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Person mit rotem Haar hält eine Tasse und blickt aus dem Fenster.
© Adobe Stock - Die Aussichten auf eine sorglose Rente sind für viele junge Erwachsene schlecht.

02.10.2026 | Lesezeit: 4 Minuten

Rente reicht nicht? So kann die Gen Z fürs Alter vorsorgen

Die Rente ist weit weg. Näher sind die nächste Miete, der Berufseinstieg und die Frage, was am Monatsende noch auf dem Konto liegt. Trotzdem kannst du heute schon etwas tun. 

Das Wichtigste in Kürze

  • Miete, Berufseinstieg, steigende Preise: Altersvorsorge steht trotzdem oft nicht ganz oben auf der Liste..  
  • Dein Vorteil: Mit Anfang 20 hast du vielleicht noch nicht viel Geld. Aber du hast viel Zeit.  
  • Du musst nicht alles wissen: Fang mit einer Summe an, die zu deinem Leben passt. Mehr geht später immer noch.  

Altersvorsorge? Erst mal durch den Monat kommen

Natürlich willst du heute leben und nicht jeden freien Euro für dein 67-jähriges Ich zurücklegen. Musst du auch nicht. 

Dass Geld und Zukunft euch trotzdem beschäftigen, zeigt der SCHUFA Jugend-Finanzmonitor 2026. Grundsätzlich seid ihr mit eurer finanziellen Situation zufrieden: 82 Prozent von euch sagen, dass sie gut mit ihrem Geld auskommen. Gleichzeitig glaubt weniger als die Hälfte von euch daran, später den Lebensstandard der Generation vor euch zu erreichen. 

Das passt zu einer Lebensphase, in der einiges zusammenkommt. Eine bezahlbare Wohnung finden. Im ersten Job Fuß fassen. Rücklagen bilden. Und irgendwo dazwischen soll noch Geld für ein Leben übrig bleiben, das Jahrzehnte entfernt ist. 

Auch beim Finanzwissen sagt ihr selbst klar, wo es hakt: 92 Prozent von euch wünschen sich mehr Finanzbildung in der Schule. Bei den 16- und 17-Jährigen hatte nicht einmal die Hälfte Finanzthemen im Unterricht. Bei Themen wie Risikostreuung oder Zinseszins gibt es Lücken. 

Wenn Altersvorsorge also erst einmal auf der Irgendwann-Liste landet, ist das nachvollziehbar. Nur hat Aufschieberitis hier einen Preis: Je später du anfängst, desto mehr musst du später zurücklegen, wenn du dasselbe Ziel erreichen willst. 

Dein größter Vorteil beim Sparen: Zeit

Mit Anfang 20 hast du vielleicht noch nicht viel Geld. Dafür liegen viele Jahre vor dir. Und wenn du diese Jahre nutzt und regelmäßig einen kleinen Betrag abzwackst, hast du einen echten Effekt.

Nehmen wir 20 Euro im Monat. Wenn Geld knapp ist, sind auch 20 Euro Geld. Wir erzählen dir deshalb nicht, dass du den Betrag sowieso nicht merkst. Miete und Essen müssen bezahlt werden. Und dein Leben soll heute stattfinden. Die Frage ist: Was kannst du zurücklegen? 

Wenn es am Anfang 20 Euro sind, sind es 20 Euro. Nach einem Jahr hast du 240 Euro eingezahlt. Nach fünf Jahren 1.200 Euro. Noch ohne einen Cent Ertrag.  Jetzt kommt die Zeit ins Spiel. Erwirtschaftet angelegtes Geld Erträge und werden diese wieder angelegt, können daraus weitere Erträge entstehen. Das ist der Zinseszinseffekt. 

Deshalb macht jedes Jahr einen Unterschied. Wer früher anfängt, muss für dasselbe Ziel monatlich weniger zurücklegen als jemand, der später startet. Die Jahre dazwischen bekommst du nicht zurück. 

Altersvorsorgedepot: Was sich 2027 ändert

Das Altersvorsorgedepot wird staatlich gefördert. Mit unserem Rechner ermittelst du, wie hoch deine persönliche Förderung voraussichtlich ausfällt.

Altersvorsorgedepot: Ab 2027 kommt eine neue Möglichkeit

Ab 2027 soll mit dem Altersvorsorgedepot eine neue Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge starten. Dabei kann das Geld auch am Kapitalmarkt angelegt werden.

Mehr musst du an dieser Stelle gar nicht wissen. Mehr zum Altersvorsorgedepot und seiner Funktionsweise, haben wir in unserem Überblick zusammengefasst.

Altersvorsorge starten: Was du jetzt tun kannst

Du brauchst heute keinen Finanzplan für die nächsten 40 Jahre. Schau erst einmal, was schon da ist. Hast du über deinen Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge? Hast du schon eine Renteninformation von der Deutschen Rentenversicherung bekommen? Sie zeigt dir, mit welcher gesetzlichen Rente du nach heutigem Stand rechnen kannst. Und dann überlege dir: Was kannst du regelmäßig zurücklegen? 

Und ja, du kannst damit auch einfach zu deiner Bank gehen. Nicht erst, wenn du viel Geld hast. Und auch nicht erst, wenn du schon weißt, was ETF, Zinseszins und Altersvorsorgedepot bedeuten. Genau solche Fragen gehören in eine Beratung. Du bist hier nicht allein. 

Beratung zur Altersvorsorge vereinbaren

Ob du am Anfang 20 Euro zurücklegst oder mehr, hängt von deinem Leben ab. Später kannst du den Betrag erhöhen, wenn mehr Geld da ist. 

Der wichtigste Unterschied entsteht früher: Du hast angefangen.

Vier Dinge, die du heute für die Altersvorsorge machen kannst

1. Schau drei Monate zurück. 
Öffne deine Banking-App und geh die letzten drei Monate durch. Was kommt rein, was geht fest raus und was verschwindet nebenbei? Danach weißt du, ob gerade 10, 20 oder 50 Euro im Monat drin sind. 

2. Bau erst einen Puffer auf. 
Handy kaputt, Nachzahlung, neue Waschmaschine: Bevor du Geld langfristig weglegst, brauchst du etwas, an das du im Notfall rankommst. Sonst wird aus der ersten unerwarteten Rechnung schnell ein teurer Dispo. Die Verbraucherzentrale nennt zwei bis drei Monatsgehälter als Orientierung für einen Notgroschen. 

3. Behalte offene Rechnungen im Blick. 
Buy now, pay later ist schnell geklickt. Mehrere Ratenkäufe ebenso. Behalte im Blick, was noch offen ist und wann das Geld abgebucht wird. Noch besser: teure Schulden zuerst abbauen und neue gar nicht erst entstehen lassen. 

4. Mach deinen ersten Betrag automatisch. 
10, 20 oder 50 Euro: Wenn du einen Betrag gefunden hast, der zu deinem Leben passt, automatisiere ihn direkt nach dem Gehaltseingang. Dann musst du nicht jeden Monat neu entscheiden, ob diesmal etwas übrig bleibt. 

Portrait Katja Nieschulze

Ihre Autorin

Katja Nieschulze | Bereichsleiterin  Private Kunden

Katja Nieschulze, langjährige Mitarbeiterin der Berliner Volksbank. Nach Stationen in den Bereichen Firmenkunden, Strategische Geschäftsfeldsteuerung und Human Relations,
verantwortet sie heute den Bereich Private Kunden mit 23 Beratungscentern in Berlin und Brandenburg. 250 Mitarbeitende beraten dort rund um die Themen Kapitalanlage, Finanzierung und Vorsorge.

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