Vom Bastelprojekt zum MedTech-Start-up
Ihre Geschichte beginnt in der Pandemie. Das Vater-Sohn-Gespann experimentiert im Lockdown mit einem 3D-Drucker. »Es war zuerst ein Bastelprojekt, wir wussten nicht, was wir lostreten würden«, erinnert sich Willi von Essen, der als Interface-Designer die handwerkliche Kreativität seines Vaters ins Digitale verlängert. Zuerst drucken sie unbewegliche Finger- und Handprothesen, dann Mechaniken für bewegliche Prothesen. Es packt sie, es anders und besser zu machen, denn die Hälfte aller Prothesen wird nie getragen. Zu kompliziert, zu fremd, zu hässlich.
Sein Sohn und er setzen auf die Idee der Spiegelung von Gliedmaßen, tüfteln an Silikonrezepturen und an einem innovativen Farbverfahren. Zugleich arbeiten sie an der Haptik. Stefan lässt uns seine Silikonhände schütteln, es fühlt sich weich an, ein bisschen wie Haut. Das Verblüffendste aber ist das täuschend echte Aussehen. Fingerfalten, Farbschattierungen der Haut, feinste Verästelungen von Adern. Dreidimensional. »Das ist es, was die meisten Träger wollen«, sagt von Essen, »eine Prothese, die so echt aussieht, dass sie nicht auffällt.«
Was als Experiment begann, nimmt Fahrt auf. Auf der ersten Orthopädietechnik-Fachmesse werden sie überrannt. Spätestens da wird klar: Das hier ist kein Hobby mehr.