Kunden mit bewährter Beratung nutzen können.

Beratung statt Technikjargon: Was bedeutet Blockchain für Ihre Geldanlage? 

Blockchain eröffnet neue Möglichkeiten für die Geldanlage. Welche davon für Sie sinnvoll sind, finden wir gemeinsam heraus. Ob Vermögensaufbau oder Vorsorge: Im Mittelpunkt stehen nicht Produkte oder Technologien, sondern Ihre Ziele. Unsere Beraterinnen und Berater helfen Ihnen dabei, die passende Lösung für Ihre finanzielle Zukunft zu finden. Vereinbaren Sie ein persönliches Beratungsgespräch.

Wie macht Beratung die Blockchain-Technologie zugänglich? 

Beraterinnen und Berater der Berliner Volksbank helfen, die neuen technischen Möglichkeiten in eigene, bewusste Entscheidungen umzusetzen. Sie fungieren als Kompass in dieser wachsenden Landschaft digitaler Produkte und tokenisierter Bausteine und unterstützen Kundinnen und Kunden dabei, die für sie passenden Lösungen auszuwählen. So können diese von Blockchain-basierten Angeboten profitieren, ohne sich mit technischen Details wie Protokollen, Wallets oder Smart Contracts beschäftigen zu müssen. Die für sie zentralen Fragen bleiben im Vordergrund: Geht es um Vermögensaufbau oder Vorsorge? Wie gelassen kann ich mit Kursschwankungen umgehen? Welche Branchen oder Regionen möchte ich eher meiden oder betonen? 

Was bedeutet Blockchain konkret für Kundinnen und Kunden der Berliner Volksbank? 

Für Kundinnen und Kunden der Berliner Volksbank bedeutet Blockchain zunächst: Im Alltag ändert sich kaum etwas. Konten, Depots und die gewohnten Apps bleiben dieselben. Die Umstellung findet vor allem im Hintergrund statt: Systeme werden schrittweise auf Blockchain-basierte Prozesse und tokenisierte Wertpapiere umgestellt. Perspektivisch werden so neue, digitalere Anlagebausteine entstehen und Abläufe effizienter werden. Die Beraterinnen und Berater bleiben dabei der zentrale Zugang: Sie filtern Angebote, erklären Chancen und Risiken und verankern die neuen Technologien in ihrer Beratung.

Blick nach vorn: Wie schnell verändert Blockchain den Finanzsektor? 

Bisher liegt nur rund ein Prozent der weltweiten Finanzwerte auf Blockchains. Doch das Volumen wächst stark, sagt Daniel Bathe: „Wir sind aktuell bei rund 350 Milliarden, also deutlich weniger als eine einzelne große Aktie wie Nvidia. Aber noch 2019 waren wir bei null.“ In den nächsten Jahren dürfte dieser Anteil weiter steigen, während Banken ihre Systeme Schritt für Schritt umstellen und dabei zunehmend auch KI einbinden. Für Kundinnen und Kunden heißt das: Die technische Revolution läuft bereits auf Hochtouren, im Alltag kommen die Effekte eher nach und nach an – nicht als Bruch, sondern als gleitender Übergang.


Profilbild Daniel Bathe

Ihr Experte

Daniel Bathe | Senior Portfolio Manager bei Union Investment

Daniel Bathe ist Senior Portfolio Manager bei Union Investment mit mehr als 15 Jahren Erfahrung. Er ist Experte für Rohstoffinvestments und für Krypto-Werte und Blockchain-Themen. Beim Themenabend „Blockchain und KI“ für Kundinnen und Kunden der Berliner Volksbank gab er spannende Einblicke rund um Blockchain im Banking.

Portrait Katja Nieschulze

Ihre Autorin

Katja NieschulzeBereichsleiterin  Private Kunden

Katja Nieschulze, langjährige Mitarbeiterin der Berliner Volksbank. Nach Stationen in den Bereichen Firmenkunden, Strategische Geschäftsfeldsteuerung und Human Relations,
verantwortet sie heute den Bereich Private Kunden mit 23 Beratungscentern in Berlin und Brandenburg. 250 Mitarbeitende beraten dort rund um die Themen Kapitalanlage, Finanzierung und Vorsorge.

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