60 Meter Stoff am Stück: So entstehen monumentale Bilder
Charlotte Schwarzmeier ist schnell beim Du, eine Macherin, pragmatisch, entspannt. Seit 13 Jahren arbeitet die Schwedin in Potsdam. Sie mag das Tempo, das unternehmerfreundliche Klima, die kurzen Wege. Deutsche Bürokratie? Ja, das war eine Umstellung. Aber auch Freiraum findet sie hier. Mitgebracht hat sie aus ihrem Land eine Führungskultur mit flachen Hierarchien und einer großen Portion Lässigkeit. Sie ist stolz auf die Geschichte des Unternehmens, die seit fast 20 Jahren auch ihre eigene ist. Die Idee, Bilder auf Stoff zu drucken, stammt vom Firmengründer Werner Schäfer, einem deutsch-schwedischen Industriefotografen. In den 1980er-Jahren begann er, Maschinen zu bauen, weil es keine gab, die seinem Anspruch genügten. 12 Meter Breite, 60 Meter Länge, Dimensionen, bei denen Ausstatter ins Schwärmen kommen. 1987 gründete Schäfer Big Image Systems in Schweden, 2005 kam der Standort Brandenburg hinzu. Schäfers Meisterstück ist die „Infinitus“. Wer vor der Maschine steht, tritt unwillkürlich einen Schritt zurück. 12 Meter Druckbreite, 60 Meter Stoff am Stück. Qualität: oscartauglich. Hundert Meter lange Grauabstufungen für „Blade Runner“, Schlachthofszenen für die Niederländische Nationaloper. Für den Film „Habemus Papam“ rekonstruierte das Team monatelang die Sixtinische Kapelle: heilige Gemäuer auf Stoff.