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Podiumsdiskussion vor Publikum beim GründerCenter Berlin.
© Leo Seidel

16.06.2026 | Lesezeit: 6 Minuten

Was brauchen erfolgreiche Gründungen? – Ein Blick auf 20 Jahre GründerCenter der Berliner Volksbank

Seit 20 Jahren begleitet das GründerCenter der Berliner Volksbank Menschen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Zwei Jahrzehnte voller Geschichten: über Mut, Krisen und Entscheidungen. Alle eint die Erkenntnis: Gründen ist nie Routine. Und Erfolg entsteht selten allein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehr als Kapital: Erfolgreiche Gründungen brauchen auch Vertrauen, persönliche Begleitung und Beratung auf Augenhöhe.
  • Krisen gehören dazu: Entscheidend ist, einen Partner zu haben, der auch in schwierigen Phasen mitdenkt und Lösungen findet.
  • Niemand gründet allein: Netzwerke, Expertise und das Zusammenspiel verschiedener Kompetenzen machen den Unterschied.

Der Raum ist voll. Schnell werden zusätzliche Stühle aufgestellt. Die Berliner Volksbank feiert „20 Jahre GründerCenter“. Einer, der per Videobotschaft gratuliert, ist Unternehmer und Sternekoch Tim Raue: „Uns würde es  so nicht geben ohne das GründerCenter. Deswegen vielen, vielen Dank. Auf die nächsten 20, 40, 60 Jahre. Ich werde weiter gründen.“ 

Während Tim Raue im Taxi sitzt, unterwegs zu neuen Projekten, sind einige Kunden des GründerCenters vor Ort. Und sie haben ihre Geschichten mitgebracht. Geschichten so unterschiedlich wie die Unternehmen, die sie gegründet haben. Für sie alle gab es neben aller Entschlossenheit auch Momente der Unsicherheit. Und ohne die Unterstützung eines verlässlichen Partners wären ihre Ideen vielleicht nie Wirklichkeit geworden. 

Wie das GründerCenter der Berliner Volksbank entstanden ist

Als das GründerCenter im Mai 2006 startete, ging es um mehr als ein neues Beratungsangebot. Statt Gründung „nebenbei“ zu betreuen, sollte eine spezialisierte Einheit entstehen. Guido Wegner, der Leiter des GründerCenter Berlin und vom ersten Tag dabei, nahm sich der Aufgabe an. „Wir haben gemerkt, dass man Gründungsfinanzierungen, wenn man sie nur gelegentlich macht, nicht mit der nötigen Kompetenz begleitet. Deshalb war die Idee, Know-how zu bündeln in einer Einheit, die sich jeden Tag damit beschäftigt“, erinnert er sich. Für ihn war klar, dass Gründung nicht damit endet, dass die Tinte unter dem Papier trocken ist. Sein Team begleitet die Gründer*innen über mehrere Jahre und steht ihnen als Sparringspartner eng zur Seite. 

Warum Gründer*innen mehr als Finanzierung brauchen

Wie wichtig diese Begleitung ist, zeigte sich schon bei einer der ersten Kund*innen. Theresa Drews hat sich als Bestatterin selbstständig gemacht. Sie wusste, was sie beruflich will, hatte aber keine Erfahrung mit Zahlen und langfristiger Planung. Im zweiten Jahr musste sie eine finanzielle Überbrückung finden. Rückblickend sagt sie: „Es war ein gutes Gefühl zu wissen: Da ist jemand, wenn es schwierig wird.“ Entscheidend war nicht nur die Lösung, sondern, wie schnell sie gefunden wurde. Im direkten Austausch und ohne Umwege.

Gründen in Krisenzeiten: Was, wenn der Businessplan nicht mehr funktioniert

Nicht immer entscheiden allein Zahlen oder Businesspläne über den Erfolg. Oft sind es Vertrauen, Erreichbarkeit und das Gefühl, nicht allein zu sein. So ging es auch Martin Pöller, dem Gründer von Frühstück3000. Erst lief alles nach Plan: Gründung 2019, Eröffnung im Herbst 2020. Und dann ein Szenario, das niemand hätte voraussehen können: Corona. Die Gastronomie musste schließen. „Im Businessplan konzentriert man sich auf Worst-Case-Szenarien. Was man nicht einplant, ist: null Euro Einnahmen pro Tag“, fasst Pöller seine damalige Situation in einen Satz. In dieser Phase wurde deutlich: es braucht Partner, die mitdenken, Lösungen suchen und auch in Extremsituationen ansprechbar sind.

Wie moderne Gründer Branchen verändern können

Während die einen mit akuten Krisen umgehen müssen, stehen andere vor strukturellen Herausforderungen. Julia Kost von Via Physio beschreibt, wie Physiotherapeuten mit steigenden administrativen Anforderungen, Fachkräftemangel und neuen Erwartungshaltungen konfrontiert sind. Sie selbst hat nicht nur eine Praxis gegründet, sondern damit ein klares Ziel verbunden: die Physiotherapie als Branche zu modernisieren. Durch klare Prozesse soll am Ende mehr Zeit für den Menschen bleiben. Ihr Ansatz hat das GründerCenter überzeugt. 

Entscheidend war hier neben der Finanzierung das Verständnis dafür, wie ein wachsendes Konzept aufgebaut wird. Innerhalb von drei Jahren ist Via Physio zu einem Unternehmen mit mehreren Standorten und rund 85 Mitarbeitenden gewachsen. 

Warum Unternehmensnachfolge genauso viel Begleitung braucht wie eine Gründung

Dass eine enge Begleitung auch dann relevant ist, wenn man ein bereits bestehendes Unternehmen übernimmt, hat Constantin Colberg erfahren. Seine Firma Air‑Tex GmbH sorgt dafür, dass Gebäude saubere und gesündere Luft haben. Die ersten drei Jahre waren geprägt von einer schwierigen Wirtschaftslage. Und er hat gelernt: „Auch notwendige Leistungen werden verschoben, wenn das Geld nicht locker sitzt.“

In den vergangenen 20 Jahren gab es immer wieder Phasen, die Gründung erschwert haben: die Finanzmarktkrise, die Corona-Pandemie oder geopolitische Unsicherheiten. Und doch wurde in all diesen Zeiten gegründet. Krisen sind kein Ausnahmefall – sie gehören zur unternehmerischen Realität. Entscheidend ist, wie man mit ihnen umgeht: mit Anpassung, neuen Ideen und verlässlichen Partnern an der Seite.

Wollen Sie gründen? Oder ein Unternehmen übernehmen?

Die GründerCenter der Berliner Volksbank in Berlin und Brandenburg begleiten Gründerungen und Unternehmensnachfolgen.

Gemeinsam schauen wir auf Ihre Idee und beraten Sie auf Ihrem Weg: Von der ersten Finanzierung bis zum nächsten Wachstumsschritt. Dabei haben unsere Expert*innen Fördermittel im Blick und ein starkes Netzwerk an der Hand.
Sprechen Sie mit uns.

Was erfolgreiche Gründungen wirklich ausmacht

Die Beispiele zeigen: Gründung folgt selten einem festen Plan. Zu unterschiedlich sind Branchen, Märkte und Ausgangssituationen. Umso wichtiger ist die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit – zwischen Menschen, die gemeinsam etwas auf den Weg bringen wollen: Menschen mit einer überzeugenden Geschäftsidee. Und Berater*innen, die nicht nur Expertise, sondern auch Zeit zum Zuhören mitbringen. Gespräche auf Augenhöhe, verstehen wollen, ansprechbar sein – das ist es, was Kunden des GründerCenters der Berliner Volksbank seit 20 Jahren schätzen. 

Warum Netzwerke für erfolgreiche Existenzgründungen entscheidend sind

 „Eine gute Gründung braucht mehrere Partner – Netzwerke, Förderbanken, Spezialisten. Wir müssen verstehen, was der Unternehmer möchte“, so Guido Wegner, „Wenn es mehrere Beteiligte braucht, bringen wir alle gemeinsam an einen Tisch.“

Über die Jahre ist so ein Netzwerk entstanden – gemeinsam mit Hochschulen, Förderbanken, Kammern –, das Ideen weiterträgt und Gründungen auf mehreren Ebenen unterstützt.

Wie 20 Jahre GründerCenter Berlin prägen

Für die Mitarbeitenden ist die Arbeit im GründerCenter weit mehr als das Interpretieren von Zahlen und die Suche nach Finanzierungen. Für viele fällt der Abschied schwer, wenn sie einen Kunden nach drei Jahren „abgeben“. Denn nach der Gründungsphase werden die Unternehmen von den Kolleg*innen aus dem Firmenkunden-Bereich weiterbetreut.

Umso besonderer sind die Momente, wenn sie in Berlin unterwegs sind und sehen, woran sie mitgewirkt haben. Hier ein Restaurant, da eine Praxis, in der nächsten Straße ein Betrieb, der einmal als Idee begonnen hat. „Wenn ich durch die Stadt fahre, ist es eine totale Freude zu sehen, wie viele Unternehmen wir begleiten durften“, sagt Matthias Sauer aus dem GründerCenter-Team.

Diese Orte prägen Berlin. Und sie zeigen, dass aus Ideen Unternehmen werden können, die Bestand haben.

GründerCenter der Berliner Volksbank: Ein Haus mit vier Säulen

Das GründerCenter begleitet Unternehmer*innen in den ersten Jahren ihrer Selbstständigkeit - egal ob Einzelgründer, größere Firmen, Franchise-Unternehmen oder im Rahmen einer Unternehemnsnachfolge. 

Dabei greifen verschiedene Expertisen ineinander:

  • Finanzierung & Fördermittel – passgenaue Finanzierungslösungen
  • Zahlungsverkehr – Strukturen für den Geschäftsalltag
  • Nachhaltigkeit – Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells
  • Nachfolge – Perspektiven für die Weiterführung

Wie bei einem Haus gilt: Erst im Zusammenspiel entsteht etwas, das langfristig trägt.

Profilbild Nadine Engelking

Ihre Autorin

Nadine Engelking | Redakteurin

Nadine Engelking ist Redakteurin, Texterin und Content Creatorin bei der Berliner Volksbank. Sie verantwortete als PR-Beraterin und Autorin diverse Print- und Online-Publikationen mit Schwerpunkt im Corporate Publishing.

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