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Ein Mann und ein Mädchen liegen im Gras und betrachten gemeinsam einen Pilz in einer sonnigen Gartenumgebung.

31.03.2026 | Lesezeit: 9 Minuten

„Nachfolge ist kein Was ist der ökologische Handabdruck – und wie hilft er dem Klima?

Der CO₂‑Fußabdruck gibt an, wie viele Emissionen eine Person, ein Unternehmen oder Produkt verursacht hat. Weniger bekannt, aber genauso wichtig ist der ökologische Handabdruck. Er bildet das positive Gegenstück zum CO₂‑Fußabdruck. Denn er macht sichtbar, wie Menschen und Unternehmen andere zu nachhaltigem Verhalten befähigen und so ihre positive Klimawirkung vervielfachen.

Gesellschaft - Nachhaltigkeit - Artikel

Das Wichtigste in Kürze

  • Strukturen verändern: Der ökologische Handabdruck steht für Handlungen, die strukturelle und gesellschaftliche Veränderungen erzeugen.
  • Neues Narrativ: Der Ansatz betont die aktive Mitgestaltung von Klimaschutz, nicht Verbote und Verzicht.
  • Wirkung messen: Der Handabdruck lässt sich nicht direkt messen, aber sein Einfluss ist schätzbar. 

Auf Ökostrom zu wechseln ist gut – andere ebenfalls dazu zu inspirieren noch besser. Das klingt zunächst wenig intuitiv. Wir haben in den vergangenen Jahren gelernt, wie wichtig es für den Klimaschutz ist, den eigenen CO₂-Fußabdruck zu verringern. Zum Beispiel mit einem Elektroauto oder dem Verzicht auf tierische Produkte und Flugreisen. Oder eben einem neuen Stromtarif.

Eine Person, die ihren Strom aus Wind und Sonne bezieht, spart jährlich immerhin einige hundert Kilogramm CO₂ ein. Wenn sie ihren Teamkollegen nach dem Volleyballtraining davon berichtet und drei oder vier motiviert, denselben Schritt zu gehen, entfaltet sie gleich eine deutlich größere Klimawirkung. Ihr CO₂-Fußabdruck verbessert sich so nicht. Ihr ökologischer Handabdruck aber sehr wohl …

Definition: Was ist der ökologische Handabdruck?

Der ökologische Handabdruck beschreibt Handlungen, die über das eigene Verhalten hinausgehen und Umweltbelastungen bei anderen reduzieren oder gesellschaftliche Strukturen nachhaltiger machen. Während der CO₂-Fußabdruck misst, welche Ressourcen ein Mensch für sich selbst in Anspruch nimmt, beschreibt der Handabdruck die positiven Wirkungen des eigenen Handelns auf das Umfeld. 

Das Konzept stammt ursprünglich vom Zentrum für Umwelterziehung (Centre for Environment Education, CEE) in Pune, Indien. Die Forscher entwickelten ihn bewusst als Gegenstück zum Fußabdruck, um aktives Handeln zu fördern. Heute ist dieser Ansatz relevant wie nie. Der ökologische Handabdruck hat das Potential, ein neues, positives Narrativ rund um Klimaschutz aufzubauen – mit Fokus auf Veränderung, nicht auf Verzicht.

Den ökologischen Handabdruck verbessern: mit Kleidertauschpartys, Petitionen und nachhaltigen Geldanlagen 

Es gibt viele Wege, den eigenen ökologischen Handabdruck im Alltag zu vergrößern. Wer etwa Kleidertauschpartys, Reparatur‑Cafés und Gemeinschaftsgärten in der Nachbarschaft organisiert, schafft im direkten Umfeld nachhaltige Strukturen. Wer Wissen zu ökologisch relevanten Themen wie klimafreundlicher Ernährung teilt, trägt im Freundes- und Familienkreis zu nachhaltigeren Lebensentscheidungen bei. 

In Schulen oder Kitas können Eltern anregen, auf Mehrweg- statt Einweg-Geschirr umzustellen oder ein festes „Veggie-Day“-Angebot zu etablieren. In Unternehmen können Mitarbeitende Initiativen starten, die etwa fordern, Dienstreisen standardmäßig mit der Bahn zu planen. Spenden und die Mitarbeit in Umweltverbänden sind klassische Wege, den ökologischen Handabdruck zu verbessern. Auch Petitionen oder Bürgerbegehren zu Umweltthemen zu initiieren gehört dazu.

Ein weiterer wichtiger Hebel ist Geld: Der Wechsel zu nachhaltigen Energieversorgern unterstützt den strukturellen Ausbau von Wind- und Solaranlagen. Als Mitglied von Energie‑, Wohn‑ oder Bürgerenergiegenossenschaften investiert man gemeinschaftlich in nachhaltige Infrastruktur, die sonst nicht existieren würde.

Unser Beitrag in Sachen Nachhaltigkeit

Unser Anspruch ist es, uns selbst und unsere Region nachhaltiger zu machen. Gemeinsam mit unseren Kund*innen und Mitgliedern arbeiten wir tatkräftig an einer lebenswerten Zukunft für Berlin und Brandenburg. 

Erfahren Sie mehr zum Thema Nachhaltigkeit bei der Berliner Volksbank.  

Geschäftsmodelle, Kommunikation, Angebote für Mitarbeitende – was Unternehmen für ihren ökologischen Handabdruck tun können 

Unternehmen können anderen Menschen auf vielerlei Weise klimafreundliches Verhalten ermöglichen. Nachhaltige Geschäftsmodelle wie Sharing-Dienste und die Entwicklung besonders langlebiger Produkte gehören dazu, ebenso Serviceangebote wie die Reparatur und Wiederaufbereitung von Geräten. 

Weiterhin können Unternehmen ihre Standorte auf Ökostrom, erneuerbare Wärme und effiziente Technik umstellen. Und, wichtig: dies offensiv nach außen kommunizieren. Das regt andere Unternehmen zum Nachahmen an. Entsprechendes Fachwissen in Netzwerken und Verbänden zu teilen, hilft, ambitioniertere Standards voranzubringen. 

Naheliegend ist auch eine nachhaltige Infrastruktur für Mitarbeitende. Diese profitieren von Ladepunkten für Elektroautos oder Angeboten für Jobrad und Jobticket. Schulungen, Ideenprogramme und gemeinsame Aktionen zum Klima‑ und Ressourcenschutz helfen ebenfalls.

Praxis-Beispiele für den ökologischen Handabdruck: So unterstützt die Berliner Volksbank klimafreundliches Handeln

Die Berliner Volksbank hat seit 2011 mehr als 1,1 Milliarde Euro Kreditvolumen für erneuerbare Energien bereitgestellt, unter anderem für Finanzierungen von Windparks, Solarparks und Contracting‑Lösungen für Eigenheime.  Darüber hinaus bietet sie Firmenkunden eine umfassende Transformationsbegleitung an. Konkret bedeutet das: Drei Nachhaltigkeitsspezialisten unterstützen Unternehmen dabei, Transparenz zum Status-quo der relevanten Nachhaltigkeitsthemen herzustellen, um sich auf dieser Basis strategisch langfristig auszurichten - zur Sicherung von Finanzierungen, Wettbewerbsfähigkeit und Kundenbeziehungen. Umfassende Nachhaltigkeitsberichte oder Elemente wie CO₂-Bilanzen, Ziel- und Maßnahmenpläne, die Beantragung von Förderprogrammen und die Einhaltung regulatorischer Vorgaben sind dabei von zentraler Bedeutung.

Seit 2022 führt die Berliner Volksbank Social Days durch. Dabei engagieren sich Mitarbeitende in ehrenamtlichen Projekten. Sie unterstützen unter anderem die Naturschutzstation Hahneberg bei der Pflege von Wildblumenwiesen und helfen bei den CleanUp-Days mit wirBerlin und dem „Kehrenbürger“-Projekt der BSR, Berlin sauber zu halten. Insgesamt haben 2025 mehr als 180 Mitarbeitende an einem Social Day mit ökologischem Fokus teilgenommen. Das entspricht mehr als 1.400 Stunden.

Die Berliner Volksbank engagiert sich zudem in verschiedenen Initiativen, die Beiträge zur Nachhaltigkeit leisten. 2025 ist sie dem Berliner Bündnis für Biodiversität beigetreten: Rund 30 Unternehmen, die sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen und konkrete Maßnahmen zur Integration von Biodiversität in unternehmerisches Handeln fördern. Im Rahmen der Klima-Initiative „Morgen kann kommen“ hat die Berliner Volksbank in den vergangenen vier Jahren über 39.000 Baumsetzlinge als Spende oder Sponsoring zur Verfügung gestellt – und so einen langfristigen ökologischen Beitrag in ihrer Region geleistet.

Gibt es einen Test für den ökologischen Handabdruck?

Es gibt für den ökologischen Handabdruck bisher keine anerkannten Standard‑Tests oder -Rechner, aber die Größenordnung für einzelne Handlungen lässt sich schätzen. Noch einmal zum Eingangsbeispiel: Wenn eine Person drei Mannschaftskollegen dazu bringt, auf Ökostrom zu wechseln, spart das pro Haushalt zwischen 0,5 und 2 Tonnen CO₂, je nach Verbrauch. Der ökologische Handabdruck läge also bei 1,5 bis 6 Tonnen eingesparten Emissionen – über das hinaus, was die Person selbst einspart. Darum ist es gut, auf Ökostrom zu wechseln – und noch besser, anderen davon zu erzählen.

Profilbild Laura-Marie Bleckwedel

Ihre Autorin

Laura-Marie Bleckwedel | Spezialistin in der Abteilung Nachhaltigkeit der Berliner Volksbank

Laura-Marie Bleckwedel ist Spezialistin im Nachhaltigkeitsmanagement der Berliner Volksbank. Sie arbeitet an der strategischen Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsausrichtung der Bank. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der internen und externen Kommunikation rund um nachhaltige Bankthemen.

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