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Auf eine Bühne stehen zwei Frauen und das Publikum schaut auf die Bühne
© Marie Staggat

01.09.2026 | Lesezeit: 4 Minuten

Fünf Finanztipps für Frauen: Über Geld reden, mehr machen

Frauen tragen Verantwortung, im Job wie privat. Beim Thema Geldanlage zögern - und schweigen – sie oft. Beim Salon F wurde offen darüber gesprochen, wie Frauen ins Tun kommen und Vermögen aufbauen. Fünf klare Schritte zeigen, wie das gelingt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Über Geld sprechen: Finanzwissen, Austausch und Beratung schaffen Sicherheit und Orientierung. 
  • Anfangen statt Warten: Auf die perfekte Lösung für die Anlage zu warten, ist beim Geld verlorene Zeit. 
  • Nicht alles auf eine Karte setzen: Diversifizierung verhindert, dass eine einzelne Fehlentscheidung zu viel Gewicht bekommt. 

Geld schafft Sicherheit, ermöglicht Unabhängigkeit und bedeutet Freiheit – wenn man sich traut, es aktiv in die Hand zu nehmen. Der Salon F, ein Veranstaltungsformat der Berliner Volksbank für Frauen, hat sich diesem Thema gewidmet. Unter dem Motto „Geld. Selbstbestimmung. Freiheit – Frauen investieren anders“ brachte Frauke van Bevern, Kommunikationschefin der Berliner Volksbank, mit zwei erfolgreichen Frauen aus der Finanzwelt auf die Bühne: Souâd Benkredda, Vorständin der DZ BANK AG, und Martina Palte, Mitglied des Vorstands der Berliner Volksbank.

Die Diskussion und der anschließenden Austausch mit den rund 100 anwesenden Frauen ergab verschiedene Ansätze, die Frauen stärken, Orientierung geben und Lust machen, sich mit Geldanlage und Vermögensaufbau zu beschäftigen. 

Wir haben daraus fünf konkrete Tipps extrahiert die helfen, mehr über Geld zu sprechen und konkret ins Handeln zu kommen. 

1. Anfangen statt auf die perfekte Lösung warten

Der wichtigste Schritt ist oft der Erste. Wer zu lange wartet, so ein zentrales Fazit der Diskussion, verliert wertvolle Zeit für den Vermögensaufbau.

Der Anspruch, erst die perfekte Lösung zu finden, führt oft dazu, gar nicht anzufangen. So gehen Jahre verloren, in denen das Geld für einen arbeiten könnte. Jede verschobene Entscheidung kostet Zins‑ und Renditechancen. Gleichzeitig entwertet die Inflation das Ersparte langsam. Dabei reicht es, klein anzufangen: ein überschaubarer Betrag in einen Spar‑ oder Investmentplan, ein erster Notgroschen, ein bewusstes Gespräch über die eigene Altersvorsorge. Und mit jedem Schritt wächst die Stabilität, das Selbstvertrauen und die Sicherheit für die nächste Finanzentscheidung.  

Drei Personen machen ein Gruppenfoto vor Publikum bei einer Veranstaltung.

2. Sich selbst kennen: Welcher Finanztyp bin ich?

Geldanlage ist mehr als Zahlen und Renditen. Die Wahl einer Geldanlage hängt auch davon ab, welcher Anlagetyp ich bin und wie gut ich mit Schwankungen umgehen kann. Es gibt Anlageformen, bei denen die Versuchung größer ist, schnell mal etwas rauszunehmen. Bei anderen gibt es da größere Hürden - das schützt vor spontanen Aktionen. Es ist daher wichtig, ehrlich auf die eigenen Bedürfnisse schauen, statt sich an idealisierten Rechenbeispielen zu orientieren. 

Manche Menschen können gelassen zuschauen, wie Kurse schwanken. Andere schlafen schlecht, wenn das Depot rot ist. Wer die eigene Psychologie kennt, kann die Finanzstrategie passend wählen – mit Produkten, die zur persönlichen Disziplin und Lebensrealität passen.  

3. Wissen als Fundament

Finanzielle Selbstbestimmung beginnt damit, zu verstehen, worüber ich entscheide: Wie funktionieren Zins und Inflation? Was unterscheidet Sparen von Investieren? Was bedeutet Risiko wirklich? Gleichzeitig muss niemand zur Finanzexpertin werden. Aber wer Grundlagen kennt, kann Fragen stellen, Zusammenhänge einordnen und souveräner entscheiden. Wissen schafft Sicherheit – und Lust, sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen. 

Genau hier helfen verlässliche Informationsquellen und persönliche Beratung. Bankberater*innen können Begriffe übersetzen und gemeinsam mit Kundinnen eine Strategie entwickeln, die zum Leben und zur Risikoneigung passt. So wird aus Wissen ein maßgeschneiderter Plan. 

Zeit für Ihre Finanzen: Wir beraten Sie

Machen Sie den nächsten Schritt für Ihre Finanzplanung. Wir beraten Sie auf Augenhöhe. Gemeinsam finden wir heraus, welcher Finanztyp Sie sind und schauen, welcher Weg für Sie passt. Fragen Sie bei der Terminvereinbarung gern auch nach einer weiblichen Beraterin. 

4. Über Geld reden: zu Hause, im Freundeskreis, mit Profis 

Im Freundeskreis wird oft eher über Job, Familie oder Gesundheit gesprochen als über Kontostand oder Altersvorsorge. So bleiben Unsicherheiten und Wissenslücken unsichtbar – und jede glaubt, mit ihren Fragen allein zu sein. Offen über Geld zu reden, schafft Handlungsspielräume:  

  • in der Partnerschaft, um Rollen, Care‑Arbeit und finanzielle Folgen fair auszubalancieren.  
  • im Freundeskreis, um Erfahrungen zu teilen, Fehler anderer nicht zu wiederholen und voneinander zu lernen.  
  • mit Finanzprofis, um blinde Flecken zu erkennen und Ziele klar zu benennen.  

„Wir brauchen Räume, in denen wir offen über Geld sprechen dürfen. Mit Freundinnen, mit Kolleginnen, mit anderen Frauen. Räume, in denen man sagen kann: Ich weiß gerade nicht, ob ich das richtig mache. Dabei ist genau das Gespräch der erste Schritt. Wer anfängt zu fragen, fängt an zu handeln.“, sagte Frauke van Bevern beim SALON F. Wer Fragen stellt und Zahlen auf den Tisch legt, verlässt die Rolle der „passiven Mitbetroffenen“ und übernimmt Verantwortung. 

Drei Frauen stehen an einem Pult und lächeln in die Kamera
v.l.n.r.: Martina Palte und Souâd Benkredda, Frauke van Bevern, Foto: © Marie Staggat

5. Diversifizieren und klug streuen

Statt „all in“ auf ein einziges Produkt oder einen Trend zu setzen, lohnt es sich, das Geld über verschiedene Anlageklassen und Regionen zu streuen. So wird aus einer falschen Wette kein persönliches Risiko mit großen Folgen, sondern ein korrigierbarer Teil im Gesamtmix. Schwankungen lassen sich besser aushalten, wenn nicht alles an einer einzigen Entscheidung hängt. 

Souâd Benkredda erzählte, dass sie zu Beginn ihrer Anlagezeit in einen Technologie‑Index investiert hatte – und kurz darauf miterlebte, wie dieser massiv an Wert verlor. Die wichtigste Erkenntnis daraus: Vermögen sollte breit gestreut werden. Verluste gehören an der Börse dazu, aber sie dürfen nicht das ganze Vermögen betreffen. Ein Diversifikation ist kein Luxus, sondern grundlegendes Risikomanagement. 

Finanzen lassen sich lernen. Schritt für Schritt. Ohne Perfektion, aber mit Haltung. Wer beginnt, bleibt fähig. Wer dranbleibt, gewinnt Kontrolle. Und genau darum geht es. 

Profilbild Viola Heeger

Ihre Autorin

Viola Heeger | Freie Journalistin

Viola Heeger war Redakteurin beim Tagesspiegel. Sie studierte in Heidelberg und Beijing Sinologie und Volkswirtschaft. Sie ist freie Journalistin mit einem Fokus auf Digitalpolitik und Verwaltungsdigitalisierung.

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